Vor einem Jahr hatte sich in einem Bürgerentscheid eine Mehrheit gegen die Innenstadtlinie ausgesprochen. Doch jetzt im OB-Wahlkampf wird deutlich: Das Projekt ist alles andere als tot. Auch die beiden Hauptkonkurrentinnen Palmers schließen eine Stadtbahn nicht völlig aus.

Politik/ Baden-Württemberg: Thomas Faltin (fal)

Es ist harter Tobak, den die Gegner des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer ins Feld führen. Der amtierende OB, der für eine dritte Amtszeit kandidiert und sich mit bislang sieben Gegenkandidatinnen und -kandidaten konfrontiert sieht, habe im Streit über die angedachte Stadtbahnlinie die Stadt gespalten, sagt etwa Stadtrat Ernst Gumrich von der Tübinger Liste. „Zugehen auf andere Meinungen ist nicht seine Stärke“, meint Gumrich. Christopher Gohl von der FDP legt nach: Palmer arbeite nach dem Muster „Aufreger, Konflikt, Verletzung, Talkshow“ – das verunmögliche gute Ergebnisse meist. „Und deshalb sind Stilfragen auch Ergebnisfragen“, so Gohl. Die SPD-Fraktion im Gemeinderat äußert sich ähnlich – Palmer sei beratungsresistent und einfach nicht teamfähig.