Neues in den Stadtteilen Teil 1 Wichtige Weichenstellungen 2010

Von und Frederike Poggel 

Welche Projekte stehen im Jahr 2010 an, womit befassen sich die Bezirksvorsteher? Ein Überblick für den Stuttgarter Norden.

Im Stadtteil Bad Cannstatt soll in diesem Jahr das Mineralbad saniert und damit für Monate geschlossen werden. Foto: Steinert
Im Stadtteil Bad Cannstatt soll in diesem Jahr das Mineralbad saniert und damit für Monate geschlossen werden. Foto: Steinert
Stuttgart - Welche Projekte stehen im Jahr 2010 an, mit welchen Herausforderungen befassen sich die Bezirksvorsteher? Wir geben einen Überblick über die elf nördlichen Bezirke.

Bad Cannstatt
In Bad Cannstatt wird 2010 mit der dringend notwendigen Sanierung des Alten Rathauses begonnen - falls nicht noch etwas dazwischenkommt. Außerdem wird das Mineralbad saniert und für Monate geschlossen sein. Gespannt darf man sein, wie sich der Neckarpark entwickelt, vor allem die Projekte auf dem ehemaligen Güterbahnhofareal. Der Veranstaltungskalender in Bad Cannstatt ist auch 2010 so voll wie in kaum einem anderen Stadtbezirk, auch wegen der vielen Veranstaltungen auf dem Neckarpark-Gelände mit Frühlings- und Volksfest, Stuttgarter-Zeitungs-Lauf und vielem anderen mehr. Ein Höhepunkt wird die Straßenfasnet im Februar sein.

Feuerbach


In Feuerbach will Bezirksvorsteherin Andrea Klöber im Frühjahr ein Zukunftsforum mit möglichst großer Beteiligung der Feuerbacher starten. Darin können die Einwohner die Zukunft ihres Stadtbezirks selbst mitgestalten. Wichtige Themen werden zum Beispiel die Entwicklung des Schoch-Areals sein und auch die neuen Wohngebiete, etwa auf dem ehemaligen Krankenhausgelände, wo allein mehr als 160 Wohneinheiten entstehen. Weitere Baustellen werden sein: der Abriss der Volksbank und die neue Bebauung des Areals; die Neuordnung des Kiefer-Areals an der Heilbronner Straße und der weitere Ausbau derselben sowie die Sanierung der Bismarckschule. Am 19. Juli können die Feuerbach mit OB Wolfgang Schuster bei der Bürgerversammlung diskutieren.

Mühlhausen


Noch im Januar will der Stuttgarter Gemeinderat wohl endgültig über das große Streitthema im Stadtbezirk Mühlhausen 2009 entscheiden: über das geplante Wohngebiet Schafhaus am Nordrand des Stadtteils Mühlhausen. Der Bezirksbeirat lehnt die bisherigen Pläne wegen der nicht gelösten Verkehrsprobleme ab. Ein weiteres Neubaugebiet ist die "Mittlere Wohlfahrt" im Stadtteil Hofen. Dafür erwartet Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler noch im Frühjahr den Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan. Ebenfalls im Frühjahr soll der Neckarsteg zwischen Hofen und Mühlhausen fertiggestellt werden. Die Einweihung ist für 11. Juli geplant. Das Projekt Soziale Stadt Neugereut läuft 2010 ebenso weiter wie das EU-Projekt Mandie zur Förderung der lokalen Wirtschaftsstruktur. Schon bald soll über ein neues Logo für den Stadtbezirk entschieden werden.

Münster


In Münster wird Ende Januar die erste Ausgabe des monatlichen Mitteilungsblattes "Münsterblick" erscheinen. Außerdem wird im Frühjahr 2010 der Erweiterungsbau der Elise-von-König-Schule seiner Bestimmung übergeben. Im Sommer schließlich feiert die Fußballabteilung der TSVgg Stuttgart-Münster 100-jähriges Bestehen.

S-Mitte


Acht Teilquartiere des Stadtbezirks (namentlich das Europa-, das Kerner-, Bohnen- und Leonhards-, das Stitzenburg-, das Heusteig- sowie das Gerber- und das Hospitalviertel) sollen besser erreichbar gemacht werden. Dies soll unter Einbeziehung der Initiativen vor Ort passieren. Außerdem steht auf der Agenda, Stadt und Land ein Nutzungskonzept für den Schlossplatz abzuringen, um ihn vor dem Veranstaltungsrummel zu schützen. Zudem soll es mehr Treffpunkte für Jugendliche geben, an denen sie Kicken, Skaten oder Mountainbiken können. Gemeinsam mit dem Jugendrat werden Vorschläge erarbeitet. Konkret soll das Mehrgenerationenwohnen im Leonhardsviertel angegangen werden, und zwar dort, wo heute das Züblinparkhaus steht: "Mit Ablauf des Erbbauvertrages Ende 2011 ist diese Chance da und muss auch ergriffen werden", sagt Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle. Ihr ist übrigens auch das Federvieh ein Anliegen: In den kommenden fünf Jahren sollen möglichst zehn Taubentürme errichtet werden.

