Neuer Schulleiter in Ditzingen Felix Stadtfeld steht nun an der Spitze des Gymnasiums

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Felix Stadtfeld ist der neue Schulleiter des Gymnasiums in der Glemsaue. Er folgt Wolfgang Zakrzewski nach, der in den Ruhestand gegangen ist. 

Felix Stadtfeld steht nun an der Spitze des einzigen Gymnasiums der Großen Kreisstadt. Foto: factum/Granville
Felix Stadtfeld steht nun an der Spitze des einzigen Gymnasiums der Großen Kreisstadt. Foto: factum/Granville

Ditzingen - Als Felix Stadtfeld vorsichtig gefragt wird, ob er sich für eines von mehreren Fotomotiven einmal auf die Treppe im Schulhaus setzen mag, sagt der neue Schulleiter des Ditzinger Gymnasiums in der Glemsaue sofort zu und nimmt auf einer Stufe Platz.

Zögerlich ist Felix Stadtfeld nicht, auch nicht in seinen Antworten, ganz gleich um welches Thema es geht. Stadtfeld tritt die Nachfolge an von Wolfgang Zakrzewski, der in den Ruhestand gegangen ist. Gewiss, der 44-Jährige gehört einer anderen Generation an als sein Vorgänger. Aber die beiden eint weit mehr als der hohe Stirnansatz. Etwa, dass sie Schule nicht nur als Lernort, sondern auch als Lebensraum begreifen. „Schule ist ein Ort der Begegnung“, sagt Stadtfeld. Einig sind sie sich auch darin, dass es als Schulleiter hilfreich ist zu wissen, von was man spricht: Stadtfeld ist Vater von vier Kindern.

Kinder seien jeden Tag, jeden Monat, jedes Jahr anders. Darauf müsse ein Lehrer reagieren. „Das Kind steht im Zentrum“, sagt der Schulleiter, „die Elternerwartungen stehen auf einem anderen Blatt“. Im Zweifelsfall will er deshalb das deutliche Gespräch mit den Eltern nicht scheuen, wenn zum Beispiel – nach dem Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung – die Eltern sich voreilig für das Gymnasium entschieden haben. Stadtfeld schätzt deshalb die räumliche Nähe zur Realschule: „Wir können anbieten, was das Kind braucht.“ Nicht unerheblich ist für ihn, dass ein Kind auch nach einem Wechsel das Schulzentrum immer noch zur selben Tür betreten kann.

Ansprüche sind klar formuliert

So sehr Stadtfeld Schule vom Kind her denkt, so deutlich formuliert er auch den Leistungsanspruch, der mit dem achtjährigen Gymnasium verbunden ist. „Wir haben ein klares, gymnasiales Profil.“ Und so klar er die Ansprüche an die Schüler formuliert, so deutlich spricht er auch über seine Schule: „Es ist sehr wichtig, dass man weiß, was man gut kann und was man will“, sagt der Pädagoge, der zuletzt am Friedrich-Schiller-Gymnasium in Marbach unterrichtet hat. „Aus diesem Selbstbewusstsein heraus, aus dieser Position der Stärke, kann man sich entwickeln.“ Auch wenn er ein gut bestelltes Feld übernommen habe, hält er etwa den Bereich der Bildungspartnerschaften für ausbaufähig. Ebenso gelte es den Austausch mit dem englischsprachigen Ausland zu entwickeln und das bilinguale Profil von unten herauf aufzubauen.

Stadtfeld hat Biologie, Französisch und Philosophie studiert. Seit 2007 hat er in Marbach unterrichtet, unter anderem Ethik. Dafür war er Fachberater am Regierungspräsidium Stuttgart. Als im Rahmen des Bildungsplans im Land heftig über sexuelle Vielfalt diskutiert wurde, äußerte er sich öffentlich dazu. Aber, so beteuert er, das sei natürlich bei Weitem nicht das einzige Thema, das ihn interessiere. Er sagt das ruhig und unaufgeregt – und ist gleich wieder bei den Schülern, dem Lehrerkollegium und der Stadt, in der er nun wirkt.

Bei den Schülern und Lehrern sei ihm eine „starke Identifikation mit der Schule“ aufgefallen, berichtet er von ersten Eindrücken von der Gemeinschaft an der Schule. Diese ist mit knapp 700 Schülern deutlich kleiner als seine vormalige Wirkungsstätte. Das Gymnasium in der Glemsaue habe eine Größe, wo man Gemeinschaft noch fördern könne, ist er überzeugt. Das engagierte Lehrerkollegium leiste dazu freilich einen maßgeblichen Beitrag.

Starke Identifikation der Schulgemeinschaft mit der Schule

Die ersten Eindrücke sammelte Stadtfeld, als er einige Zeit, ehe sein Vorgänger Wolfgang Zakrzewski verabschiedet wurde, bei ihm zu Gast bei am Gymnasium war. Selbstverständlich war dann fast schon, dass er auch zu dessen Verabschiedung gekommen ist – um sich zugleich der Schulgemeinschaft vorzustellen.