Parmraummanagement könnte erweitert werden Anwohnerparken: Stadt prüft Erweiterung

Von Uli Nagel 

Die Stadt prüft eine Erweiterung des Anwohnerparkens. Die Stellplatzauslastung in benachbarten Gebieten der vier Zonen wird untersucht.

In den rötlich markierten Gebieten wird zur Zeit geprüft, ob auch hier das Parkraummanagement eingeführt werden kann.Anwohner der Wilhelmstraße dürfen künftig  unter anderem auch im Kursaalviertel an ausgewählten  Stellen parken. Foto: Stadtplanungsamt
In den rötlich markierten Gebieten wird zur Zeit geprüft, ob auch hier das Parkraummanagement eingeführt werden kann.Anwohner der Wilhelmstraße dürfen künftig unter anderem auch im Kursaalviertel an ausgewählten Stellen parken. Foto: Stadtplanungsamt

Bad Cannstatt - Das Parkraummanagement, das seit etwa acht Monaten in vier Cannstatter Innenstadtzonen gilt, hat sich zumindest in drei davon bewährt. Nachts liegt die Auslastung der Stellplätze im Seelberg, Veielbrunnengebiet und Kursaalviertel nie bei 100 Prozent. Und auch tagsüber gibt es laut der Nacherhebung des Stadtplanungsamtes jede Menge freie Stellplätze. Das heißt, dass lästige Parkplatzsuchen für die dortigen Bewohner, aber auch für deren Besucher ist vorbei, die Pendler, die vornehmlich aus dem Remstal morgens wie Heuschrecken über die Cannstatter Innenstadt und deren Parkplätze hergefallen sind, wurden vertrieben.

„Das Ziel der Parkraumbewirtschaftung wurde damit erreicht“, sagt Birgit Wöhrle, die beim Ordnungsamt bereits das Pilotprojekt in Stuttgart-West unter ihren Fittichen hatte. Allerdings waren sie und Stephan Oehler, der beim Stadtplanungsamt für das Anwohnerparken verantwortlich ist, bei der Bezirksbeiratssitzung vor vier Wochen auch ehrlich genug, um gegenüber den Fraktionen erheblichen Handlungsbedarf in der Altstadtzone zuzugeben.

Lösung präsentiert

Doch nicht nur das: In der gleichen Sitzung wurde dem Bürgergremium auch eine Lösung präsentiert. Zum einen dürfen Altstadtbewohner ihr Auto künftig auch im Parkhaus Mühlgrün tagsüber des Mühlgrün abstellen. Die oberen beiden Etagen werden als Langzeitparkplätze ausgewiesen. Zudem werden die Zonengrenzen aufgeweicht und Anwohner dürfen in einigen ausgesuchten Nachbarzonen ihr Fahrzeug abstellen.

Laut Birgit Wöhrle entstehen tagsüber rund 200 weitere Stellplatzoptionen für die Altstadtbewohner. „Wir haben kurz nach der Sitzung die neuen Schilder in Auftrag gegeben“, so Wöhrle. Leider seien sie noch nicht fertig und die Bürger müssen sich noch etwas gedulden. Erlaubt soll künftig das Parken auch in einem Abschnitt der Wildunger Straße (Seelberg/Ca1), der Wildbader Straße samt Parkplatz am Kurpark (Kursaalviertel/Ca2) sowie in der Kegelenstraße (Veielbrunnen/Ca1).

Kritik beim Beschwerdemanagement

Doch nicht nur aus der Altstadt gab es Kritik beim Beschwerdemanagement der Stadt. Auch aus den Gebieten, die in unmittelbarer Nachbarschaft der vier Zonen liegen, gab es jede Menge Proteste und Gelbe Karten. „Viele fordern eine Erweiterung der Stellplatzregelung“, so die Expertin für Parkraumbewirtschaftung. Doch als solche weiß Birgit Wöhrle natürlich ganz genau, dass hierbei die Stadt nicht ohne Grund eine Gebühr für Anwohner erheben darf. „Erst wenn die Parkplatzauslastung die 100-Prozent-Marke überschritten hat, ist das möglich.“ Aus diesem Grund werden zur Zeit in einigen Gebieten Nacherhebungen gemacht. Neben der Winterhalde sind dies die Neckarvorstadt und die Schmidener Vorstadt (Hofener Straße). „Klagen kamen auch aus Sommerrain“, so Wöhrle, weshalb auch hier städtischen Mitarbeiter unterwegs sind.

Bekanntermaßen ist hier der Park&Ride-Platz bei der S-Bahn-Haltestelle schnell ausgebucht und viele Pendler suchen sich einen Stellplatz in der Sommerrainstraße. Doch auch die sind zügig erschöpft, weshalb sich der Parksuchverkehr der Fahrzeuge mit Doppelkennzeichen ins Wohngebiet verlagert. Falls die 100 Prozent in diesen Gebieten überschritten werden, kann die Stadt aktiv werden. Dann macht das Stadtplanungsamt einen Vorschlag für eine Anwohnerparkregelung, der in den gemeinderätlichen Ausschüssen diskutiert und beschlossen werden muss.

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