ÖPNV auf der Filderebene Fünf neue Busverbindungen für die Filderebene

Von 1. Dezember an wird das ÖPNV-Angebot auf den Fildern erweitert: Fünf neue Buslinien gehen an den Start, die bestehenden Busse werden erweitert und bekommen zusätzliche Fahrten. Hier ist die Übersicht der Veränderungen.

Von links: Michael Lutz, Waldenbuchs Bürgermeister, Eva Noller, Erste Bürgermeisterin in L.-E., Christoph Traub, Oberbürgermeister in Filderstadt, und Landrat Heinz Eininger in einem der neuen Busse. Foto: Fritzsche
Von links: Michael Lutz, Waldenbuchs Bürgermeister, Eva Noller, Erste Bürgermeisterin in L.-E., Christoph Traub, Oberbürgermeister in Filderstadt, und Landrat Heinz Eininger in einem der neuen Busse. Foto: Fritzsche

L.-E./Filderstadt/Waldenbuch - Der 1. Dezember ist in diesem Jahr ein besonderer Tag. „Ein guter Tag für den ÖPNV“, sagt Landrat Heinz Eininger. Zum ersten Mal werden die neuen Buslinien für Filderstadt, Leinfelden-Echterdingen und Waldenbuch befahren werden. Fünf komplett neue Linien sind es, die von Dezember an für Fahrgäste bereitstehen, andere Linien sind ausgebaut worden, mit veränderten Strecken, erweiterten Strecken und zusätzlichen Fahrten. Für L.-E. sei das ein „Quantensprung“, sagt die Erste Bürgermeisterin Eva Noller, und auch Filderstadts Oberbürgermeister Christoph Traub spricht von einem „Meilenstein“.

Welche Linien sind neu, und wo fahren sie entlang?

Die Ringlinien 812/813 fahren einmal rund um den Flughafen, über Echterdingen, Stetten und Bernhausen. Die Busse fahren den Ring einmal mit und einmal gegen den Uhrzeigersinn. „So ist der Hotelstandort Echterdingen-Nord an Messe und Flughafen angebunden“, sagte Eva Noller. Christoph Traub erwähnt das Filder-Airport-Areal, Filderstadts aufstrebendes Industriegebiet, das ebenfalls von der Ringlinie bedient wird.

Beide betonen, wie wichtig die kommunal übergreifende Planung gewesen sei. „Verkehrsbeziehungen können wir nicht mehr nur bis zur Stadtgrenze denken“, erklärt Traub. Eine Enttäuschung sei es allerdings gewesen, dass der Flughafen nicht mitgemacht habe, so Noller, „auch nicht finanziell“. Die Linie 814 fährt von Musberg über Leinfelden, Echterdingen, Stetten, Plattenhardt und Bonlanden Filderklinik nach Bonlanden Nord. Die neue Nachtbuslinie N18 fährt Oberaichen, Leinfelden, Echterdingen und Stetten an.

Was ist der Citybus 819?

Mit der neuen Linie 819 sind auch die südlichen Wohngebiete von Leinfelden und die westlichen Wohngebiete von Echterdingen ans Netz angebunden. „Das waren bisher blinde Flecken auf der ÖPNV-Karte“, sagt Eva Noller. Hier fahren Kleinbusse, denn ein Teil der Strecke geht über schmale Feldwege am Philipp-Matthäus-Hahn-Gymnasium und Sportpark Goldäcker vorbei. So wird vermieden, dass der Bus über die vielbefahrene Leinfelder Straße wieder zurück fahren muss, und fährt trotzdem zu Schule, Sportpark und Walter-Schweizer-Kulturforum.

Wie ist es zu diesem Ausbau gekommen?

Eine EU-Verordnung von 2009 gibt vor, dass alle öffentlich geförderten Buslinien nach bestimmten Vorschriften ausgeschrieben werden müssen. Damit nicht jede Buslinie einzeln vergeben werden muss, werden sie zu sogenannten „Linienbündeln“ zusammengefasst. Die Ausschreibung hat die Firma Friedrich Müller Omnibus (FMO) für sich entschieden, die bereits in der Region tätig ist, etwa in Waldenbuch und Steinenbronn.

FMO übernimmt die Linien von den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) und fährt auch die neuen Linien, zum Teil unterstützt von der Firma Melchinger, die ein Drittel der Strecken fährt. Die meisten der eingesetzten Busse sind Neufahrzeuge, ausgestattet mit Innenanzeigen, Klimaanlage und WLAN. Eine „anstrengende Vorbereitungszeit“ sei es gewesen, sagt Geschäftsführer Marco Trovato: „Es gibt viele Neuerungen, und die Filder­ebene ist ein komplexer Verkehrsraum, in dem man nicht nur über die Landstraße fährt.“

Auch die Einstellung der neuen Busfahrer sei schwierig gewesen. „Das ist ein Branchenproblem“, erklärt Trovato. Die Region sei ein wirtschaftsstarker Raum mit Vollbeschäftigung, und der Beruf des Busfahrers habe eben auch Nachteile, beispielsweise den Schichtdienst oder die Wochenendarbeit. „Da muss man als Unternehmen dann viel tun, um den Beruf attraktiv zu machen“, so Trovato. Für die neuen Linien seien aber alle Busfahrer gefunden. Thomas Hachenberger, Geschäftsführer des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS), bittet für die erste Zeit um Nachsicht: „Erfahrungsgemäß braucht es ein paar Wochen, bis sich alles eingespielt hat.“

Wo gibt es weitere Informationen?

Am Freitag, 23. November, landet eine Informationsbroschüre in jedem Haushalt der betroffenen Gemeinden, also L.-E., Filderstadt und Waldenbuch. Am Dienstag, 27. November, werden an den Bahnhöfen Leinfelden und Bernhausen neue Fahrpläne verteilt. Alle Fahrpläne sind bereits im Internet auf www.vvs.de abrufbar. Am Samstag, 1. Dezember, sind außerdem „Schnupperfahrten“ geplant: In den Bussen der Linien 806, 812-819, 816A, 818A und N18 kann man den ganzen Tag kostenlos mitfahren.