Neues Halbleiter-Testzentrum Bosch investiert 350 Millionen Euro in Malaysia

Ein Bosch-Mitarbeiter im neuen Testzentrum in Penang Foto: Bosch

Gefertigt in Dresden, geprüft in Penang: Der Stuttgarter Konzern schickt seine Chips auf Weltreise. Bosch-Chef Stefan Hartung spricht von einem Geschäft mit strategisch hoher Relevanz.

Automobilwirtschaft/Maschinenbau: Matthias Schmidt (mas)

Bosch hat in Penang in Malaysia ein neues Testzentrum für Chips und Sensoren eröffnet. Der Technologiekonzern mit Sitz auf der Gerlinger Schillerhöhe investiert 65 Millionen Euro in die Anlage. Weitere 285 Millionen Euro sollen bis Mitte der 30er-Jahre in den Standort fließen, der nun mit 4200 Beschäftigten der größte Bosch-Stützpunkt in Südostasien ist.

 

Die 18 000 Quadratmeter umfassende Testanlage in Penang ist Teil einer weltumspannenden Halbleiterfertigung. Unter anderem werden dort Chips getestet, die das Unternehmen in Dresden fabriziert. Bisher findet die Endprüfung der Bosch-Halbleiter großteils in Reutlingen, Suzhou (China) und Hatvan (Ungarn) statt. In der Endausbaustufe sollen 400 Arbeitsplätze im Testzentrum entstehen.

Die zusätzlichen Kapazitäten wurden geschaffen, „um der weiterhin hohen Nachfrage nach Chips und Sensoren gerecht zu werden“, sagt Stefan Hartung, der Vorsitzende der Bosch-Geschäftsführung. Halbleiter seien „ein entscheidender Erfolgsfaktor für alle Geschäftsfelder von Bosch“, so Hartung, der Ausbau des Geschäfts sei „von strategisch hoher Relevanz“.

Auch in Deutschland und in den USA wird investiert

Die Wachstumspläne sind international ausgerichtet. In Reutlingen und Dresden, den deutschen Standorten für die Chipfertigung, investiert Bosch in den kommenden drei Jahren drei Milliarden Euro in den Ausbau. Dabei sind auch Subventionen aus dem europäischen Förderprogramm IPCEI eingeplant. In den USA will das Stiftungsunternehmen noch in diesem Jahr Teile des Geschäfts von TSI Semiconductors übernehmen. Die Fabrik in Roseville/Kalifornien wird dann auf die Fertigung von Siliziumkarbid-Halbleitern umgestellt, mit denen sich Effizienzgewinne in Elektroautos realisieren lassen. Dafür sind 1,4 Milliarden Euro vorgesehen.

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