Neuer Rundweg bei Großbottwar Digitaler Erlebnispfad „Fünf-W“ eröffnet
Zwischen Großbottwar und Kleinbottwar kann man nun die Naturlandschaft auf einem Rundweg per QR-Code erkunden. Tolle Ausblicke und Wasserbüffel gibt es inklusive.
Zwischen Großbottwar und Kleinbottwar kann man nun die Naturlandschaft auf einem Rundweg per QR-Code erkunden. Tolle Ausblicke und Wasserbüffel gibt es inklusive.
Was für eine wichtige Bedeutung der Weinbau für das Bottwartal hat und was sich hinter dem Wasserbüffelprojekt verbirgt – das und mehr kann man nun digital auf dem am Donnerstag eingeweihten „Fünf W“- Erlebnispfad zwischen Großbottwar und Kleinbottwar erfahren. An 19 Stationen entlang des rund fünf Kilometer langen Rundwegs gibt es jetzt Pfeiler oder Schautafeln mit QR-Codes drauf. Scannt man diese mit dem Smartphone ab, bekommt man einen Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt des Gebiets sowie in deren Lebensräume. Obendrein locken mehrere spektakuläre Aussichten, unter anderem am Waldrand am Benning sowie im neu konzipierten Naturkino in einer Wegekurve.
„Wir haben mit der landschaftlichen Vielfalt rund um Großbottwar eine besonders erlebnis- und schützenswerte Heimat, die schon seit Langem viele Wanderer, Ausflügler und Touristen anzieht. Der Weg soll dies ausdrücklich zeigen und für die mühevolle Arbeit um Verständnis werben, die zum Erhalt der Landschaft notwendig ist“, sagte Großbottwars Bürgermeister Ralf Zimmermann bei der Eröffnung am Wasserbüffelunterstand bei Großbottwar. Gemeinsam mit der Umweltstiftung Nature-Life International und mit Förderung des Verbands Region Stuttgart zeichnet die Storchenstadt für den Natur-, Kultur- und Weinerlebnispfad verantwortlich.
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Der Pfad ist als Rundweg konzipiert, man kann aber an jeder der 19 Stationen einsteigen. Denn durch Infotafeln an drei Basisstationen sowie durch die restlichen QR-Codes können letztlich alle Informationen erschlossen werden. Der Weg ist auch für Familien mit Kinderwagen geeignet, da er über vorhandene Wirtschaftswege führt. Er integriert zudem drei Aussichtspunkte – unter anderem mit neuen Sitzgelegenheiten.
Vom Waldrand am Benning kann man bis hinüber zum Stromberg und in das Neckartal blicken. Hier hat der Bauhof zusammen mit dem Stadtforst zwei neue bananenförmige Bänke aufgestellt. Auf halber Strecke wurde in einer Wegkurve zudem ein Naturkino mit hintereinander angeordneten Sitzbänken konzipiert. „Hier schaut man in die Natur ganz nach dem Motto ‚Sitzen, Sehen, Staunen’“, sagte Claus-Peter Hutter, Präsident der Umweltstiftung Nature-Life und Initiator des neuen Erlebnispfades. Er bezeichnet den Pfad als „Lernort im Freien“. Als einen lehrenden und lernenden Pfad, der auch niemals ganz fertig sei. Insgesamt werde an den Stationen Wissen zu hunderten von Pflanzen- und Tierarten und deren Lebensräumen in Bild und Wort und teilweise mit Filmsequenzen weitergegeben, teilte er bei der Eröffnung den geladenen Gästen mit – unter ihnen Landrat a.D. Reiner Haas, einige Regionalräte, Stadträte sowie Förderer des Projekts. „Sie treffen damit genau ins Herz der Landschaftsregion“, lobte Thomas Bopp, Präsident des Verbands Region Stuttgart, und fügte an: „Wir haben in der Region Stuttgart einen Schatz, der zu wenig gewürdigt wird. Das sieht man ja hier.“ Das Projekt habe für ihn vor allem den Charme, dass „wir mit digitalen Mitteln den Leuten die Möglichkeit geben, mal hinter den Weg zu schauen. Hier gibt es viele Tiere, die man gar nicht kennt.“ Er betonte auch, dass der Lehrpfad ein wichtiger und weiterer Baustein zum Konzept „Landschaftspark Region Stuttgart“ sei. „Das sind einzelne Perlen, die zu einer langen Perlenkette zusammenwachsen.“ Insgesamt vergibt der Verband Region Stuttgart jedes Jahr rund 1,5 Millionen Euro an verschiedene Projekte.
Angesprochen werden sollen mit dem Erlebnispfad auch Lehrer und Erzieher. Denn mit einem speziellen QR-Code auf den Übersichtstafeln sind Arbeitsbögen für die Umweltbildung als kostenlose Downloads abrufbar. Insgesamt gibt es 20 Bögen – zum Teil mit Tieren zum Ausmalen für die Kleinsten, aber auch mit Bestimmungsübungen für die Älteren. Die fünf Ws stehen im Übrigen für die Worte Wald, Weinberge, Wiesen, Wasser, Wirtschaft. Alles Dinge, die die Naturlandschaft in diesem Gebiet ausmachen – nicht zu vergessen dabei die Wasserbüffel, auch wenn sie in der Aufzählung nicht vorkommen. Denn sie zählen für viele Familien sicher zu den Highlights der Tour.