Neujahrskonzert in Leonberg Auftakt mit Aschenputtel und Dornröschen

Alexander  Adiarte Foto: factum/Granville
Alexander Adiarte Foto: factum/Granville

Einen schwungvollen Start ins Jahr hat das städtische Sinfonieorchester in der Stadthalle seinem Publikum mit dem Neujahrskonzert geschenkt.

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Leonberg - Das Dauergrau am Winterhimmel hat am Sonntag keine Chance gehabt gegen die gute Laune, die sich beim Neujahrskonzert des Sinfonieorchesters Leonberg unwillkürlich auf das Pub­likum in der ausverkauften Stadthalle übertragen hat. Wieder einmal haben die Instrumentalisten unter der Leitung von Alexander G. Adiarte bewiesen, dass sie bei spritzigen Walzerklängen aus der Feder der Strauß-Dynastie voll in ihrem Element sind. Das diesjährige Programm hat ihnen überdies reichlich Gelegenheit dafür gegeben, ihr Können in Sachen Klangfarbenkunst zu präsentieren. Melodien aus der Welt des Musiktheaters standen dieses Jahr im Mittelpunkt.

Blitzsauber und butterweich

Mit mächtigen Akkorden begann so die ­Ouvertüre zu „La Cenerentola“, der ­amüsanten musikalischen Adaption der Aschenputtel-Erzählung von Gioacchino Rossini. Nicht lange, und der neckende Schwung, der so viele Motive in den eingängigen Melodien in dieser Oper prägt, wagte sich keck hervor und brachte eine gute Portion italienische Sonne in den Leonberger Winter. Geheimnisvoll und auch ein bisschen unheimlich zeichnete das Orchester dann die Grundstimmung, mit welcher die Ouvertüre von Carl Maria von Webers „Der Freischütz“ beginnt. Blitzsauber und butterweich folgte der Einsatz der Hörner, die für ihr großartiges Spiel am Ende des Stücks einen Sonderapplaus ernteten – auch von den Kollegen. Bemerkenswert schön und friedvoll war das akustische Bild, welches das Orchester insgesamt gestaltete. Umso wirkungsvoller gerieten die dramatischen Momente, die das Leonberger Ensemble an späterer Stelle mit fein aus­tarierten Klangfarben zeichnete.

Gemächlich wiegend und heiter gab sich der „Du-und-Du-Walzer“ von Johann Strauß Sohn nach Motiven aus der Operette „Die Fledermaus“. Rasch folgten die ­Motive, bei denen sich unwillkürlich der Impuls zum Mitschunkeln einstellte, ehe dann schwelgende Walzerseligkeit sich Bahn brach. Hier war das Orchester voll und ganz in seinem Element – wie auch später, beim Walzer „An der schönen blauen Donau“, ebenfalls von Johann Strauß Sohn. Da konnte schon mal heimlich die Frage aufkommen, ob sich nicht vielleicht doch ein noch unentdeckter Seitenarm der Donau unter dem Engelberg entlangschlängelt?

Radetzky-Marsch als Zugabe

Fein gezeichnete Klangfarben waren das Thema in Peter Tschaikowskys Ballettsuite „Dornröschen“, die für das Sinfonieorchester zahlreiche Herausforderungen barg. Überzeugend charakterisierten sie jedoch gleichsam die Passagen, in denen die böse Fee Angst und Schrecken verbreitet oder die Fliederfee besänftigend einschreitet, wie auch die liebreizende Prinzessin und das überströmende Glück des Prinzenpaares. Nicht zu vergessen das Maunzen des Gestiefelten Katers und seiner Gefährtin, die beim Aufmarsch der Märchenfiguren zur Hochzeit nicht fehlen dürfen. Auch ihren musikalischen Auftritt gestaltete das Orchester mit Können und Humor.

Natürlich durften die Musiker nicht ohne Zugabe von der Bühne, und so gab es noch die schwungvolle Polka „Luftig und duftig“ von Eduard Strauß, die „Barcarole“ aus Jacques Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ – und selbstverständlich den Radetzky-Marsch, bei dem der gesamte Saal mitklatschte. Ovationen im Stehen gab’s außerdem. Und so liegt die Vermutung nahe, dass auch das Neujahrskonzert 2019 wieder im Nu ausverkauft sein wird.




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