Neues aus der Wilhelma Blütenzauber im Maurischen Garten

Die Magnolien der Wilhelma entfalten eine wahre Farbenpracht. Foto: Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann

Magnolien gehören zu den ältesten Blütenpflanzen der Welt. Bereits König Wilhelm I. von Württemberg ließ 1850 die ersten Bäume in seine Parkanlage am Neckar pflanzen.

Im Maurischen Garten der Wilhelma erwartet die Besucherinnen und Besucher wieder ein Meer aus herrlichen Blüten. Die Magnolien entfalten eine wahre Farbenpracht. Die Vielfalt aus 27 Arten und Sorten sorgt für feine farbliche Abstufungen von reinem Weiß über zartes Rosa bis hin zu kräftigem Pink. Die allerersten Blütenknospen öffneten sich an vereinzelten Magnolienbäumen aufgrund der sehr milden Witterung bereits Ende Februar. Seit Mitte März zeigt sich der Großteil der Magnolien von ihrer besten Seite, rund zwei bis drei Wochen früher als sonst.

 

Frühe Blüte birgt Risiken

Die frühe Blüte bringt allerdings Risiken mit sich. „Wir hoffen, dass es nicht wieder einen Wintereinbruch gibt“, sagt Clemens Hartmann, Baumexperte des Fachbereichs Parkpflege der Wilhelma. Denn nur ein einziger starker Nachtfrost könne den Blühzauber zunichtemachen. Bislang sieht es aber nicht danach aus – wenn alles gut geht, bleibt das Blütenmeer noch bis zu den Osterfeiertagen erhalten.

Neben den Tulpenmagnolien, welche den Maurischen Garten prägen, sind auch die Sternmagnolien und die deutlich später blühenden Immergrünen Magnolien an den Subtropenterrassen mit ihren weißen Blüten wahre Hingucker. Aus der Reihe tanzt außerdem der riesige Gurkenmagnolienbaum, der sich auf der Rasenfläche vor dem Aquarium befindet. Seine Blüten öffnen sich erst im weiteren Verlauf des Frühlings, wenn die Blätter bereits ausgetrieben sind.

Bäume sind mehr als 170 Jahre alt

Die Geschichte der Magnolien am Neckar geht auf die Ära von König Wilhelm I. von Württemberg zurück. 1850 ließ er die ersten Bäume in seine Parkanlagen bringen. Neun der insgesamt 95 Magnolien der Wilhelma stammen noch aus dieser Zeit. Gerade bei den mehr als 170 Jahre alten Bäumen aus königlicher Zeit handelt es sich nicht nur um beeindruckende Pflanzen, sondern um Schätze der Kulturgeschichte. Die Wilhelma appelliert daher an alle Besuchenden, Rücksicht auf die Magnolien zu nehmen und keinesfalls auf sie zu klettern oder Pflanzenteile abzupflücken.

Magnolien gehören zu den ältesten Blütenpflanzen der Welt – und gelten daher als „lebendes Fossil“. Sie existierten schon vor 100 Millionen Jahren, als noch die Dinosaurier die Erde beherrschten. Der Einfluss des Menschen hat dazu geführt, dass heute mehr als die Hälfte der weltweit insgesamt 335 Magnolienarten gefährdet sind. So auch im Bergregenwald von Ecuador. Dort drohten einige Arten aufgrund von Lebensraumzerstörung zu verschwinden.

Wilhelma engagiert sich in Ecuador

Mit Unterstützung der Wilhelma gelang es der Organisation Jocotoco, den Bestand durch den Ankauf von Regenwaldflächen und durch die Nachpflanzung junger, aus Samen angezogener Bäume, zu sichern. „Viele kennen Magnolien nur als ein prachtvolles Gewächs in Parks und Gärten“, erklärt Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin das Engagement in Südamerika. „Wir sehen es als unsere Aufgabe, über ihre Gefährdung in ihren Herkunftsländern aufzuklären – und sind stolz darauf, dass wir bereits zur Rettung einiger Arten in Ecuador beigetragen haben.“

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