S-Nord


Die Bebauung des alten Messegeländes auf dem Killesberg mit seinen unterschiedlichen Bestandteilen vom Stadtteilzentrum bis hin zur "Grünen Fuge" bleibt auch 2010 das wichtigste und größte Projekt für den Stadtbezirk Stuttgart-Nord. Einen weiteren Schwerpunkt wird in diesem Jahr das Thema Schulentwicklung bilden. Die Neckar-Realschule soll wie berichtet zum Schulzentrum Heilbronner Straße verlegt werden, neben den Wagenhallen ist der Neubau des beruflichen Schulzentrums für Gesundheit und Pflege sowie Ernährung und Sozialwesen geplant. Außerdem werden die Rosenstein- und die Mühlbachhof-Schule erweitert. Ein großes Ziel für Bezirksvorsteherin Andrea Krueger ist die Gründung eines Handels- und Gewerbevereins für den Norden. Erste Gespräche wurden bereits geführt.

S-Ost


Im Stuttgarter Osten hat sich der neue Bezirksvorsteher Martin Körner einiges vorgenommen. Er will die Ostendstraße schöner und einkaufsfreundlicher machen, die Gablenberger Hauptstraße als Einkaufsstraße aufwerten und im Stadtteil Gaisburg wieder einen Runden Tisch starten. Er fordert mehr Schulsozialarbeit an allen Schulen im Stadtbezirk und will das Betreuungs- und Bildungsangebot insgesamt weiter verbessern. Ein Ziel ist, dass das Schulzentrum Ostheim seine neue Turnhalle bekommt. Im Stadtteil Berg werden auch 2010 der Verkehr, die Mineralbäder sowie die Villa Berg und der zugehörige Park die Themen sein. Körners Ziel ist, in diesem Jahr die politische Entscheidung für eine Rekultivierung des Parks nach dem Auszug des SWR aus seinen Studios zu erreichen.

Stammheim


Die Stammheimer Bezirksvorsteherin Tina Hülle hat auf ihrer Prioritätenliste für 2010 die Erhöhung der Lärmschutzwand zum Schutz des Wohngebiets Sieben Morgen vor dem Lärm des Containerbahnhofs in Kornwestheim ganz oben stehen. Auch die Anbindung der Justizvollzugsanstalt an die B27 wäre für Stammheim wichtig. Für den Einzelhandel ist überlebenswichtig, dass Ersatz für die 55 Parkplätze geschaffen wird, die in der Freihofstraße durch den Neubau der Stadtbahnlinie U15 wegfallen. Überhaupt wird der Stadtbahnbau den Bezirk auch 2010 prägen. Dauerthema ist dabei die Neugestaltung der Ortsmitte.

Untertürkheim


Der Untertürkheimer Bezirksvorsteher Klaus Eggert hat ebenfalls eine ganze Reihe von Projekten, die von den Finanzen abhängen. Im Stadtbezirk gibt es etwa den Wunsch nach einem Familienzentrum zur Beratung von Familien mit Migrations- oder Armutsproblematik. Notwendig sind eine Erweiterung des Lindenschulzentrums und eine Sanierung der Luginslandschule. Außerdem soll im Wohngebiet Untere Wallmer ein Spielplatz entstehen.

Weilimdorf


Auch Weilimdorf leidet unter den Sparzwängen. Erhoffte Kreisverkehre, zum Beispiel am Löwen-Markt, werden vorerst nicht gebaut. Voran geht es dafür mit den Neubauplänen an der Matthäus- und Oppenheimer Straße, wo neue Wohnungen entstehen sollen. Das Projekt Soziale Stadt Giebel geht auch 2010 weiter, auch am "Forum Weilimdorf" wird weiter gearbeitet. Für 2010 ist geplant, einen Verein zu gründen, der sich ganz den Planungen für das Stadtbezirkszentrum widmen soll. Noch im Januar ist ein weiterer Arbeitskreis zur Umgestaltung des Löwen-Marktes geplant. Die Pläne sollen anschließend im Bezirksbeirat vorgestellt werden. Im Februar startet die "Fahrradoffensive Weilimdorf".

Zuffenhausen


Zuffenhausen ist auch 2010 engstens mit Porsche verbunden. So soll noch im Januar das Richtfest für das neue Lackierwerk gefeiert werden, das von Bezirksvorsteher Gerhard Hanus als Standort- und Arbeitsplatzsicherung eingestuft wird. Der Bau der U15 wird den Stadtbezirk auch in diesem Jahr weiter belasten. Aber ein Ende ist in Sicht: Bis spätestens im Herbst soll die Oberflächengestaltung der Unterländer Straße abgeschlossen sein. Im Stadtteil Rot läuft das Projekt "Soziale Stadt" weiter.




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