Klein, aber fein: Im Pinto Mama im Stuttgarter Westen erwartet den Gast eine ziemlich authentische thailändische Küche. Ein bisschen Schärfe sollte man mögen, findet unsere Restauranttesterin, die vor allem von den Soßen schwärmt.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Thea Bracht (tab)

Pinto Mama – klingt das nicht eher nach Trattoria als nach Thaiküche? Für Anekphong Khamphaeng bedeutet Pinto ein Stück Kindheit, denn das ist die Lunchbox, die ihm seine Mutter immer in die Schule mitgab, als die Familie noch in Thailand lebte. Einige dieser hübschen Behälter stehen in dem kleinen Lokal, das der heute 30-Jährige vor einiger Zeit von seiner Schwiegermutter übernommen hat. Er kümmert sich um die Gäste, seine Mutter (54), die früher im Kwan Kao in der Urbanstraße gekocht hat, arbeitet in der Küche. „Mutti, koch scharf“, hat er sie gebeten. „Wenn unsere Gäste schon thailändisch essen gehen, dann auch original.“

Der Einstieg ist eine Geschmacksexplosion

Ein beliebter Einstieg sei die Nummer 11, Miang Kam (7,50 Euro), sagt er, eine Art thailändisches Fingerfood. Wer in das gefüllte grüne thailändische Pfefferblatt beißt, erlebt eine kleine Geschmacksexplosion: die leichte Bitternote des Blattes, die nussigen Aromen von Kokos und Erdnuss, das salzige Aroma der getrockneten Shrimps, die Säure der Limetten und die Süße der Palmzuckersoße. Hartgesottene können dem Genusspäckchen auch Birds-Eye-Chili hinzufügen.

Bei den Soßen ist die Köchin unschlagbar

Luuk Schin Tood (7,50 Euro) heißt die zweite Vorspeise, die wir bestellen – das sind frittierte Fleischbällchen mit Chili-Tamarind-Soße. Die kleinen Bällchen finden wir etwas trocken, begeistert sind wir von der Soße. Wer regelmäßig im Pinto Mama isst, der merkt, dass die Köchin in einem kaum zu schlagen ist: in der Zubereitung von Soßen und Brühen. Eine Wucht ist ihre Chili-Knoblauchsoße zu gebratenen Venusmuscheln (Heu Pad Hora, 17,90 Euro). Sie hat ein feines Karamellaroma und zugleich eine Schärfe, die mit jedem Bissen stärker wird, bis beinahe die Tränen fließen.

Eine Suppe, passend zur Jahreszeit

Mit feiner nussiger Note und schön cremiger Konsistenz punktet das indisch-orientalisch angehauchte Massaman-Curry (ab 14,90 Euro), das wahlweise mit Schweinefleisch, Hähnchenkeule, Rindfleisch oder Tofu serviert wird. Ein wunderbarer Wärmespender. Passend zur Jahreszeit kann man auch Gerichte mit Kürbis wählen; zum Beispiel Gäng Liang Gung (17,90 Euro), eine pikante Suppe mit Garnelen, Gemüse, chinesischem Ingwer und Thai-Basilikum, in der der Kürbis eine schmackhafte Nebenrolle spielt.

Im nächsten Sommer stehen Tische draußen

Empfindliche Gaumen sind mit dem traditionellen Nudelgericht Pad Thai (ab 15,90 Euro) mit Tamarindensoße gut bedient. Das gibt es übrigens auch als Mittagstisch (ab 9,90 Euro), neben acht weiteren Gerichten. Nur ein bisschen Zeit sollte man mitbringen, manchmal dauert es etwas länger. Vom nächsten Frühjahr kann man übrigens auch draußen sitzen: Anekphong Khamphaeng hat die Genehmigung für vier Tische bekommen. In diesem Jahr hat es damit leider nicht mehr geklappt. Die Möbel wurden einfach nicht rechtzeitig geliefert.

Service

Pinto Mama,
Ludwigstraße 99, Stuttgart. Telefon 07 11/35 14 65 09 . Geöffnet Dienstag bis Freitag, 11.30 bis 15 und 17 bis 21.30 Uhr, Samstag, 17 bis 22 Uhr. www.pinto-mama.de

Bewertung

Küche: 4 Sterne

***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern