Neues Betriebssystem Windows 8 startet in wenigen Sekunden

Windows wurde von Grund auf neu gestaltet, sagt Windows-Chef Steven Sinofsky. Windows 8 wird ab 2012 erhältlich sein.  Foto: dpa
"Windows wurde von Grund auf neu gestaltet", sagt Windows-Chef Steven Sinofsky. Windows 8 wird ab 2012 erhältlich sein. Foto: dpa

Schneller, besser, hübscher: Windows 8 hat einiges zu bieten: Es startet blitzschnell. Außerdem ging es dem Start-Button an den Kragen.  

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Stuttgart - "Schockierend anders" fühle sich das neue Windows an, lautete einer der Expertenkommentare, nachdem Microsoft erstmals tieferen Einblick in sein nächstes Betriebssystem gegeben hatte. Tatsächlich lässt die öffentlich zugängliche Vorabversion von Windows 8 schon jetzt erahnen, dass man sich von einigen Konstanten der Windows-Welt wird verabschieden müssen.

"Windows wurde von Grund auf neu gestaltet", sagte Windows-Chef Steven Sinofsky den versammelten Softwareentwicklern, fügte aber hinzu, dass man trotzdem "das Beste von Windows 7 behalten" wolle. Rund 450 Millionen Mal hat sich das aktuelle Betriebssystem bisher verkauft. Kein Wunder, dass Microsoft die Sorge vor allzu revolutionären Neuerungen zerstreuen will. Schließlich müssen sich die Anwender bei jedem Wechsel umgewöhnen.

PCs mit Touchscreen sind die Zukunft

Doch Microsoft steht vor der Herausforderung, sich in einer dramatisch veränderten Computerwelt behaupten zu müssen. Zwei von drei PCs sind heute mobil. "Die Nutzer", stellt Sinofsky fest, "erwarten heute Geräte, die man benutzen kann, während man sich bewegt." Man setze weiter auf berührungsempfindliche Bildschirme, sogenannte Touchscreens. Sinofsky prognostiziert, dass diese sich bald auch bei Desktop-Computern durchsetzen werden.

Windows 8 setzt deshalb auf eine Benutzeroberfläche, die sich mit den Fingern, einem Eingabestift oder mit Maus und Tastatur bedienen lässt. Basis ist das Metrodesign, das unter anderem bereits beim Handybetriebssystem Windows Phone, bei der Spielkonsole Xbox 360 und dem Media Center zum Einsatz kommt.

Der Startbildschirm besteht aus neben- und untereinander angeordneten, vom Nutzer beliebig verschiebbaren bunten Kacheln. Dahinter verbergen sich, übersichtlich in Kategorien unterteilt, Anwendungen und Programme. Diese werden über einen eigenen Windows App-Store erhältlich sein, ein Vertriebskonzept, das sich Microsoft von der Smartphonewelt abgeschaut hat.

Wie man anhand der Vorabversion bereits gut erkennen kann, soll das Betriebssystem möglichst in den Hintergrund treten. Es poppen keine Systemhinweise mehr auf, stattdessen liegen die E-Mails griffbereit auf dem Desktop. Das kam bei vielen Kommentatoren im Web gut an.

Windows-Nutzer müssen sich vom Start-Menü verabschieden

Mit der Neugestaltung gehen für eingefleischte Windows-Nutzer teils schwer verdauliche Änderungen einher. So fällt das Start-Menü weg. Dringend notwendig war eine Überarbeitung des nicht mehr zeitgemäßen Windows-Explorers, der nun über die von Office bekannten Funktionsleisten verfügt.

Die von den meisten Nutzern am häufigsten genutzten Funktionen wie das Kopieren und Verschieben von Dateien und Ordnern sind dadurch leichter erreichbar. Zudem lässt sich der Explorer den persönlichen Wünschen anpassen.

Windows 8 startet in wenigen Sekunden

Glücklicherweise wurde eine der lästigsten Windows-Macken beseitigt: Statt quälend langsam hochzufahren, startet das Betriebssystem nun in wenigen Sekunden. Schließlich bringt in Zeiten von iPhone und iPad niemand mehr die Geduld auf, minutenlang zu warten, bis er auf seine E-Mails zugreifen kann.

Weitere Änderungen unter der Windows-Haube zielen darauf ab, Windows vielseitiger zu machen. Es soll sowohl aus schwächeren mobilen Plattformen als auch aus teuren High-End-PCs das jeweils Beste herausholen. Dieser Ansatz steht in direktem Zusammenhang mit einer weiteren Innovation, einer neuen Generation rechnerübergreifend einsetzbarer Apps.

Sie lassen sich über das Internet automatisch synchronisieren und aktualisieren und stehen auf jedem Windows-8-Gerät zur Verfügung, an dem der Nutzer sich mit seiner Windows-Live-Kennung anmeldet. Ziel ist offenkundig eine direkte Verknüpfung von Windows und Microsofts Cloud-Computing-Diensten - unabhängig von der verwendeten Hardware.

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