Den Kellnern, die über Weihnachten daheim in Griechenland weilen, hat der Cavos-Chef mitgeteilt, sie könnten vorerst dort bleiben. Der Stuttgarter Partygrieche schließt wegen der Sperrstunde erneut – wie auch die Fou Fou Bar. Das Jigger & Spoon macht weiter.

Lokales: Uwe Bogen (ubo)

Stuttgart - Erst Ende Oktober hat sich das griechische Restaurant Cavos an der Lautenschlagerstraße bei einer großen Feier mit Frei-Menü und Frei-Getränken für alle aus dem Lockdown zurückgemeldet und zur Sicherheit der Gäste ein zusätzliches Zelt im Hof aufgebaut. Nach zwei Monaten ist in dem Lokal, das bekannt ist für DJ-Musik und Serviettenwerfen nach dem letzten Gang, schon wieder Schluss. „Aufgrund der Clubähnlichkeit unseres Betriebs“, sagt Geschäftsführer Hiki Shikano Ohlenmacher, geht es zurück in den Zustand, den keiner mehr wollte. Erneut sind die Türen zu – auch an Silvester.

Das Cavos hofft, dass die staatlichen Hilfen 2022 gut sind

Auch ohne (den nun verbotenen) Tanz auf den Tischen hätte das Cavos als Restaurant weitermachen können. Bei einer Sperrstunde um 22.30 Uhr lohne sich dies aber nicht, sagt der Betriebsleiter. Die Geschäfte seien aufgrund des Besuchs mit all seinen Beschränkungen zuletzt „erbärmlich“ gewesen. Etliche Gäste seien aufgrund der sich ständig verändernden Regeln in der vierten Welle verwirrt und blieben lieber daheim. Wenn nun früher geschlossen werden müsse, würden dazu noch die Einnahmen wegfallen, die das Lokal in den normalerweise brummenden Nachtstunden gemacht hat. Hiki Shikano Ohlenmacher ist es nicht leicht gefallen, das Cavos, das zu denen gehört, die man „In-Lokale“ nennt, erneut auszubremsen. Jetzt hofft er, dass die staatlichen Hilfen auch 2022 so gut sind, wie sie dies im vergangenen Jahr gewesen seien. Viele seiner Kellner sind über Weihnachten in ihr Heimatland Griechenland gefahren. In Deutschland werden sie nun erneut in Kurzarbeit geschickt, weshalb erneut die Trinkgelder wegfallen. „Ich hab’ ihnen gesagt, sie könnten daheim bei den Familien bleiben“, berichtet Hiki Shikano Ohlenmacher, „schon allein, weil das Leben für sie in Griechenland billiger ist als in Stuttgart.“

Die Fou Fou Bar schießt, das Jigger & Spoon macht weiter

Im Leonhardsviertel hat auch die Fou Fou Bar geschlossen. Die Gäste kämen nicht früher, wenn um 22.30 Uhr geschlossen werden muss, sagt Geschäftsführer Patrick Witz. Erst wenn die Sperrstunde beendet ist, werde er wieder öffnen. Die Bar Jigger & Spoon macht dagegen weiter. Eine Bar muss laut neuer Corona-Verordnung nur schließen, wenn sie „clubähnlich“ ist, wenn also laute Musik gespielt wird. Werden die Gäste platziert, ist der Barbetrieb erlaubt. „Das Rauswerfen der Gäste um 22.30 Uhr ist aber unglaublich belastend“, sagt Eric Bergmann, einer der Geschäftsführer.

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