PH Ludwigsburg Kraftwerk bringt fünffache Leistung

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Die Stadtwerke Ludwigsburg haben ihr Heizkraftwerk an der Pädagogischen Hochschule (PH) ausgebaut. Die Anlage soll Strom liefern und die Hochschulgebäude und Wohnheime beheizen. Private Hausbesitzer können auch einen Anschluss bekommen.

Auch die alten Heizkessel haben neue  Brenner bekommen. Foto: factum/Granville
Auch die alten Heizkessel haben neue Brenner bekommen. Foto: factum/Granville

Ludwigsburg - Das Hauptaugenmerk der Stadtwerke (SWLB) gilt zum Jahreswechsel der Übernahme des Ludwigsburger Stromnetzes von der EnBW (Energie Baden-Württemberg): Mit einjähriger Verspätung wird der Deal am 1. Januar perfekt gemacht. Parallel dazu aber hat die SWLB auch 2013 die Modernisierung vorhandener Anlagen und Netze vorangetrieben. So zum Beispiel das Kraftwerk an der Pädagogischen Hochschule (PH), das sie bereits 2006 von der EnBW gekauft hat.

Kraftwerk beheizt Hochschule und Wohnheime

Auch dieses komplett erneuerte Kraftwerk sollte zum Jahreswechsel an den Start gehen, doch das werde sich um ein paar Wochen verzögern, sagt Uwe Schlitter, der als Meister bei der SWLB für die Fernwärme zuständig ist. Die Hochschulen erhalten alle Energie vom neuen Blockheizkraftwerk (BHKW), für Wohnheime und Wohnungen liefert es Wärme. Die Erneuerung der Anlage ist Teil eines neuen Fernwärmekonzepts für den Stadtteil Eglosheim, sagt Bodo Skaletz, der Geschäftsführer der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim.

Dort wurden im Bereich der Studentenwohnheime den Sommer über Rohre verlegt und im Herbst eine Trasse unter der Bahn hindurch geführt. Die Leitungen für die Fernwärme in diesem Gebiet liegen somit, neben einzelnen Wohnheimen werden auch Privatwohnungen versorgt. Ein Hausanschloss kostet 6000 Euro. Noch gebe es freie Kapazitäten, sagt Skaletz. Für eine Umrüstung spricht laut SWLB-Werbung, dass die Nutzer mit der Fernwärme die Vorgaben des Erneuerbare-Wärme-Gesetz im Fall einer Heizungsumrüstung erfüllten – dank Kraftwärmekopplung. Außerdem benötigten sie im Haus keinen Raum mehr für Öltanks oder Kessel. Ob das Netz für noch mehr private Haushalte geöffnet wird, hänge von der weiteren Nachfrage ab, sagt der Stadtwerke-Geschäftsführer.

Neue Anlage arbeitet flexibler

Das Kernstück der neuen Anlage aber ist das Blockheizkraftwerk am Hochschulcampus. Von außen fällt höchstens auf, dass statt eines Kamins nun zwei dort stehen – der alte ist 32 Meter, der neue 31 Meter hoch; insgesamt wiegt der in zwei Teilen angelieferte und Anfang Dezember montierte neue Kamin 8,4 Tonnen. Im Innern jedoch ist viel geschehen. „Die neue Heizzentrale liefert die fünffache Leistung des alten“, sagt Skaletz. Das neu eingebaute Modul bringt es auf eine elektrische Leistung von 2000 Kilowatt und eine thermische Leistung von 2140 Kilowatt. Der Index für die Primärenergie sinke von 1,1 auf 0,6, sagt Skaletz: „Pro Jahr wird das erneuerte Kraftwerk tausend Tonnen schädliches Kohlendioxid weniger ausstoßen.“

Der SWLB-Chef erhofft sich auch mehr Flexibilität dank ungerüstetem Kraftwerk. Je nach Börsenlage könne das Unternehmen auf die Strompreise reagieren. Die nötigen Pufferkessel sind vorhanden. Bei Bedarf könne die Energieform gewechselt werden. Die Anlage ist für Öl und Gas konzipiert. Insgesamt haben die Stadtwerke für den Ausbau der Fernwärmeleitungen in Eglosheim eine Million Euro investiert. Die Umrüstung der Energiezentrale an der PH kostete weitere 2,3 Millionen Euro.