Ohne Hausarzt kein Pflegeheimplatz Alte Menschen sind in Gefahr

Die Leidtragenden sind am Ende die Familien und die alten Menschen. Foto: dpa/Christoph Schmidt

Der Hausarztmangel bringt die altenpflegerische Versorgung zu Fall. Die Gesellschaft muss um deren Erhalt kämpfen, meint Redakteurin Barbara Czimmer.

Bei den Ärzten erreichen die Babyboomer langsam, aber sicher das Pensionsalter und übergeben ihre Praxen an jüngere Kollegen. Doch immer seltener steht schon ein Nachfolger parat – es gibt in vielen Fällen schlicht keinen.

 

Zu lange waren die Bedarfsrechnungen zur ärztlichen Versorgung von berufsständischen und politischen Interessen getrieben, nicht vom Interesse am Patienten. Parallel dazu verknappten Bildungspolitiker die Studienplätze, etliche Abiturienten wanderten deshalb zum Studium ins Ausland ab.

Familien sind Leidtragende

Die Versäumnisse von gestern zu beklagen hilft den Bewohnern von Pflegeheimen und Altenwohnungen nicht. Wenn pflegebedürftige Menschen nicht mehr aufgenommen werden können, weil es keinen Arzt mehr gibt, der sie versorgen kann, hätte das extreme gesellschaftliche und soziale Folgen, es würde das gesamte altenpflegerische System zu Fall bringen. Die Leidtragenden wären am Ende die Familien und die alten Menschen.

Die Umsetzung aller Maßnahmen, die derzeit gedacht werden, um dem Ärztemangel die Spitze zu nehmen, muss schnell kommen – von der Förderung medizinischer Versorgungszentren bis hin zur Übertragung von ärztlichen Tätigkeiten auf das Pflegepersonal. Von Visitationsrunden mit dem Heimpersonal bis hin zu virtuellen Fallbesprechungen.

Alte Menschen nicht ins Abseits schieben

Keinesfalls dürfen die Patienten, die in Heimen leben und selten im Focus der Diskussionen stehen, diejenigen sein, die Ärzte in ihre Patientendatei nicht mehr aufnehmen. Auch eine Verpflichtung dazu sollte keinem Denkverbot unterliegen.

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