Parken in S-Süd Parkbuchten an der Weinsteige sind zu schmal

Von Heike Armbruster 

Die Parkbuchten an der Neuen Weinsteige sind zu schmal. Der Bezirksbeirat diskutiert nun, ob an der B 27 überhaupt Parkmöglichkeiten gebraucht werden.

Eine Lösung, die es allen Recht macht, wird es wohl nicht geben. Foto: Ralf Recklies
Eine Lösung, die es allen Recht macht, wird es wohl nicht geben. Foto: Ralf Recklies

S-Süd - Anwohner hatten das Thema bereits vor Jahren zur Sprache gebracht: Die Parkbuchten an der Neuen Weinsteige sind zu schmal. Da die neuen Automodelle immer breiter gebaut sind, hat sich das Problem der zu schmalen Parkbuchten in jüngster Zeit noch verschärft. Während die meisten Fahrzeuge einen Teil des Gehwegs an der Bundesstraße zuparken, gibt es darüber hinaus einige, die ein Stück weit in die Fahrbahn ragen. Gefährliche Ausweichmanöver auf der Bundesstraße sind die Folge. Doch schon die zugeparkten Gehwege sind den Grünen-Bezirksbeiräten ein Dorn im Auge.

Im jüngsten Sicherheitsbeirat, in dem Thomas Grab von der Verkehrsüberwachung des städtischen Ordnungsamts über die Parksituation berichtet hat, brachte die Grünen-Fraktion die Problematik zur Sprache und forderte strengere Kontrollen. „Offensichtlich hat man im Ordnungsamt resigniert“, begründet Bezirksbeirat Uwe Völker den Antrag. Das sei aber kein Zustand, betonte er. Gehbehinderte oder Eltern mit Kinderwagen hätten kaum eine Chance, den Gehweg der Neuen Weinsteige zu nutzen. Selbst andere Autofahrer, die dort ihre Fahrzeuge abstellten, müssten teils auf der Straße laufen, um zu ihnen zu gelangen.

Keine unstrittige Lösung

Ganz so einfach lasse sich die Situation allerdings nicht darstellen, so Grab. Solange Parkbuchten an der Bundesstraße politisch gewünscht seien, müsse die Verkehrsüberwachung bei den Kontrollen berücksichtigen, dass die Buchten zu schmal sind. Wenn ein Fahrer zum Teil auf dem Gehweg parke, dann gehe die Verkehrsüberwachung nicht dagegen vor, solange Fußgänger noch passieren könnten. Wenn parkende Autos allerdings auf die Straße ragten oder den Gehweg komplett zuparkten, würden sie verwarnt. „Wir können hier keiner Partei gerecht werden, weder Fußgängern noch Autofahrern. Ansonsten müsste man das Parken an dieser Stelle komplett unterbinden“, so Grab. „Die Verkehrsüberwachung ist lediglich die Stelle, die Prügel für das bezieht, was verkehrsrechtlich nicht glücklich angeordnet worden ist“, sagte er.

Mit der reinen Forderung nach stärkeren Kontrollen und einer konsequenteren Abschlepppraxis lässt sich der Missstand an der Neuen Weinsteige demnach nicht lösen. Das wurde dem Bezirksbeirat durch die Ausführungen von Thomas Grab klar. Die Grünen zogen ihren Antrag deshalb nach der Diskussion zurück. Vom Tisch ist das Thema damit aber nicht. Die Fraktionen wollen nun diskutieren, wie sich die Situation lösen lässt. In der jüngsten Sitzung klang bereits an, dass es vermutlich keine unstrittige Lösung geben wird.

Eine der schönsten Aussichtsstrecken

Eigentlich sei die Strecke am Hang eine der schönsten Aussichtsstrecken Stuttgarts, findet FDP-Bezirksbeirat Wolf-Dieter Wieland. „Es stellt sich also die Frage, ob wir stadtauswärts zwei Fahrspuren brauchen.“ Stadteinwärts sei das sicherlich der Fall. Dort gebe es für Fußgänger aber sowieso keinen durchgängigen Gehsteig. Stadtauswärts ließe sich die eine Spur aber in Parkplätze umwandeln und die Fußgänger hätten trotzdem genug Platz.

Einer solchen radikalen Lösung steht Roland Petri, CDU-Fraktionssprecher, eher skeptisch gegenüber. Er bezweifelt, dass viele Spaziergänger die Strecke an der Bundesstraße überhaupt nutzen wollte, regte aber einen Vor-Ort-Termin an, um die Situation zu überprüfen.

Bezirksvorsteher Rupert Kellermann wäre es lieber gewesen, die Fraktionen hätten sofort einen Antrag zu dem Problem abgestimmt. „Ich finde es wichtig, dass der Bezirksbeirat diesen Diskussionsprozess anstößt“, sagte er. Das wollen die Fraktionen auch, aber erst nachdem sie beraten haben, wie sich das Problem lösen lässt.

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