Bezirksbeirat Bad Cannstatt FDP kritisiert neue Wilhelma-Parktarife

Die FDP fordert wieder die Einführung von Stunden-Tarifen fürs Parken in der Wilhelma statt Tagespauschale. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Der Protest gegen die Parkgebühren in der Wilhelma geht weiter. Die FDP-Bezirksbeiratsfraktion fordert, dass der Stuttgarter Zoo wieder einen Stundentarif einführt. Am 10. April wird über den Antrag entschieden.

Lokales: Iris Frey (if)

Seit März müssen Nutzer des Wilhelma-Parkhauses eine Tagespauschale von acht Euro bezahlen. Zuvor musste man Tarife von einem Euro pro Stunde bezahlen. Die Stundentarife wurden abgeschafft und die Tagespauschale von fünf auf acht Euro erhöht. FDP-Bezirksbeirat Timur Lutfullin rechnet vor, wer künftig die Wilhelma für eineinhalb Stunden besucht, zahlt statt zwei Euro nunmehr acht Euro. Im Antrag fordern die Liberalen nun, dass der Bezirksbeirat die Leitung der Wilhelma bittet, im dortigen Parkhaus neben der Tagespauschale wieder Stundentarife einzuführen.

 

FDP fürchtet Abschreckung für Besucher und Nachteile für Einzelhandel

„Ohne den Stundentarif wird der Wilhelma-Besuch für viele noch teurer“, sagt Antragsteller Lutfullin. Das sei angesichts der massiven Preiserhöhungen der letzten Jahre zu viel. Egal, ob Eltern mit Kindern, Senioren oder auswärtige Besucher – sie alle hätten gute Gründe mit dem Auto anzureisen. „Durch hohe Parktarife schadet die Wilhelma auch mittelfristig sich selbst, weil es manche Besucher abschrecken wird“, so Lutfullin. Zudem befürchtet die FDP, dass die Tariferhöhung zu einer Verlagerung des Parksuchverkehrs in der Neckarvorstadt und des ohnehin zu kleinen Parkhauses Mühlgrün führen werde, wodurch auch für den Cannstatter Einzelhandel weitere Nachteile entstehen würden. Am 10. April entscheidet der Bezirksbeirat Bad Cannstatt über den Antrag.

Protest von Jahreskarteninhabern

Indes hat der Jahreskarteninhaber Peter Schott aus Kernen den Wilhelma-Verantwortlichen geschrieben und ebenfalls gebeten, die Stundentarife wieder einzuführen. Die Wilhelma hatte auf die gestiegenen Kosten verwiesen, und dass das Parken bislang deutlich günstiger im Zoo war als in anderen Parkhäusern in Stuttgart. Schott hat sich nun die Parkgebühren in anderen Zoos in Deutschland angeschaut. Er schlägt der Wilhelma vor, dass Jahreskarteninhaber die Möglichkeit erhalten, das gezogene Parkticket an der Tageskasse in ein Ticket umzutauschen, das dann für vergünstigtes Parken mit beispielsweise fünf Euro berechtigt und damit den Besuch honoriert.

Nach Angaben von Wilhelma-Sprecher Birger Meierjohann ist derzeit noch unklar, wie es mit den Gebühren weitergeht. Zuletzt war die Rede, dass der Zoo über eine Pauschale für kürzere Parkzeiten nochmals nachdenkt.

Andere Zoos bieten teilweise kostenloses Parken

Nach der Auswertung des Wilhelma-Stammkunden Schott verlangt der Tierpark Berlin eine Tagesgebühr von fünf Euro und der Tierpark Hellabrunn in München je nach Standzeit einen Euro bis maximal fünf Euro. Der Hamburger Tierpark Hagenbeck verlange für 24 Stunden zwei Euro und der Rostocker Zoo drei Euro. In Berlin gebe es einen Stundentarif von 2,50 Euro, zwei Stunden für fünf Euro und sechs Stunden kosten 15 Euro. Der Tiergarten in Nürnberg bietet laut Schott kostenlose Parkplätze. Und beim Zoo in Leipzig koste jede angefangene Stunde einen Euro und bis zu zwölf Stunden acht Euro. Der Erlebnis-Zoo Hannover verlangt fürs Parken bis zu zwei Stunden vier Euro, bis zu drei Stunden sechs Euro und für ein Tagesticket acht Euro. Im Zoo Osnabrück könne kostenlos geparkt werden. Der Zoo in Heidelberg verlange bei Zoobesuchern bis zu einer Stunde 1,20 Euro, bis zu zwei Stunden 2,40 Euro, bis zu drei und fünf 3,60 Euro, bis zu sechs Stunden 4,80 Euro und das Tagesticket 10 Euro. Im Karlsruher Zoo koste Parken pro Stunde zwei Euro und das Tagesticket drei Euro.

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