Noten-Debatte in Baden-Württemberg Schopper muss präziser formulieren

Theresa Schopper hat den Modellversuch zur Grundschule ohne Noten gegen Kritik verteidigt und damit Irritationen ausgelöst. Foto: dpa/Marijan Murat

Mit missverständlichen Äußerungen zur Grundschule ohne Noten hat Theresa Schopper breite Kritik auf sich gezogen. Zurecht, meint Politik-Redakteurin Bärbel Krauß.

Politik/Baden-Württemberg : Bärbel Krauß (luß)

Klar ist, dass Kultusministerin Schopper sich über Baden-Württembergs Philologenchef und seine Fundamentalkritik am Modellversuch zur Grundschule ohne Noten geärgert hat. Alles andere, was sie über das Abkanzeln von Schülern, die Aussagekraft von Noten und die Vorzüge alternativer Bewertungsformen sagt, ist unpräzise, missverständlich und deshalb ein Problem.

 

Eigentlich kann Theresa Schopper nicht annehmen, dass Schüler heutzutage wirklich als „Trottel vor dem Herrn“ niedergemacht werden, wenn sie mäßige Leistungen erbringen oder eine schlechte Note geschrieben haben. Sonst hätte sie echt wenig Ahnung von der Schulwirklichkeit auf der einen und vom jahrzehntealten Expertenstreit über Noten auf der anderen Seite. Von derartigem In-die-Ecke-Stellen von Kindern und Jugendlichen hat die Pädagogik sich jedenfalls schon vor Jahrzehnten verabschiedet.

Was also sollen solche Sätze? Meint Schopper etwa doch, dass mäßige Ziffernnoten grundsätzlich diffamierend sind? Oder dass keine Klassenarbeit schlecht bewertet werden sollte, weil Schüler immer durch private Probleme abgelenkt sein könnten – und sei das kranke Meerschweinchen zuhause? Das allerdings wäre dann doch sehr nah an dem, was gemeinhin unter Kuschelpädagogik verstanden wird, – was Schopper bei dem Schulversuch angeblich nicht will. Das alles ist heillos wirr. Wenn sie nicht weiter anecken will, muss sie präzise kommunizieren.

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