Esslingen - Im Esslinger Tierpark Nymphaea hat man sich etwas Neues ausgedacht: Dort gibt es jetzt einen Barfußpfad. Weitere Stationen zum Fühlen, Mitmachen und Erleben werden folgen, kündigt der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Christoph Kässer an. Eingerichtet werden die Themeninseln im Tierpark von Abschlussklassen der Evangelischen Fachschule für Pädagogik in Weinstadt; das Tierpark-Team möchte damit die coronabedingte Schließung für eine pädagogische Aufwertung der Einrichtung nutzen.
Das neue Angebot passt zur Jahreszeit: Für Wintertage ist der Barfußpfad eher ungeeignet, aber an angenehm warmen Tage kann er für ein völlig neues Gefühlserlebnis sorgen. Der Lehrpfad an der Stirnseite des großen Teiches ist ein idyllisch gelegener Rundkurs mit vier Vertiefungen im Boden. Dort werden Laub, Stroh, Tannenzapfen oder Rindenmulch eingefüllt – zum Ertasten mit den nackten Füssen. „Mein Vorschlag, Glasscherben rein zu tun, wurde abgelehnt“, witzelt Christoph Kässer. Er ist immer für ein Späßchen zu haben, doch die weitere Aufwertung von Nymphaea nimmt er sehr ernst: Ein Zoo oder Tierpark müsse verschiedene Aufgaben erfüllen. Er soll der Erholung und Entspannung der Besucher dienen, habe aber auch die Erhaltung von Tierarten durch Nachzucht als Ziel. Der Aufenthalt in der Anlage solle Spaß machen, und sie solle einen Bildungsauftrag erfüllen. Dieser pädagogische Ansatz wird auf der Neckarinsel nun verstärkt.
In den nächsten sechs bis acht Wochen werden daher nach dem Barfuß-Lehrpfad weitere Stationen entstehen. Genaueres möchte Christoph Kässer nicht verraten. Das solle eine Überraschung für die Besucher werden, wenn sie denn wieder in den Park dürfen. Auf jeden Fall wird eine Sprungstation eingerichtet. Abbildungen von Tieren wie Eichhörnchen oder Fröschen werden dort angebracht, auf Hinweisschildern wird über auf die Sprungleistung der Tiere informiert – und auch gefragt: „Wie weit hüpfst du?“ Diese Frage soll junge und jung gebliebene Besucher an dieser Station dazu bringen, das eigene Sprungvermögen zu testen.
Teams aus zwei bis drei Abschlussschülern bauen jeweils eine Stationen. Der Kontakt zu der Fachschule kam durch persönliche Beziehungen zustande: Der Pfarrer Andreas Lorenz ist Vater eines Kindes, das die Nymphaea-Jugendgruppe besucht, und er ist pädagogisch-administrativer Leiter der Schule. Als Themen für Projektarbeiten gesucht wurden, kam er auf das Nymphaea-Team zu, und die Zusammenarbeit wurde besiegelt. Noten bekommen die Schüler natürlich auch. „Aber nicht von mir“, betont Christoph Kässer, der inständig hofft, dass der Tierpark bald wieder öffnen darf, damit die Besucher die Stationen testen können.
Nymphaea ist derzeit wegen Corona geschlossen. Aktuelle Videos gibt es auf Youtube unter dem Stichwort „Tierpark Nymphaea“, mehr Informationen auch unter www.tierpark-nymphaea.de