Perioden-Armut Schottland macht Tampons und Binden für Frauen kostenlos

Tampons (im Foto) und andere Menstruationsprodukte sollen in Schottland bald kostenlos sein. (Symbolbild) Foto: dpa/Sebastian Kahnert
Tampons (im Foto) und andere Menstruationsprodukte sollen in Schottland bald kostenlos sein. (Symbolbild) Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Einstimmig billigte das schottische Parlament ein Gesetz, wonach Menstruationsprodukte künftig allen Frauen kostenlos zur Verfügung stehen sollen. Das Land will eine Vorreiterrolle einnehmen.

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London - Schottland stellt Menstruationsprodukte wie Tampons und Binden künftig allen Frauen kostenlos zur Verfügung und nimmt damit eine weltweite Vorreiterrolle ein. Die Abgeordneten im schottischen Parlament stimmten am späten Dienstag mit 121 zu null einstimmig dafür, dass alle lokalen Behörden einen kostenlosen Zugang zu solchen Produkten schaffen müssen.

Das Gesetz sei praktisch angelegt und fortschrittlich, erklärte die Abgeordnete Monica Lennon von der oppositionellen Labour-Partei, die sich seit 2016 gegen die sogenannte Period Poverty („Perioden-Armut“) einsetzt und den Entwurf einbrachte. „Perioden hören nicht wegen Pandemien auf, und die Arbeit zur Verbesserung des Zugangs zu unerlässlichen Tampons, Binden und wiederverwendbaren Produkten war noch nie so wichtig wie heute.“

Hilfe gegen „Perioden-Armut“

Die für Gemeindeverwaltung zuständige Ministerin Aileen Campbell lobte die Annahme des Gesetzentwurfs als „bedeutenden Moment für die Gleichberechtigung der Geschlechter“.

Rose Caldwell von der Kinderhilfsorganisation Plan International in Großbritannien erklärte, mit dem Gesetz könne Schottland bald zum ersten Land weltweit werden, das „Perioden-Armut“ ein für alle mal ausmerzen werde. „Der Bedarf ist nie größer gewesen, jetzt da Haushalte wegen der Coronavirus-Beschränkungen unter finanzieller Belastung stehen.“ Eine Erhebung der Hilfsorganisation ergab 2017, dass sich zehn Prozent der Mädchen und jungen Frauen im Alter von 14 bis 21 im Vereinigten Königreich keine Menstruationsprodukte leisten konnten und 15 Prozent finanzielle Probleme hatten, sie sich zu leisten.




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