Omas for future Für den Klimaschutz nach Berlin radeln

Oma und Opa for future: Jutta und Karl-Heinz Rau haben die Klimabänder gesammelt. Foto: Stefanie Schlecht

Die Initiative von Omas for future hat Klimawünsche auf bunten Bändern gesammelt und fährt diese öffentlichkeitswirksam nach Berlin – mit dem Fahrrad.

Böblingen: Jan-Philipp Schlecht (jps)

Böblingen - Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Insgesamt 683 Klimawünsche haben die Omas for future im Kreis Böblingen seit Mai eingesammelt. Sie flattern am Mittwoch auf bunten Bändern vor dem Reformhaus Klett. Aufgespannt an einer überdimensionalen Wäscheleine und als mahnendes Symbol in die Höhe gehalten von gut einem Dutzend Unterstützern. An zwölf Sammelstellen wurden die bunten Wünsche seit Mai gesammelt, hauptsächlich Kirchen und Schulen.

 

Warum gibt es keine Fotovoltaik-Anlagen auf der Kaserne?

In ganz Deutschland gibt es 211 Sammelstellen, und die Teilnehmer wollen die Bänder am 11. September öffentlichkeitswirksam in ganz Berlin aufspannen. Pünktlich zur Bundestagswahl sollen sie den gewählten Volksvertretern ein Weckruf sein. Zuvor werden sie – klimaneutral – mit dem Fahrrad dorthin gebracht. Auf den Bändern steht zum Beispiel „Trinkt nicht aus Plastikflaschen“, „Sonne statt Kohle“ oder „Opa, was ist ein Schneemann?“. Insgesamt 70 Mal taucht der Begriff Plastik auf, Auto immerhin noch 55 und Fahrrad 30 Mal, haben die Initiatoren gezählt.

„Wenn wir nichts ändern, ändert sich auch nichts“, sagt Initiator Karl-Heinz Rau, der die Aktion gemeinsam mit seiner Frau Jutta im Raum Böblingen und Sindelfingen ins Leben gerufen hat. Auch in seiner Heimatstadt Böblingen gebe es noch jede Menge für den Klimaschutz zu tun, mahnt er und regt beispielsweise an, noch viel mehr Dächer von öffentlichen Gebäuden mit Solarzellen auszurüsten. „Was ist zum Beispiel mit der ehemaligen Kaserne? Diese hat doch riesige Dachflächen“, sagt er in Richtung der anwesenden Politiker. Gekommen waren der CDU-Bundestagsabgeordnete Marc Biadacz, der Böblinger Oberbürgermeister Stefan Belz und der Grünen-Bundestagskandidat Tobias Bacherle.

Beim Böblinger OB offene Türen eingerannt

Beim Grünen-OB Belz rannte Rau damit offene Türen ein: „Wir alle sollten diese Wünsche, die ja eigentlich Anregungen sind, auch aufgreifen und in unserem täglichen Leben umsetzen“, sagte der. Jeder Böblinger habe im Jahr 2008 statistisch gesehen neun Tonnen CO2 pro Jahr produziert. Bei den derzeitigen Anstrengungen lasse sich der Wert bis 2030 auf sechs Tonnen senken. Belz: „Um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, sollten es aber nur noch 1,5 Tonnen sein“, sagte er. Klimaschutz beginne „schon morgens wenn der Wecker klingelt“. Schon beim morgendlichen Kaffee oder auf dem Weg zur Arbeit könne jeder einen Unterschied machen und auf Nachhaltigkeit setzen.

Die 683 Klimawünsche übergaben die Initiatoren um das Ehepaar Rau am Mittwochmittag auch dem Ministerialdirektor des Umweltministeriums in Stuttgart, Helmfried Meinel. Danach geht es weiter zum Rathaus in Künzelsau, um auch dort die bunten Bänder flattern zu lassen. Den Weg tritt das Ehepaar allerdings nicht mit dem Fahrrad an, sondern mit dem Elektroauto.

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