Nürtingen Kommentar: Wahlkampf mit harten Bandagen

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Am 25. Mai werden in Baden-Württemberg die Kommunalparlamente neu gewählt. Diesen Tag fest im Blick, hat Thaddäus Kunzmann nun seinen Wahlkampf eingeläutet. Zwar begründet der Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion seine Angriffe gegen die Kulturbürgermeisterin mit seiner Sorge um die städtischen Finanzen. Graus Planungen für ein Kulturzentrum gefährdeten den Etat, so Kunzmann. Doch steckt hinter dieser Kritik freilich auch viel taktisches Kalkül.

Bevor Kunzmann offenbar wegen des Kulturzentrums mit Grau über Kreuz gekommen ist, war diese eine heiße Anwärterin auf eine Kreistagskandidatur für die CDU. Inzwischen aber steht Claudia Grau als Kandidatin der Freien Wähler fest. Als Alfred Bachofers Nachfolgerin will sie in den Kreistag und in die Regionalversammlung einziehen. Indem Kunzmann Grau kaum verhohlen Inkompetenz unterstellt, zielt er nicht zuletzt auf die Konkurrentin für seine CDU.

Otmar Heirich sieht dem Demontageversuch gelassen zu. Bei der OB-Wahl vor zwei Jahren hat Grau gar nicht kandidiert, trotzdem gaben ihr 32 Prozent der Wähler ihre Stimme. Heirich schaffte die Wiederwahl im zweiten Anlauf mit mageren knapp 50 Prozent. Diese Schmach nagt weiter am Rathauschef. Das Verhältnis zwischen Heirich und Grau ist seither zerrüttet. Der Oberbürgermeister sitzt für die SPD im Kreistag. Ob er erneut kandidiert, hat er noch nicht erklärt. Zumindest müsste er befürchten, dass eine unbeschädigte Kandidatin Claudia Grau am 25. Mai an ihm vorbeizieht.




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