Parkhaus in Bad Cannstatt Skateboards statt Autos
Das Parkhaus P7 in Bad Cannstatt wird abgerissen. Nun haben Stadträte mehrerer Fraktionen eine Idee, was sich daraus machen ließe.
Das Parkhaus P7 in Bad Cannstatt wird abgerissen. Nun haben Stadträte mehrerer Fraktionen eine Idee, was sich daraus machen ließe.
Viel Platz, wenig Kosten und keine Nachbarn. Händeringend wird in Stuttgart nach solchen Flächen gesucht. Gerade die Akteure, die im weitesten Sinne mit Kultur zu tun haben, sind ständig auf der Suche nach Orten, von denen sie nicht verjagt oder vertrieben werden. Nun tut sich ein solcher Ort auf.
Der alte Teil des Parkhauses P7 Stuttgart zwischen dem Haus des Sports, Daimler und der S-Bahnstation gelegen, ist seit April 2022 gesperrt und wird bis zum Sommer abgerissen. Bei einer Untersuchung hatte man Schäden an Decken, Trägern und Stützen festgestellt. 1969 war das Parkhaus mit seinen 835 Stellplätzen gebaut worden, zehn Jahre später wurde der neue Teil nebenan erstellt.
Laut Gutachten ist eine Instandsetzung des alten Parkhauses nicht mehr wirtschaftlich ist. Deshalb wird es abgerissen. Nach dem Rückbau für 1,8 Millionen Euro soll die ebenerdige Parkfläche für 220 Stellplätze genutzt werden. Ob dann Daimler wieder diese Fläche für seine Mitarbeiter mieten wird wie zuvor das Parkhaus oder ob die Fläche anderweitig genutzt wird, bleibt abzuwarten. Stadträte verschiedener Fraktionen haben vorgeschlagen, dass dort künftig ein Platz für Skater und Kultur sein soll.
Der Bau der Interimsoper an den Wagenhallen vertreibt einige Nutzer dort. Das Kultur-Projekt contain’t muss nach etlichen Umzügen erneut weichen. Und die Skater, die in den vergangenen Jahren einen sehr imposanten Skatepark namens Nordiy selbst gebaut haben, suchen auch eine neue Heimat. So der Baubeginn für die Interimsoper nach etlichen Verschiebungen dieses Mal nach Plan läuft, müssen beide im Herbst woanders hin.
An den Neckarpark könnten sie kommen, finden die Stadträte. Sie schlagen vor, dass die Fläche des ehemaligen Parkhauses „P7 alt“, eine „Aufwertung erhält und belebt wird“. Mit contain’t und den Skatern. „Die Fläche in Bad Cannstatt eignet sich für Open Air Veranstaltungen deshalb so gut, weil dort keine direkten schallsensiblen Anrainer verortet sind.“ Die Nutzungen seien eine gute Ergänzung zu den bestehenden Sportnutzungen und würden sich nicht gegenseitig stören. „Wichtig ist, dass die Fläche zügig geprüft wird, um noch im 1. Quartal 2024 zu klären, ob die Fläche eine gute Alternative für die beiden Nutzungen ist.“ Der Gemeinderat hat Mittel in Höhe von 604 000 Euro für den Umzug von contain’t beschlossen.
Die Fraktionen beantragen, „dass die Fläche des dann rückgebauten Parkhauses P7 (alt) für eine Nutzung durch contain’t und einen Skatepark geprüft wird. Dabei sollen die beiden Nutzer einbezogen werden.“ Und es solle geprüft werden, ob das Betonfundament erhalten bleiben kann und ob ein nicht überdachter, eingegrenzter, kleiner Teil des neuen Parkhauses P7 für eine Kultur-Sonnenterrasse genutzt werden kann.