Otto-Brenner-Preis für StZ-Reporter Andreas Müller mit Otto-Brenner-Preis geehrt

Von StZ 

Andreas Müller erhält für seine Berichte über den EnBW-Deal den 1. Preis für kritischen Journalismus der Otto-Brenner-Stiftung. Müller habe in erstklassiger Manier unterstrichen, dass Skepsis und Hartnäckigkeit zu den wichtigsten journalistischen Tugenden gehörten, urteilte die Jury.

Der StZ-Redakteur Andreas Müller ist für seine Recherchen zum EnBW-Deal mit den Otto-Brenner-Preis ausgezeichnet worden. Foto: Achim Zweygarth
Der StZ-Redakteur Andreas Müller ist für seine Recherchen zum EnBW-Deal mit den Otto-Brenner-Preis ausgezeichnet worden. Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Der StZ-Reporter Andreas Müller wird für seine Berichte über den EnBW-Deal mit dem 1. Preis für kritischen Journalismus der Otto-Brenner-Stiftung mit Sitz in Frankfurt ausgezeichnet. Müller habe in erstklassiger Manier unterstrichen, dass Skepsis und Hartnäckigkeit zu den wichtigsten journalistischen Tugenden gehörten. Nur weil er sich nicht mit vagen Erklärungen zufrieden gab, sondern unermüdlich nachfragte, „erfuhr die Öffentlichkeit vom ganzen Ausmaß des Amtsmissbrauchs zum Schaden der Steuerzahler“, so die Jury, zu der unter anderen Sonia Mikich (WDR) und Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung) gehören. Müllers Arbeit habe die nur sehr schleppend in Gang gekommene Aufarbeitung durch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, den Rechnungshof und die Staatsanwaltschaft maßgeblich vorangetrieben. Sie sei beispielhaft für einen kritischen Journalismus „wie ihn die Demokratie“ zum Atmen braucht, erklärte die Jury der Wissenschaftsstiftung der IG Metall. Der 1. Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am 30. Oktober in Berlin statt.

Die zweiten und dritten Preise gehen an Wilfried Huismann für einen WDR-Bericht über den World Wildlife Fund („Der Pakt mit dem Panda“) und die Autoren Stefan Koldehoff und Tobias Timm, deren Buch „Falsche Bilder – Echtes Geld“ den Kunstmarkt beleuchtet. Den Newcomerpreis erhält Anne Lena Mösken (Berliner Zeitung).

Andreas Müller, Jahrgang 1962, kam nach einer Reserveoffiziers-Ausbildung 1983 als Volontär zur Stuttgarter Zeitung. 1995 wurde er landespolitischer Korrespondent, seit 2012 ist er ressortübergreifend für investigative Reportagen zuständig. 1998 wurde Müller schon einmal für seine Enthüllungen ausgezeichnet. Die Berichte über das fragwürdige Verhalten hochrangiger baden-württembergischer Finanzbeamter wurden mit dem Wächterpreis der deutschen Tagespresse belohnt.