Paralympics: Ski-WM mit Andrea Rothfuss Zum Auftakt geht es auf die Abfahrtsstrecke

Optimistisch: Andrea Rothfuss Foto: privat

Para-Skisportlerin Andrea Rothfuss aus Rommelshausen startet an diesem Samstag in Espot in Spanien in ihre bereits achten Weltmeisterschaften.

Fünfmal Gold, 15 mal Silber und achtmal Bronze: Die Bilanz von Andrea Rothfuss bei Para-Ski-Weltmeisterschaften ist durchaus glänzend. Nur 2022 kehrte die 33-Jährige ohne Edelmetall aus Hafjell in Norwegen nach Rommelshausen zurück. Dreimal – in der Abfahrt, im Super-G und in der Super-Kombi – war sie als Vierte knapp an einer Medaille vorbeigefahren. An diesem Samstag startet Andrea Rothfuss, der seit der Geburt die linke Hand fehlt, im katalanischen Espot in ihre achten Welttitelkämpfe – und auf der Piste in den Pyrenäen will sie ihrer bereits stattlichen Medaillensammlung noch mehr Glanz verleihen.

 

Am Montagabend ist Andrea Rothfuss zu Anna-Lena Forster an den Bodensee gereist. Zusammen sind zwei der erfolgreichsten deutschen Para-Skiläuferinnen der vergangenen Jahre nach Zürich gefahren. Von dort aus sind die beiden Frauen am Dienstag dann nach Spanien geflogen, wo an diesem Samstag mit der Abfahrt der Frauen und der Männer die alpinen Rennen beginnen.

Deutsche Starterinnen mit hohen Erwartungen

Die innereuropäische Anreise war anstrengender als gedacht. Morgens war Andrea Rothfuss in der Schweiz gestartet, erst am späten Nachmittag kam sie in ihrem Hotel in Espot an, nur sieben Minuten vom Skilift entfernt. Und noch sind ein paar Tage Zeit, bevor die Weltmeisterschaften, die bis zum Sonntag, 29. Januar, dauern, für Andrea Rothfuss beginnen. An diesem Donnerstag ist zunächst das erste Training auf der Abfahrtsstrecke angesetzt.

Die deutschen Starterinnen gehen in Spanien mit hohen Erwartungen in die Rennen. „Die Ergebnisse sprechen für sich, die Mädels sind gut dabei“, hatte Bundestrainer Justus Wolf nach den Weltcup-Stationen in St. Moritz und Steinach am Brenner die Lage im Team zusammengefasst. Gemeint war auch Andrea Rothfuss, die bei sechs Starts in dieser Saison bisher sechsmal aufs Siegerpodest fuhr. In der Schweiz belegte sie im Riesenslalom Platz zwei und kam in drei Slaloms jeweils als Drittschnellste ins Ziel. In Tirol kamen in zwei Super-G-Rennen zwei weitere Podestplätze als jeweils Dritte dazu. Nur die Schwedin Ebba Årsjö, die sechsmal als Schnellste ins Ziel kam, und ihre 22-jährige Teamgefährtin Anna-Maria Rieder, die fünfmal Silber und einmal Bronze gewann, waren in der stehenden Klasse besser als die Routinierte aus Rommelshausen.

Die Pisten in Spanien sind steil

Den ersten Weltcup des neuen Jahres im schweizerischen Veysonnaz haben die Deutschen ausgelassen, weil sie sich wie viele andere Nationen auch, auf den frühen Saisonhöhepunkt in den Pyrenäen fokussieren wollten. Bundestrainer Justus Wolf hofft jedenfalls „dass wir gut mitmischen können. Die Piste ist etwas steiler als beispielsweise in Steinach, das sollte uns liegen.“ Und Schnee gibt es in der Region auch genug.

Straffes Wettkampfprogramm

Andrea Rothfuss will bei den Weltmeisterschaften in mindestens fünf Disziplinen um Medaillen mitfahren. Das Abfahrtsrennen wird am Samstagvormittag gestartet. Danach geht es für die 33-Jährige Schlag auf Schlag. Am Sonntag steht der Super-G an, am Dienstag die Kombination, am Mittwoch der Riesenslalom und am Freitag der Slalom. Ob sie den abschließenden Parallelslalom am Sonntag mitfahre, sagt Andrea Rothfuss, hänge ein wenig von den Ergebnissen davor ab. „Wenn es läuft, nehme ich den auch noch mit.“ Anders als in Hafjell vor einem Jahr will sie aus Espot auf jeden Fall mit zumindest einer weltmeisterlichen Medaille abreisen.

Weitere Themen