Photovoltaik im Landkreis Esslingen Viel ungenutztes Potenzial auf Gewerbedächern

Philipp Toebe sieht noch viel Potenzial. Foto: /Ines Rudel

Die ganz großen PV-Anlagen fehlen noch im Landkreis Esslingen. Doch gegen diese Schattenseiten in der Energieversorgung möchte die Klimaschutzagentur des Kreises etwas tun – mit einer Roadshow.

Reporterin: Simone Weiß (swe)

Mit Solarrebellen, die Photovoltaikanlagen auf Dächern der Esslinger Altstadt installieren wollen, muss sich der Landkreis Esslingen nicht auseinandersetzen. Er setzt beim Einfangen der Sonnenenergie weniger auf Rebellion als vielmehr auf Freiwilligkeit, Aufklärung, Überzeugung und Förderanreize. Unter dem dynamischen Titel „PV-Roadshow“ möchte die Klimaschutzagentur des Landkreises mit einer Veranstaltungsreihe Werbung für die Kraft der Sonne machen. Denn hier sieht die Agentur kreisweit noch Nachholbedarf.

 

Als Energie genutzten Sonnenschein gibt es in der Region vor allem in kleinen Dosen. Wie Philipp Toebe von der Klimaschutzagentur bei der Auftaktveranstaltung in der Firma Zin-Co in Nürtingen erläuterte, kann sich der Kreis zwar über eine große Anzahl kleiner PV-Anlagen freuen, aber es mangele an leistungsstärkeren Solarpaneelen. Etwa 14 000 Anlagen mit einer maximalen Leistung von weniger als zehn Kilowattpeak existierten im Kreis. Doch gebe es nur gut 4000 Anlagen mit zehn bis 100 Kilowattpeak. Bei noch höheren Leistungen sei die Anzahl verschwindend gering. Deutschlandweit seien etwa zehn Prozent der Dachflächen großer Industrie- und Logistikunternehmen mit PV-Anlagen belegt, so der Fachmann.

Anpassung an Klimawandel

Angesichts dieser Zahlen bleibt aus seiner Sicht viel zu tun – hier möchte die Klimaschutzagentur ansetzen. Das kommunale gemeinnützige Beteiligungsunternehmen hat seinen Betrieb vor zwei Jahren aufgenommen und beschäftigt zwölf Mitarbeitende und Honorarkräfte. Insgesamt komme man auf gut sechs Vollzeitstellen. Die Agentur biete „neutrale und qualifizierte Erstberatungen für Kommunen, Privatpersonen und Unternehmen“. Zu den Aufgaben gehörten auch Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit zu Themen wie Klimaschutz oder die Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Zudem stehe die Agentur Kommunen mit Projektbegleitungen und Beratungsleistungen zur Seite. Als Beispiele für die bisher geleistete Arbeit nennt Philipp Toebe etwa PV-Checks oder Exkursionen beispielsweise zu einer Freiflächen-PV-Anlage in Plochingen. In Onlineveranstaltungen sei es darüber hinaus auch um die Photovoltaikpflicht für Industrie und Gewerbe oder um Elektromobilität gegangen.

Neues Veranstaltungsbaby

Das jüngste Veranstaltungsbaby der Klimaschutzagentur ist nun die „PV-Roadshow – Energiewende on Tour“, die die Agentur zusammen mit dem Landratsamt, beteiligten Kommunen und der IHK Region Stuttgart organisiert. Hinter dem schmissigen Titel verbirgt sich ein Angebot für Unternehmen: Durch Informationsveranstaltungen sowie Beispiele aus und Besuche bei Unternehmen mit PV-Anlagen sollen andere Geschäftsleute Anregungen dafür bekommen, selbst Photovoltaik zu installieren.

PV-Roadshow Als nächste Termine für die Veranstaltungsreihe sind Donnerstag, 25. April, und Dienstag, 1. Oktober, vorgesehen. Die konkreten Themen stehen noch nicht fest. Weitere Informationen zur Roadshow gibt es im Netz unter www .klimaschutzagentur-landkreis-esslingen.de

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