Pedelecs auf den Fildern Das Elektrorad hat einen besseren Ruf verdient

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Auf den Fildern wird geradelt, was das Zeug hält. Das zeigen die vielen Reaktionen auf unsere Pedelec-Serie. Auch auf neue Kuriositäten im Radwegenetzt auf den Fildern wurde gestoßen.

Die Ampel an der Ecke Möhringer Landstraße/Fanny-Leicht-Straße. Foto: Kratz
Die Ampel an der Ecke Möhringer Landstraße/Fanny-Leicht-Straße. Foto: Kratz

Filder - Sigrid Beckmann freut sich, dass „das Pedelec aus seinem Schattendasein herauskommt“. Jahrelang sei es gängige Meinung gewesen, dass das Elektrorad maximal etwas für alte Menschen sei, sagt die Vorsitzende des Bürgervereins Dachswald. Sie selbst sei eine begeisterte Pedelecfahrerin. Für sie sei das eine „echte Alternative zum Auto und auch zu Bus und Bahn“. Sie hofft, dass künftig mehr Menschen in die Pedale treten. „Ich kann das jedem nur empfehlen“, sagt Beckmann.

Mobilität durch Pedelec

Für sie als Vereinsvorstand hat das auch viel mit Bürgernähe zu tun. „Ich werde ganz oft verbal vom Rad geholt“, sagt Beckmann und lacht. Man sei einfach viel näher dran, sei sensibler für seine Umwelt und greifbarer für die Menschen. Sigrid Beckmann fährt bei jedem Wetter. Der Sport komme nicht zu kurz. Sigrid Beckmann hat ein Rad mit einem selbst gebauten Motor. „Da muss man trotz allem noch ordentlich treten“, sagt sie. Insofern sei das schlechte Image der Räder für sie nicht nachvollziehbar. „Da ist vieles daher geschwätzt“. Und selbst wenn der ein oder andere häufig den Motor zuschalte, sei das legitim. „Ich habe schon oft von älteren Menschen gehört, dass sie mit dem Pedelec ihre Mobilität zurückbekommen haben“, sagt Beckmann. Das sei ein wertvolles Geschenk.

Bei 25 Stundenkilometern ist automatisch Schluss

Genau das trifft auf Peter Haller zu, der ebenfalls im Dachswald wohnt. „Ich hatte Arthrose in den Knien.“ Ein Arzt habe ihn sofort operieren wollen. Doch ein anderer habe ihm geraten, sich viel zu bewegen, ohne die Knie zu sehr zu belasten. Also fuhr Peter Haller Pedelec. Das zeigte Wirkung. Heute hat Peter Haller kaum noch Beschwerden. Er macht sogar wieder größere Touren am Bodensee. Insofern kann er jedem nur zum Pedelecfahren raten. Der Autorin dieser Zeilen geht es ähnlich. In zweieinhalb Wochen habe ich schon 179,3 Kilometer auf dem Elektrofahrrad zurückgelegt. Das gibt mir mein kleiner Bordcomputer an. So viel Rad bin ich vermutlich in den vergangenen zehn Jahren insgesamt nicht gefahren. Und meine aktuelle Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei flotten 16,3 Kilometern in der Stunde, meine maximale Geschwindigkeit gar bei 44,8 Stundenkilometern. Das war wahrscheinlich bergab mit Rückenwind. Jedenfalls hat der Motor an meinem Rad daran keinen Anteil. Denn der schaltet automatisch ab, wenn man schneller als 25 Stundenkilometer fährt. Darauf sind die Pedelecs in Deutschland genormt.

Auch auf neue Kuriositäten im Radwegenetz auf den Fildern bin ich wieder gestoßen. Die Fahrradampel an der Ecke Möhringer Landstraße/Fanny-Leicht-Straße hat mir jedenfalls schon lange Wartezeiten beschert. Dort muss man als Radfahrer nämlich zunächst einmal stehen bleiben und grün anfordern, auch wenn man geradeaus will und die Autofahrer links von einem einfach vorbeirauschen (siehe Bild).

Muss ich nur warten, wenn ich links abbiegen will? Aber auf der Ampel ist kein Pfeil. So oder so lässt sich beobachten, das viele Pedaleure das Signal einfach ignorieren, es sei denn, sie wollen tatsächlich nach links abbiegen. Die Verkehrspolizei hat unserer Redaktion zugesichert, die Situation in Augenschein zu nehmen. Es bleibt also abzuwarten, ob sich an dieser Stelle bald was ändert.

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