Neues Programm in Korntal-Münchingen Diese Kulturveranstaltungen sollte man unbedingt besuchen

Der Cordhut und das rot-weiß-karierte Hemd sind seine Markenzeichen: Erwin Pelzig kommt nach Korntal-Münchingen. Foto: imago/Rene Traut

Komödien, Kabarett, Konzerte – und natürlich ernstes Schauspiel und solches für Kinder: Das Kulturprogramm für die kommende Saison in Korntal-Münchingen steht. Die Kulturreferentin verrät außerdem ihre Lieblingsprogrammpunkte.

Leonberg: Stefanie Köhler (koe)

Die Kulturreferentin der Stadt blickt entspannt auf die kommende Kultursaison: Das neue Programm beginnt ab Oktober mit aktuell 19 Veranstaltungen – weitere sind geplant. Der Zuschuss von 36 000 Euro ist durch den Sozialausschuss genehmigt, und die Besucherzahl ist mit insgesamt 5233 im vergangenen Jahr wieder so hoch, wie sie vor der Coronapandemie war. Auch hat sich die Zahl der Abonnements „enorm gesteigert“, auf zurzeit rund 360. Das Publikum habe die Veranstaltungen wieder sehr gut angenommen, berichtet Melanie Thamm-Beck. „Die Lage hat sich bei uns richtig gut stabilisiert.“

 

Die Kulturreferentin macht dafür nicht nur das Programm an sich in der Korntaler Stadthalle und im Münchinger Widdumhof verantwortlich, sondern auch die „große Bindung“ der Leute: So seien die Menschen der Kultur in der Stadt auch während der Coronapandemie treugeblieben. Das Kulturprogramm habe für die Bürgerinnen und Bürger einen hohen Stellenwert, stellt Melanie Thamm-Beck fest. Anstatt einem „Eventcharakter“ biete es verlässlich, über ein Kulturjahr verteilt, Veranstaltungen aus unterschiedlichen Genres.

Was man unbedingt sehen sollte

Die Menschen sind weniger risikofreudig als früher. Sie würden bevorzugt das anschauen, was sie kennen, meint Thamm-Beck. Deshalb setzt sie in der anstehenden Saison erneut auf etliche bewährte, populäre Künstlerinnen und Künstler beziehungsweise Stücke. „Ich will einer möglichst breiten Bevölkerungsgruppe Kultur anbieten“, sagt sie. So gibt es neben der gesellschaftskritischen Komödie „Weiße Turnschuhe“ mit Jochen Busse in der Hauptrolle den Molière-Klassiker „Der Geizige“ zu sehen. Und der Kabarettist Heinrich del Core steht ebenso auf der Bühne wie der SWR-3-Komiker und Stimmenimitator Andreas Müller.

In dem Zusammenhang verrät die Kulturreferentin ihre Lieblingsprogrammpunkte, drei Veranstaltungen, die man ihrer Meinung nach nicht verpassen sollte: Die Blues Brothers mit ihrem „Roadtrip through the länd“ am 10. Mai 2025 in der Stadthalle, weil das Musical mit Liveband der Württembergischen Landesbühne Esslingen eine „unglaubliche Produktion“ sei, „toll inszeniert und besser als der Film“, findet Melanie Thamm-Beck – der Kartenvorverkauf beginnt im Juni. Sie empfiehlt außerdem den Auftritt des Kabarettisten Frank-Markus Barwasser, der die Figur des Erwin Pelzig sowohl erfunden hat als auch spielt. „Der wunde Punkt“ heißt das Programm, mit dem Frank-Markus Barwasser am 10. Oktober in der Stadthalle gastiert. Als einer der wenigen mache er (noch) politisches Kabarett, so Thamm-Beck. Stolz sei sie darauf, dass Astrid Fünderich die Bühne betritt. Zum ersten Mal trete die in Korntal-Münchingen lebende Schauspielerin mit ihrem Kollegen Mike Zaka Sommerfeldt aus der Krimiserie „Soko Stuttgart“ in der Stadthalle auf. Melanie Thamm-Beck sagt, es sei reizvoll, Astrid Fünderich, die sonst in die Rolle der Kriminalhauptkommissarin Martina Seiffert schlüpft, von einer anderen Seite kennenzulernen, wenn sie anlässlich 125 Jahre Erich Kästner liest – am 14. November.

Schulen sind zögerlich

Überhaupt, die zahlreiche Korntal-Münchinger Prominenz aus der Kulturszene. Die zeigt sich in der neuen Saison geballt: Am 20. Oktober gibt die Flötistin Gaby Pas- Van Riet mit dem Arcata Kammerorchester ein Konzert, am 17. Januar kommt der Kabarettist Stefan Waghubinger, im Februar zeigt Adelheid Kreisz die Kunstform Schattentheater. Sie sei froh um das kulturelle Umfeld und dessen Identifikation mit der Stadt, sagt Melanie Thamm-Beck.

Dagegen bereitet ihr die Zurückhaltung der Schulen etwas Sorgen. Zwar würden seit dem Ende der Pandemie Kindergärten – für sie gibt es Kindertheater-Aufführungen – und Grundschulklassen wieder kommen. So treffen sich erstmals alle dritten und vierten Klassen der Teichwiesen- und Flattichschule in der Stadthalle, um sich „Robin Hood“ anzuschauen. Doch insgesamt seien die Schulen, allen voran die weiterführenden, zögerlich, bedauert sie. Angesichts vollgestopfter Lehr- und damit Stundenpläne hätten sie kaum Kapazitäten für Aktivitäten wie Theaterbesuche. Aufführungen würden für Schulen allenfalls relevant, wenn sie im Lehrplan auftauchen. Melanie Thamm-Beck will dennoch weiter für die Kultur werben, zumal Kinder die Kundschaft von morgen sind. „Ich gebe nicht auf“, sagt die Kulturreferentin und lacht. Als nächstes erhalten Schulen die Einladung zu Molières „Geizigem“.

Honorarforderungen „enorm“ gestiegen

Nachdem Melanie Thamm-Beck voriges Jahr die Eintrittspreise leicht erhöht hat, bleiben sie erst mal, wie sie sind. Trotz laut der Kulturexpertin „enorm“ gestiegener Honorarforderungen bei gleichzeitig weniger Anbietern von Theaterproduktionen, weil einige die Coronakrise nicht überlebt hätten. Früher hatte sie die große Auswahl, sagt Thamm-Beck. Mittlerweile müsse sie wegen der hohen Kosten immer wieder auf Produktionen verzichten – oder querfinanzieren, wenn sie ein eigentlich zu teures Stück unbedingt haben will.

Das neue Programm präsentiert Melanie Thamm-Beck beim Theater-Info-Abend am Mittwoch, 15. Mai, um 20 Uhr in der Stadthalle Korntal. Unter dem Titel „Geben Sie Acht!“ bietet außerdem Konstantin Schmidt, preisgekrönter Kabarettist, Pianist und Sänger, ein laut der Ankündigung handverlesenes Potpourri der deutschsprachigen Lied- und Reimliteratur. Der Eintritt ist frei. Wer kommt, möge aber eine Karte telefonisch unter: 07 11 / 83 67 25 10 bestellen. Mehr Infos: www.stadthalle-korntal.de.

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