ExklusivNew Fall Eine neues Festival für Stuttgart

Die Düsseldorfer Tonhalle diente bereits als ungewöhnlicher Rahmen für das New Fall.. Für den Festivalableger in Stuttgart hofft man auf ähnlich attraktive Spielstätten. Foto: Andreas Schiko
Die Düsseldorfer Tonhalle diente bereits als ungewöhnlicher Rahmen für das New Fall.. Für den Festivalableger in Stuttgart hofft man auf ähnlich attraktive Spielstätten. Foto: Andreas Schiko

Im Herbst 2016 findet erstmals das Düsseldorfer New Fall Festival auch in Stuttgart statt. Damit setzt sich eine positive Entwicklung fort: Nach eher durchwachsenen Jahren findet wieder mehr ambitionierter Pop in Stuttgart statt.

Wochenendbeilage : Ingmar Volkmann (ivo)

Stuttgart - Das neue Jahr beginnt mit einer guten Nachricht für die hiesige Popkultur: Im Herbst soll erstmals ein Ableger des Düsseldorfer New Fall Festivals in Stuttgart über die Bühne gehen. Wie die Stuttgarter Zeitung exklusiv erfahren hat, haben sich die Macher des Festivals Stuttgart ganz bewusst als zweites Standbein ausgesucht. „Die Stadt hat sich im Bereich Pop super entwickelt und wird langfristig zu einer Popmetropole“, sagt Hamed Shahi, Programmdirektor des New Fall Festivals. Mit der Etablierung des Stuttgart Festivals, der neuen Spielstätte Im Wizemann und den Aktivitäten der Agentur Chimperator habe Stuttgart weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinweg auf sich aufmerksam gemacht.

Als erste Band für Stuttgart steht bisher der Auftritt von Wilco in der Liederhalle am 30. Oktober fest. Um dieses Konzert herum sollen nun weitere Bands an weiteren Abenden in ungewöhnlicheren Spielstätten folgen. Das New-Fall-Team träumt vom Staatstheater oder dem ein oder anderen Museum als Konzertort. „Unsere Philosophie ist es, besondere Musik und besondere Räume zusammenzubringen“, so Shahi. Im Frühjahr soll das gesamte Line-Up des neuen Festivals feststehen.

In Düsseldorf kamen zum New Fall 15 000 Zuschauer

In Düsseldorf ist die Veranstaltung innerhalb des fünfjährigen Bestehens langsam gewachsen. Gestartet wurde in zwei Spielstätten mit 3000 Besuchern. Im vergangenen Jahr bespielte man sieben Locations mit 15 000 Zuschauern, darunter die ehrwürdige Tonhalle, eigentlich eine Spielstätte für Klassik am Rhein. Dort traten der intelligente Rapper Alligatoah mit Orchester auf und die bezaubernde Mädchen-Band Boy, die kurz danach im Wizemann einen gefeierten Auftritt hinlegte. Das Besonderes am New Fall ist die Altersstruktur des Publikums: „Wir richten uns ganz klar an eine ältere Zielgruppe, die dafür dankbar ist, wenn das Konzert um 22 Uhr endet, weil der nächste Arbeitstag wieder um 8 Uhr startet“, sagt Shahi. Statt Bier aus Plastikbechern im Regen setze man auf einen guten Wein in intimer Indoor-Atmosphäre.In Düsseldorf wartet die Konzertreihe sogar mit einer Kinderbetreuung auf, damit auch Eltern nicht auf den Konzertbesuch verzichten müssen.

Wegen der Ähnlichkeit zu Düsseldorf sei die Wahl auf Stuttgartgefallen. „Beide Städte gleichen sich sehr. Sie sind wirtschaftlich stark, stehen aber im Schatten von Köln oder München. Außerdem haben beide Städte ein ähnlich großes Einzugsgebiet. Ihr habt Euren Speckgürtel und wir haben das Ruhrgebiet“, erklärt Shahi, der hofft, dass Düsseldorf und Stuttgart künftig auch an anderer Stelle kooperieren. „So könnten wir Süd- und Mitteldeutschland künftig noch stärker auf der Konzertlandkarte verankern.“

Stuttgart hat in Sachen Pop künftig mehr zu bieten

Es gibt aber auch skeptische Stimmen dem neuen Festival in Stuttgart gegenüber. Mit dem Hello Pop!-Festival ist im vergangenen Herbst eine Indoor-Veranstaltung im Wizemann mit enttäuschenden Besucherzahlen zu Ende gegangen. „Und Wilco haben 2015 bei ihrem Auftritt in Stuttgart auch nicht unendlich viele Tickets verkauft“, sagt ein Stuttgarter Veranstalter.

Shahi lässt sich von solchen Einwänden nicht beeindrucken. „Das Jammern gehört zur Musikbranche mit dazu. Je mehr qualitativ hochwertige Konzerte stattfinden, desto besser ist es aber für eine Stadt“, so der 43-Jähirge, der seit 25 Jahren im Musikgeschäft tätig ist.

Sollte das New Fall in Stuttgart ähnlich gut anlaufen wie in Düsseldorf, hätte Stuttgart bald mehr zu bieten im Genre Pop, als es noch im vergangenen Jahr zu vermuten gewesen wäre. Damals wurde das Aus für die Hip-Hop-Open bekannt, dafür startete das Stuttgart Festival auf der Landesmesse mit jeder Menge Rückenwind. Dass die erste Ausgabe des Open Airs von einem Orkan gestoppt wurde – geschenkt. Geht es nach Shahi, hat sich der günstige Wind für den Popstandort Stuttgart endgültig gedreht.

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