Pferdemarkt in Leonberg Schüler heuern auf Superschiff an
Das in Hessen vom OB für 11 000 Euro gekaufte Megaboot hat eine jugendliche Besatzung für die Jungfernfahrt beim Pferdemarkt.
Das in Hessen vom OB für 11 000 Euro gekaufte Megaboot hat eine jugendliche Besatzung für die Jungfernfahrt beim Pferdemarkt.
Es gibt Neuigkeiten vom Schiff: Die einstige „Titanic“ aus dem hessischen Bruchköbel, die am Dienstag beim großen Pferdemarktumzug weit vorne mitfährt, heißt jetzt MS Leonberg II. Ursprünglich sollte das Boot, das Oberbürgermeister Martin Georg Cohn dank privater Kontakte im Hanauer Hinterland entdeckt hatte, als MS Leonberg zum neuen Hingucker werden.
Doch dieses Schiff gibt es schon seit mehr als 20 Jahren. Der Modellbauclub hatte damals ein 3,57 Meter langes Modell eines Kreuzfahrtdampfers gebaut. Seinerzeit eine spektakuläre Aktion, wurde das Schiff doch teilweise im Leo-Center gebaut und vom damaligen Oberbürgermeister Bernhard Schuler auf den Namen MS Leonberg getauft.
Damit nun keine Verwirrung um die kleine und die große MS Leonberg aufkommt, haben die Bootsstrategen im Rathaus dem Namen des acht Meter langen und vier Meter hohen Einkaufs aus Hessen kurzerhand eine römische II angefügt.
Jetzt steht auch fest, wer zur Besatzung der Jungfernfahrt gehört, die am Dienstag auf Höhe des Stadtparks in die tobenden Wogen der Pferdemarktsee sticht: 23 Jugendliche von sechs weiterführenden Schulen, die sich zum großen Teil in der Schülermitverwaltung engagieren. Das ist ein schulübergreifender Zusammenschluss, der unter anderem soziale Projekte organisiert.
Dass die jungen Leute an Deck dürfen, haben 20 ehrenamtliche Helfer vorgeschlagen, die seit Dezember das Schiff, das in der Fastnacht von Bruchköbel unter dem Namen „Titanic“ firmierte, in einer Halle für Leonberger Bedürfnisse umbauen. Nach Rathaus-Angaben sind die meisten Helfer Mitarbeiter der Stadt „mit handwerklichem Geschick“.
Die Einladung der Schülerinnen und Schüler an Bord will OB Cohn als „Dankeschön für das großartige Engagement der Jugendlichen“ verstanden wissen. Gleichzeitig soll so „das Engagement der jungen Menschen in der SMV aufgezeigt, diese wichtige Tätigkeit und die interessanten Projekte hervorgehoben werden“, betont der Kulturamtsleiter Florian Streib, aus dessen Etat die 11 000 Euro Kaufpreis bezahlt werden, die Cohn mit der Fastnachtsgruppe „Issgemer Buben“ ausgehandelt hatte, aus dessen Hallen das Schiff ursprünglich stammt.
Frohgemut geben sich auch die Schulsozialarbeiterin Susanne Bär, die das Angebot, auf der MS Leonberg II temporär anzuheuern, in den Schulen vorgestellt hatte und ihre Kollegin Kristina Maurer: „So haben sie die Gelegenheit, sich und ihre Arbeit vielen Tausenden Menschen zu präsentieren.“
Unter dem Eindruck eines Wagenbrandes beim Fasnet-Umzug in Kehl am Rhein wird besonderer Wert auf die Sicherheit gelegt: Es dürfen maximal 30 Menschen an Bord, darunter Feuerwehrleute und Experten für Technik. Es gibt einen zusätzlichen Einstieg mit Leiter als zweiten Fluchtweg. Auch sind Feuerlöscher an Bord. Der Tüv hat den Schiffswagen nach Angaben der Stadt bereits abgenommen.