Owener Wahrzeichen Die alte Pappelallee wird verjüngt

Vor rund 60 Jahren sind diese Pappeln als Windschutz gepflanzt worden. Foto: Ines Rudel

Die Baumreihe bei Owen (Kreis Esslingen) prägt das Landschaftsbild. Doch viele Pappeln sind altersschwach und müssen gefällt werden. Dank vieler Baumpaten sind Neuanpflanzungen möglich.

Reporter: Elke Hauptmann (eh)

Die Pappelallee im Westen von Owen ist für die dreieinhalb Tausend Seelen zählende Kommune am Fuße der Teck mehr als nur ein Blickfang. Würde sie fehlen, wäre das ein großer Einschnitt ins Landschaftsbild der Voralbgemeinde. „Wir wollen diese ortsbildprägende und historische Landmarke unbedingt erhalten“, betonte Owens Bürgermeisterin Verena Grötzinger unlängst in der Sitzung des Gemeinderates. Der altersschwache, lückenhafte Baumbestand wird deshalb nach und nach erneuert. Noch in diesem Jahr sollen 27 junge Pappeln gepflanzt werden – mit finanzieller Beteiligung der Bürgerschaft.

 

Fast wäre die Pappelallee, die vor rund 60 Jahren nördlich der Landesstraße Richtung Beuren zum Schutz vor den rauen Winden im Albvorland angelegt wurde, ersatzlos der Kettensäge zum Opfer gefallen. Die Kreisbehörde wollte noch vor wenigen Jahren die maroden Bäume roden lassen. Die Pappeln, so hieß es damals unter anderem zur Begründung, seien nicht landschaftstypisch. Doch dann wendete sich das Blatt. Nach langen Untersuchungen stellte die Naturschutzbehörde im Esslinger Landratsamt nämlich fest, dass der seltene und vom Aussterben bedrohte Gefleckte Pappel-Prachtkäfer in den Bäumen heimisch ist. Das sicherte den Erhalt der Allee bei den Froschwiesen, die Stadt erhielt deshalb doch noch die Genehmigung, die lichte Baumreihe wieder aufzufüllen.

Inzwischen sind viele der Pappeln in einem schlechten Zustand – und nicht mehr standsicher, weshalb sie gerodet werden müssen. Insgesamt 58 Bäume sollen in drei bis vier Pflanzabschnitten durch junge Exemplare von „Populus nigra italica“ ) ersetzt werden. Die aufrecht wachsende Pyramidenpappel setzt Akzente in der Landschaft – was angeblich schon Napoleon Bonaparte zu schätzen wusste: Wegen ihrer säulenartigen Form hat er die Bäume dereinst in großem Umfang als Wegweiser und Schattenspender für seine Soldaten an den Straßenrändern anpflanzen lassen, so die Überlieferung.

Allein der erste Abschnitt der Allee-Verjüngung schlägt mit knapp 29 500 Euro zu Buche. Das Ergebnis der Ausschreibung liegt damit leicht über dem ursprünglich von der Stadt veranschlagten Budget, aber alle weiteren Angebote waren laut Grötzinger deutlich höher. Einen Teil der Kosten übernehmen Owener Bürgerinnen und Bürger. Zusammen mit dem Obst- und Gartenbauverein sowie dem Alt-Owen-Förderkreis hat die Stadtverwaltung eine Aktion initiiert: Jeder interessierte Haushalt konnte sich per Los für eine 250 Euro teure Baumpatenschaft bewerben. Die „Gewinner“ wurden jetzt von der Kommune benachrichtigt. Im Rathaus stellt man erfreut fest: Das Interesse an den Baumpatenschaften ist vorhanden. Deshalb ist auch für jeden weiteren Pflanzabschnitt in den kommenden zwei bis drei Jahren eine Verlosung vorgesehen. Die Namen der Paten und Sponsoren sollen auf einer Hinweistafel verewigt werden.

Mit den Arbeiten wurde jüngst eine Fachfirma aus Nürtingen beauftragt. Ihr bleibt bis zum Ende der Vegetationspause am 1. März Zeit für die Baumfällungen. Zeitgleich sind Neupflanzungen geplant. Wie es heißt, sollen die jungen Pappeln im feuchten Winter ihr Wurzelwerk stärken.

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