Ökostation Nur was geschätzt ist, wird geschützt

Von Ina Schäfer 

In der Ökostation der VHS am Wartberg lernen Kinder mit Natur und Umwelt umzugehen und sie zu schützen.

Kinder machen am Wartberg Erfahrungen mit der Natur. Foto: Birgit Braun
Kinder machen am Wartberg Erfahrungen mit der Natur. Foto: Birgit Braun

S-Nord - Nur was man schätzt, will man schützen. So lautet die Philosophie von Karin Haupt, der Leiterin der VHS-Ökostation und das war 1993 auch die Intention für die Gründung der Einrichtung. Anlässlich der Internationalen Gartenausstellung im Höhenpark Killesberg hatte die Stadt ein Ökologiezentrum am Wartberg eröffnet, die Öko-Station war ein Teil davon. Danach wurde die Volkshochschule Stuttgart als Betreiber gefunden, das Ziel war, einen „grünen Lernort“ mitten in der Stadt zu schaffen. Seitdem hat sich die gut 3000 Quadratmeter große Brachfläche stetig weiterentwickelt. Es gibt ein traditionelles Backhaus, einen Kräutergärten, eine Obstwiese, einen Sinnesgarten, Honigbienenvölker und vieles mehr.

Doch nicht nur das Gelände hat sich weiterentwickelt, auch das Programmangebot ist heute nach 20 Jahren Arbeit vielfältiger geworden. Es gibt Kurse im Bereich Ökologie und Gartenbau , aber auch solche wie Yoga im Grünen und Landschaftsmalerei. Damals wie heute ist einer der Schwerpunkte die Naturpädagogik für Kinder. „Es ist sehr wichtig, dass wir Kinder früh mit Naturerlebnissen konfrontieren können“, sagt Karin Haupt. „Sie sollen lernen die Umwelt mit allen Sinnen wahrzunehmen, zu entdecken was in den Gärten wächst, welche Heilkräuter es gibt, aber auch welche Gefahren.“

Die Kinder lernen die Natur zu schützen

Naturpädagogik steht auch an diesem Mittwochmorgen auf dem Programm. Eine Schar Kinder ist in der Ökostation zu Gast. „Artenschutz im Urlaub und zu Hause“ ist das Thema des Angebots. Im Seminarraum der Ökostation liegen allerhand Stoffschildkröten, die die Kinder von zuhause mitgebracht haben. Schildkröten , genauer die Meeresschildkröten in der Türkei, bilden den Ausgangspunkt des Programms. Die Kinder lernen in den vier Tagen in der Ökostation beispielsweise, weshalb die Erhaltung der Ei-Ablage-Stellen so wichtig ist und wie diese geschützt werden können. „Sie sollen lernen, dass Urlaub nicht nur Sonne und Strand ist, sondern dass es dort auch immer einen Lebensraum für Tiere gibt, vielleicht genau dort, wo man seinen Sonnenschirm rein steckt“, sagt Karin Haupt.

Das, was die Kinder über Artenschutz lernen, wird anschließend auf die heimischen Tiere übertragen, in diesem Fall auf Molche, Frösche und Fische. Dazu untersuchen die teilnehmenden Kinder die Gewässer auf dem Wartberg. „Die Kinder sollen schöne Erlebnisse mit der Natur verbinden, um sie später schützen zu wollen. Das ist besser als mit dem erhobenen Zeigefinger zu agieren“, sagt Brigit Braun von der Aktionsgemeinschaft Artenschutz, die die Veranstaltung zusammen mit der Ökostation organisiert. Die Aktionsgemeinschaft ist ein regelmäßiger Partner.

Das Wartberggelände liegt nahe der Haltestelle Löwentorbrücke und ist ein Bindeglied zwischen Killesberg und Rosensteinpark. Die Fläche wird zum großen Teil von Ehrenamtlichen gepflegt und bewirtschaftet. Der Arbeitskreis, der sich darum kümmert, trifft sich mehrmals die Woche. „Bei uns gibt es Urban Gardening schon seit zwanzig Jahren. Jeder kann in unserem Garten mitwirken“, sagt Karin Haupt.

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