ÖPNV in Filderstadt Bus soll Kreisgrenze überwinden

Von Jens Noll 

Der Technische Ausschuss in Filderstadt will die Idee eines Linienverkehrs über Plattenhardt nach Waldenbuch vorantreiben und beantragt eine Fahrgastanalyse.

Am Ortsrand von Plattenhardt machen Linienbusse derzeit kehrt. Das will der Teschnische Ausschuss ändern. Foto: Jens Noll
Am Ortsrand von Plattenhardt machen Linienbusse derzeit kehrt. Das will der Teschnische Ausschuss ändern. Foto: Jens Noll

Filderstadt - Die Buslinie 807 könnte eine Lücke im Nahverkehrsnetz füllen. Noch gibt es sie nicht, Freunde hat sie im Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) in Filderstadt aber bereits gefunden.

Auf Anträge der Fraktionen von SPD und Grüne/FFL hat die Stadtverwaltung untersucht, wie sich Filderstadt und Waldenbuch mit öffentlichen Verkehrsmitteln besser verknüpfen lassen. Obwohl es eine direkte Straßenverbindung zwischen Plattenhardt und der Schönbuchstadt gibt, müssen Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs über Echterdingen fahren. Oder sie nehmen das Sammeltaxi T 827, das jedoch telefonisch vorbestellt werden muss.

„Man könnte die Fahrzeit vom Rathaus Plattenhardt nach Waldenbuch Postamt auf die Hälfte reduzieren“, sagte Jan-Stefan Blessing, stellvertretender Leiter des Ordnungsamts, am Montag in der ATU-Sitzung. Er sprach dabei über die Linie 807, die bisher lediglich auf dem Papier vom Bahnhof in Bernhausen über Bonlanden und Plattenhardt nach Waldenbuch fährt.

Stadt schätzt Kosten auf 60 000 Euro

Auch die Fahrzeit zwischen Bernhausen und Waldenbuch würde sich durch die fiktive Linie verkürzen. Doch der Zeitvorteil betrage in einigen Fällen lediglich zwei Minuten, sagte Blessing. „Die Kosten für die Linie würden bei 60 000 Euro im Jahr liegen“, sagte er – zu teuer für die Stadt.

Für die Stadträte war das Kostenargument kein Grund, die Pläne in der Schublade verschwinden zu lassen. Matthias Gastel (Grüne/FFL) vermisste in Blessings Bericht jedoch einige Informationen. Seine Fraktion hatte nämlich vorgeschlagen, die Linie 828 (Echterdingen – Tübingen) entweder aufzustocken oder sie alternierend zu führen, sodass jeder zweite Bus auf dem Weg nach Tübingen auch Plattenhardt bedient.

Gastel würde gern wissen, wie sich die Stadt Waldenbuch und der Landkreis Böblingen gegenüber der Busverbindung verhalten. „Es gibt eine deutliche Mehrheit im Waldenbucher Gemeinderat, die bereit ist, Mehrkosten zu tragen“, behauptete er.

„Wir brauchen eine Fahrgastanalyse, die die Potenziale einer solchen Linie aufführt“, sagte Bürgermeister Reinhard Molt daraufhin. Mit deren Ergebnissen sei er bereit, bei den Landkreisen und Nachbarstädten vorstellig zu werden, so Molt.

„Das Sammeltaxi ist keine Alternative“

Walter Bauer (SPD) beantragte, die Analyse vornehmen zu lassen und nach weiteren Geldgebern zu suchen. Er bat darum, den Kreis Tübingen mit ins Boot zu holen. „Das Sammeltaxi ist keine Alternative“, sagte er. Eine Busverbindung von Waldenbuch zum Fildorado und zur Filderklinik sei attraktiv. Man könne auch die Filharmonie damit anbinden, schlug Bauer vor.

„Es ist notwendig, dass man mit allen Partnern spricht“, betonte Rolf Kurfess (Freie Wähler). Im Gegensatz zu Bauer geht er aber nicht davon aus, dass die Linie auch für junge Filderstädter attraktiv ist, die in Tübingen studieren. „Mein Sohn studiert in Tübingen und wäre froh, wenn er nicht über Echterdingen fahren müsste“, sagte hingegen Johannes Jauch (FDP).

Abgesehen von solchen Details war der Konsens unter den Fraktionen eindeutig. Auch die CDU-Fraktion sprach sich für die Fahrgastanalyse und die Kommunikation mit den Landkreisen aus. Bis Februar will Bürgermeister Molt dem Ausschuss einen Bericht geben.