Ortsmitte in Echterdingen Anzeigetafeln weisen künftig den Weg zu freien Parkplätzen

Das Parkhaus ist ausgeschildert, aber ob es dort noch freie Plätze gibt, weiß der Autofahrer bisher nicht im Voraus. Foto: Philipp Braitinger

Um den Parkplatz-Suchverkehr zu reduzieren, soll in Echterdingen ein neues Leitsystem installiert werden.

Im Ortskern spielen sich regelmäßig Szenen ab, die Verkehrsplaner so nicht haben wollen. Auf der Suche nach einem freien Parkplatz kurven Autofahrer durch die Straßen, schauen vielleicht noch in der Nebenstraße nach, bis sie ihren Wagen schließlich irgendwo abstellen. „Leider bestimmt der tägliche Parksuchverkehr einen Großteil des sonst positiven Eindrucks der Bernhäuser Straße sowie der angrenzenden Straßen“, schreibt die Stadt. Würde stattdessen direkt der nächste freie Parkplatz angefahren und das Auto ohne Umwege dort abgestellt werden, könnte dies die Innenstadt von Echterdingen vom beschriebenen Parksuchverkehr entlasten. Ein neues Parkleitsystem soll Autofahrern zukünftig dabei helfen, einen der vielen Parkplätze in der Innenstadt anzufahren.

 

Der Technische Ausschuss hat am Dienstag mit großer Mehrheit und vorberatend für den Gemeinderat für die Installation des Systems gestimmt. Zuvor stellte Julian Pohl vom Ingenieurbüro Bernard Gruppe die Pläne vor. Die Bernard Gruppe ist ein Unternehmen für interdisziplinäre Aufgaben in den Bereichen Energie, Industrie, Infrastruktur und Mobilität. Selten ausgelastet ist aus Sicht des Fachmanns die Tiefgarage Zehntscheuer. Eine Ursache dafür könnte sein, dass Autofahrer vor dem Einfahren nicht wissen, ob sie dort zuverlässig einen Parkplatz bekommen. Ebenfalls schwach ausgelastet ist das Parkhaus Q1 beim S-Bahnhof.

Anzeigetafeln weisen frühzeitig den Weg

Zukünftig soll es Schilder mit aktuellen Angaben zu freien Parkplätzen geben. Wer von Norden kommt, soll bereits am Lavendelkreisel die erste Anzeigentafel sehen. Dort wird auf die Belegungen im Q1 und in der Tiefgarage Zehntscheuer hingewiesen. Wer aus westlicher Richtung kommt, soll noch vor dem Kreisverkehr Stangen einen Hinweis auf die nächsten freien Parkplätze bei den dortigen Garagen erhalten. Vor der Lammkreuzung soll dann der nächste Hinweis mit der aktuellen Belegung des Q1, der Tiefgarage Zehntscheuer und der Parkplätze beim Echterdinger Carré sein. Aus Osten soll noch vor dem Kreisel an der Esslinger Straße auf die freien Plätze im Q1 und der Zehntscheuer hingewiesen werden. Im Süden werden Autofahrer frühzeitig zum Echterdinger Carré und zur Tiefgarage Zehntscheuer gelenkt.

Darüber hinaus sind weitere Tafeln geplant, die beispielsweise auf die Parkplätze im Sportpark Goldäcker oder den Parkplatz Im Gässle aufmerksam machen. Ob die Parkplätze beim Rewe am nördlichen Ortseingang ebenfalls in das Parkleitsystem einbezogen werden, werde noch mit dem Eigentümer des Parkhauses besprochen, teilte die Stadtverwaltung mit. Insgesamt seien zehn Parkleitwegweiser geplant.

So werden die freien Parkplätze erfasst

Ob ein Parkplatz frei oder belegt ist, soll mit unterschiedlichen Techniken erfasst werden. In Parkhäusern und Tiefgaragen könnte jeder Platz einen Sensor erhalten. Oberirdische Parkplätze sollen dagegen mit einem Kamerasystem ausgestattet werden, das ein- und ausfahrende Autos zählt, aber keine Videoaufnahmen speichert. Gesammelt und verarbeitet werden die Informationen rein elektronisch.

Die Kosten für die Installation des Parkleitsystems bezifferte der Fachmann auf 450 000 Euro. 122 000 Euro sollen die Stadtwerke tragen. 329 000 Euro bezahlt die Stadt. Davon könnte die Stadt allerdings rund die Hälfte aus Landesfördermitteln bekommen. Hinzu kommen jährliche Wartungs- und Betriebskosten von 9000 Euro.

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