Peter Schilling („Major Tom“) beim Selfiemachen auf dem Stuttgarter Fernsehturm. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Stuttgarts erster Popstar spielt bei der Silvesterparty auf dem Schlossplatz. Im Interview erinnert sich Peter Schilling an prägende Orte seiner Jugend und an seine ersten Erfolge vor 40 Jahren – und erklärt, warum Stuttgart eine besondere Stadt ist.
Uwe Bogen
14.12.2023 - 20:00 Uhr
Wer seinen Namen hört, denkt an „Major Tom“ und an die Ohrwurm-Zeile „Völlig losgelöst von der Erde“: Der 1956 in Stuttgart geborene Peter Schilling hat sofort zugesagt, als die Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart ihm die Anfrage schickte, ob er am letzten Tag des Jahres auf dem Schlossplatz singen will.
Herr Schilling, an Silvester sind Sie der Top Act auf dem schönsten Platz von Stuttgart, in der Stadt, in der Ihre Musikkarriere begann. Wie ist Ihre Gefühlslage wenige Wochen davor?
Ganz klar, das berührt mich tief. In Stuttgart bin ich geboren und aufgewachsen und habe 28 Jahre meines Lebens dort verbracht. Dass mich das naturgemäß geprägt hat, ist klar. Ich komme sehr gern an diesen Platz meiner Kindheit, meiner Jugend und meiner ersten Erfolge zurück und werde auf der Bühne alles dafür tun, dass die Menschen das auch spüren.
Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Schlossplatz?
Man sagt, viele Wege führen nach Rom. Auf Stuttgart bezogen könnte man sagen: Viele Wege führen zum Schlossplatz. Meint in diesem Fall: Stuttgart ist flächenmäßig nicht so groß, insoweit stellt der Schlossplatz einen zentralen Ort dar, mit dem auch ich sehr viel verbinde. Am Kleinen Schlossplatz gab es zum Beispiel damals schon den Musikalienhändler Sound of Music, dessen Inhaber auch vor dem Erfolg schon an mich geglaubt hat. Auch daran erinnere ich mich: Am Schlossplatz habe ich zum ersten Mal erlebt, wie ein Straßenmusiker so berührend Gitarre gespielt und gesungen hat, dass dies sicher auch ein Trigger war, warum ich beruflich den Weg in die Musik gefunden habe.
Sie sind Stuttgarts erster Popstar vor den Fantas. Wäre dieser Erfolg auch ohne Stuttgart möglich gewesen?
Sage ich ja, stimmt es nicht ganz. Sage ich nein, stimmt es auch nicht ganz. Meine Musik war zu diesem Zeitpunkt eine Melange, was man in Diskotheken und im Radio hörte. Individualisiert wurde diese jedoch durch die Tatsache, dass ich eben in Stuttgart zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort die richtigen Menschen getroffen habe, um meine Ideen umsetzen zu können.
Wenn Sie ein so großer Fan von Stuttgart sind – warum haben Sie dann die Stadt verlassen?
Fan ist sicherlich nicht genau der richtige Ausdruck, schließlich handelt es sich um meine Heimatstadt und somit um eine tiefere Verbindung. Meine Musik jedoch wurde und wird bis heute auf der ganzen Welt gehört. Das hat mir Möglichkeiten eröffnet, von denen ich nie gewagt hätte zu träumen, und die habe ich genutzt.
In den 1980er Jahren wurde Schilling zum Star. /StN
Weltweit zu hören ist Ihr „Major Tom“. Welche Version spielen Sie an Silvester?
Ich denke, ich werde an Silvester den Song zum ersten mal rappen (lacht). War natürlich ein Spaß. Das Publikum wird Songs wie „Terra Titanic“, „Die Wüste lebt“, „The Different Story“ oder „The Promise“, meine Single aus dem zu Ende gehenden Jahr, natürlich ebenso wie „Major Tom“ in meinem Konzert-Set hören.
Wie sehr nervt es, so oft auf „Major Tom“ reduziert zu werden?
Mein Repertoire insgesamt ist wie ein Aktienfonds, von dem ich nach 40 Jahren im Geschäft sagen möchte, es war eine gute Investition.
Was sind Ihre Erinnerungen an Ihr Stuttgarter Studio?
Mein Stuttgarter Studio war eine Ein-Zimmer-Wohnung, in der ich gelebt habe, im Stuttgarter Osten. Auf einem Malerbrett standen zwei Bandmaschinen TEAC und Sony, ein kleines Mischpult und darunter ein kleines Hallgerät (für Experten füge ich noch hinzu: Dynacord DRS 78). Dort und mit diesem Equipment ist das erste Album „Fehler im System“ entstanden.
Was sind Ihre gute Vorsätze fürs neue Jahr und für Ihre Zukunft generell?
Mein neues Album zu produzieren und endlich einmal Urlaub zu machen.
Silvesterparty auf dem Schlossplatz
Karten Unter dem Motto „Vereint in Stuttgart“ wird an Silvester auf dem Stuttgarter Schlossplatz gefeiert. Die Stadt bezuschusst die Party mit 1,19 Millionen Euro. Der Stuttgarter Sänger Peter Schilling ist der Top Act. Außerdem treten DJane Alegra Cole aus Stuttgart, The OwnWay Orchestra aus der Ukraine, Tiktok-Star Loi, Trompeter Kevin Pabst und die Gruppe Keraamika mit Artisten aus dem Friedrichsbau Varieté auf. Durch das Programm führt Celine Jost von Das Ding. Die Karten kosten im Vorverkauf 12 Euro (Erwachsene), 8 Euro (ermäßigt), 25 Euro für eine vierköpfige Familie. Karten gibt es unter anderem bei Easy Ticket .