Nürtingen, Owen, Vaihingen und Göppingen bewerben sich Der Maientag soll Unesco-Kulturerbe werden

Nürtingens Oberbürgermeister Johannes Fridrich hatte eine entsprechende Initiative beim diesjährigen Maientag angekündigt. Foto: Stadt Nürtingen

Mit Nürtingen und Owen bewerben sich zwei Städte aus dem Kreis Esslingen um eine Aufnahme ins Unesco-Welterbe. Mit dabei sind auch Vaihingen/Enz und Göppingen. Die Feste seien weltweit einmalig, heißt es zur Begründung.

Die Städte Nürtingen und Owen im Kreis Esslingen sowie Göppingen und Vaihingen an der Enz (Kreis Ludwigsburg) bewerben sich mit ihren jeweiligen Maientagen gemeinsam für das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der Unesco. Das haben die Verwaltungen der vier Städte jetzt bekannt gemacht.

 

Mit der gemeinsamen Bewerbung soll überregional Aufmerksamkeit „auf einen bedeutenden Teil der Geschichte“ aller vier Städte gerichtet werden, „denn mit der Tradition der Maientagsfeierlichkeiten wird seit Jahrhunderten der gesellschaftliche Zusammenhalt gefördert, Identität gestiftet und Menschen zusammengebracht“, heißt es in der Mitteilung. Nürtingens Oberbürgermeister Johannes Fridrich hatte eine entsprechende Initiative bei seiner diesjährigen Maientagsrede bereits angekündigt. Die Heimfeste, die zahlreiche Besucher aus der ganzen Region anziehen, seien „weltweit einzigartig und gehören entsprechend gewürdigt“, betont er.

Woher der Name stammt

Der Begriff „Maientag“ hat nichts mit dem gleichnamigen Monat zu tun, sondern leitet sich ab von den sogenannten Maien – grünen Zweigen oder Rutenbüscheln, die traditionell bei den Umzügen mitgeführt wurden. Maientage fanden üblicherweise im Frühjahr oder Sommer statt und bildeten einst den Abschluss von Schulvisitationen. Die Ursprünge reichen vermutlich bis ins 15. Jahrhundert zurück. Belegt sind diese Art der Feierlichkeiten ab dem 17. Jahrhundert.

Die Umzüge hatten ursprünglich den Charakter von Schülerprozessionen zur Kirche oder zum Festplatz. Als Anerkennung für ihre Aufsicht erhielten die Lehrer oft eine Sonderzahlung, das sogenannte Maiengeld oder den „Rutenpfennig“. In verschiedenen Regionen wurden an den Maientagen spezielle lokale Traditionen gepflegt, wie die Wahl eines Maienkönigs, das Aufsagen von Maiensprüchen oder die Durchführung von Wettbewerben wie dem Maienlauf.

Traditionelle Elemente

Die Ausgestaltung der Maientage ist auch in den vier baden-württembergischen Städten sehr unterschiedlich, es gibt jedoch Gemeinsamkeiten: So wird der Maientag frühmorgens musikalisch von Turmbläsern oder dem Umzug der Stadtkapelle angekündigt und ein Gottesdienst abgehalten. Die Stadtoberhäupter eröffnen die Festlichkeiten dann mit ihren Ansprachen. Der Höhepunkt ist der Festumzug, bei dem kostümierte Schulklassen und andere Gruppen von musikalischer Begleitung umrahmt zu den Festplätzen ziehen. Am Nachmittag verlagert sich das Geschehen dorthin. Auch die Tradition, Schülerinnen und Schüler zu beschenken, wird bis heute in allen vier Städten beibehalten.

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