Pfarrplan 2030 Kirchengemeinden Steinheim und Kleinbottwar fusionieren

Georgskirche in Kleinbottwar Foto: Werner Kuhnle

Steinheim und Kleinbottwar schließen sich zur neuen Kirchengemeinde Unteres Bottwartal zusammen. Am 14. Januar findet ein Fusions-Gottesdienst statt.

Der Pfarrplan 2030 der evangelischen Landeskirche Württemberg sieht vor, mehr als 300 Stellen von Pfarrerinnen und Pfarrern schrittweise abzubauen – etwa ein Viertel aller Stellen. Für den Kirchenbezirk Marbach bedeutet das ein Minus von viereinhalb Stellen. Die Gründe dafür sind der Fachkräftemangel bei den Theologen und die rückläufigen Gemeindegliederzahlen.

 

Mit Beginn des neuen Jahres fusionieren zwei evangelische Kirchengemeinden, Steinheim und Kleinbottwar. „Sie sind in den letzten Jahren zusammengewachsen. Es ist nicht nur eine Vernunftheirat, es ist auch eine Liebesheirat.“ Matthias Maier, Pfarrer in Steinheim, blickt mit Zuversicht auf die bevorstehende Vereinigung. Am Nachmittag des 14. Januar findet ein Fusions-Gottesdienst für die neue Gemeinde Unteres Bottwartal statt, um 17 Uhr im Steinheimer Gemeindehaus Arche.

Schon seit 2017 teilen sich beide Gemeinden die gemeinsame Pfarrstelle für Steinheim und Kleinbottwar, die derzeit Pfarrer Volker Hommel innehat. Es sind zwei ungleiche Partner: Die Kirchengemeinde Steinheim zählt rund 2900 Mitglieder, in Kleinbottwar sind es knapp über 700. Schluckt da nicht der größere von zwei Partnern den kleineren? Pfarrer Maier weiß: „Der größere Partner benötigt ein hohes Maß an Sensibilität und Feingefühl. Unsere Stärke ist eine große Offenheit und die Bereitschaft, auf Augenhöhe zu bleiben.“ Aber, wie oft im Leben, würden die Großen von den Kleinen mehr lernen als umgekehrt.

Die Fusion ist eine Notwendigkeit, die auch der Pfarrplan der Landeskirche erfordert. Ekkehard Graf, als Marbacher Dekan der oberste Dienstherr im Kirchenbezirk, benennt den Rahmen. „Bei uns wird Ende 2024 in Steinheim eine ganze Pfarrstelle wegfallen.“ Eben jene Stelle, die sich die Gemeinden bisher teilen. Graf sieht allerdings eine Möglichkeit, dies zu kompensieren: „Der Gemeindediakon, der bisher für den ganzen Kirchenbezirk tätig ist, könnte sich künftig stärker auf Steinheim und Kleinbottwar konzentrieren.“

Chance durch neue Impulse

Der Zusammenschluss biete auch Chancen: „Wir erwarten uns neue Impulse.“ Beide Gemeinden hätten ihre Stärken: die Steinheimer hätten gute Strukturen, die Kleinbottwarer seien eng ins Ortsleben eingebunden. Im Übrigen sei dies nicht der erste Zusammenschluss im Kirchenbezirk. Großbottwar und Winzerhausen haben erst vor ein paar Jahren fusioniert. Was auf alle Fälle beibehalten wird, sind die regelmäßigen sonntäglichen Gottesdienste vor Ort.

Auch die Kirchengemeinderäte sind optimistisch. Elmar Lammerskitten, der Vorsitzende des Gremiums in Steinheim, betont die Notwendigkeit. Angesichts rückläufiger Mitgliederzahlen müsse man sehen, wie man seine Schlagkraft beibehalte. Informell haben beide Gemeinden schon seit Längerem eng zusammengearbeitet.

Auch Silvia Schmidt, die Vorsitzende des Kirchengemeinderates Kleinbottwar, steht hinter der Fusion: „Wir haben einmütig dafür votiert.“ Über den Zusammenschluss sei schon seit Längerem diskutiert worden. Jetzt müsse man die Verwaltung verschlanken. Schmidt charakterisiert ihre Gemeinde mit einem gewissen Selbstbewusstsein: „Wir sind sehr offen, wir gehen auf die Menschen zu. Was wir hier in Kleinbottwar auf die Beine gestellt haben, das kommt alles von uns selbst, von der Basis.“ Die Kirchengemeinderäte bilden zunächst ein gemeinsames Gremium, bis zur nächsten Wahl 2025.

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