Picknicken in Stuttgart 17 schöne Orte fürs Draußen-Dinner
Man macht es viel zu selten, dabei ist Picknicken eine tolle Sache. Wir zeigen 17 besonders schöne Picknick-Spots in Stuttgart – vom Klassiker bis zum Geheimtipp.
Man macht es viel zu selten, dabei ist Picknicken eine tolle Sache. Wir zeigen 17 besonders schöne Picknick-Spots in Stuttgart – vom Klassiker bis zum Geheimtipp.
Ein Nudelsalat, ein Stückchen Baguette mit Brie, Erdbeeren mit Sahne, die Picknickdecke unter sich, den blauen Himmel darüber und vielleicht sogar noch Aussicht auf den Kessel – was braucht man mehr zum Glücklichsein? Stuttgart hat zahlreiche grüne Oasen, die sich ideal zum Picknicken eignen.
Neben den Klassikern unter den Picknickplätzen – Schlossgarten, Rosensteinpark oder Schloss Solitude – gibt es auch ein paar Geheimtipps fürs entspannte Freiluft-Essen. Wir zeigen Ihnen, wo Sie schön Freilicht-Dinieren können.
Der Schlossgarten ist die grüne Lunge der Kesselstadt. Theater, Oper, Landtag und der Eckensee – all das gehört zu Stuttgart wie die Spätzle zu den Linsen. Der Schlossgarten beginnt im Stadtzentrum und unterteilt sich in drei Areale – den Oberen, den Mittleren und den Unteren Schlossgarten, die durch Fußgängerstege miteinander verbunden sind. Nicht selten ist im zentralen Park der Stadt ziemlich viel los. Doch selbst bei größeren Veranstaltungen findet sich zwischen Kunstgebäude und Berger Sprudler immer noch ein Fleckchen Wiese fürs Picknick. Kurzum: Der Schlossgarten ist weder besonders abgeschieden noch sehr originell, aber sicherlich das Herzstück der Innenstadt.
Der grüne Hügel mitten in der Stadt wurde einst als Steinbruch genutzt. Mitte des 19. Jahrhunderts strebte dann das Stuttgarter Großbürgertum in die Halbhöhenlagen. „Millionärshügel“ nannte das gemeine Volk die Karlshöhe deshalb auch spöttisch. Heute darf dort jeder seine Picknickdecke ausbreiten. Vorbei an gepflegten Gärten, ehrwürdigen Villen und uralten Bäumen steigt man hinauf, oben ist der Ausblick in den urbanen Stuttgarter Süden ein Augenschmaus. Und schöner kann man fast nirgends auf den Fernsehturm gucken.
Solitude, Einsamkeit, nannte Herzog Carl Eugen sein Schlösschen, das wie eine cremefarbene Erscheinung oberhalb von Stuttgart-Bergheim sitzt. Einsam ist es auf der großen Wiese vor dem Schloss im Sommer nicht unbedingt: Hier wird gechillt, gespielt und Brautpaare machen vor der prächtigen Schlosskulisse ihre Hochzeitsfotos. Wer fertig gepicknickt hat, sollte noch einen Verdauungsspaziergang einlegen. Zum Beispiel zum Fritz-von-Graevenitz-Museum, das Werke des Stuttgarter Bildhauers zeigt, zu den Pferdekoppeln oder zu dem winzigen Soldatenfriedhof, auf dem der Stuttgarter Ballettstar John Cranko und die Eltern des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker begraben sind. Oder man besichtigt das Schloss mit seinem prächtigen Weißen Saal.
Auf dem „Dach der Stadt“ ist viel Platz für gepflegtes Dinieren im Grünen. Ein Klassiker ist das Tal der Rosen, wo man höchstens Gefahr läuft, dass einem eine fehlgeleitete Frisbee in den Nudelsalat fliegen könnte. Doch im Höhenpark gibt es viele schöne Ecken: Kinder werden in der Nähe des großen Spielplatzes, Eliszis Jahrmarkt und der Tiergehege glücklich – oder wenn sie eine Runde mit dem Killesbergbähnle drehen dürfen. Verwunschen und ein bisschen wie im Auenland der Tolkien‘schen Hobbits sieht es im Primeltal aus. Und wer komplett seine Ruhe will, spaziert am Tal der Rosen vorbei und geht bis ganz hinten zum Steinbruch durch – hier picknickt man meist gänzlich ungestört.
Nicht umsonst ist der Bismarckturm in Stuttgart-Nord ein Silvesterklassiker – die Aussicht auf die Landeshauptstadt ist von hier aus einfach grandios. Auf der abschüssigen Wiese vor dem 1904 eröffneten Turm zu Ehren des früheren Reichskanzlers kann man seine Picknickdecke ausbreiten. Nur sein Glas muss man in der Schräglage gut festhalten.
Dieser Park ist immer wieder eine kleine Überraschung: Eben ist man noch zwischen den Blechlawinen, die sich die Hohenheimer Straße nach oben quälen und plötzlich, nach wenigen Schritten, befindet man sich im Weißenburgpark in einem grünen Paradies. Wer kein eigenes Picknick dabei hat, sollte im Teehaus, dem hübschen Pavillon im Jugendstil, vorbeischauen. Einziger Haken ist der recht steile Hang, der nicht für viele Picknicker Platz lässt.
Die schlechte Nachricht gleich vorweg: Schwimmen darf man hier leider nicht, aber das ist halb so schlimm. Denn der Max-Eyth-See in Stuttgart-Hofen hat ganz schön viel zu bieten: Man kann grillen, Tret-, Ruder- oder Elektroboote ausleihen, im Biergarten sitzen, Rad fahren oder auch auf einer der großen Wiesen faul in der Sonne liegen.
Weiträumige Wiesen hat die Innenstadt natürlich nicht zu bieten. Dazu muss man schon den Rotenberg hinaufkraxeln (oder wenigstens fahren – Achtung: Die Parkplätze sind kostenpflichtig): Die Egelseer Heide ist größer als ein Fußballfeld. Während die Kinder beim Picknick auf dem Spielplatz herumtoben, können die Eltern grillen und in der Sonne entspannen – ein familienfreundlicher Ort eben, an dem es dementsprechend laut und voll sein kann. Die Aussicht ist selbstredend bombastisch. Und wer noch einen Hauch Romantik haben will, besichtigt später noch die Grabkapelle auf dem Württemberg, die König Wilhelm I. seiner jung verstorbenen Katharina widmete.
Manchmal könnte man meinen, Stuttgart hätte kein anderes Ausflugsziel. An den Wochenenden zieht es die Landeshauptstädter ans Bärenschlössle und seine Seen. Der Damm am Bärensee wird momentan saniert, deshalb ist der See direkt vor dem ehemaligen Jagdschloss abgelassen. Erst im Laufe dieses Jahres kommt das Wasser wieder. Ausflügler stört das aber offenbar nicht – bei schönem Wetter sind die Wiesen rund ums Schlössle voll, auf den beiden bronzenen Bären vor der Freitreppe klettern die Kinder. Wer sein Picknick vergessen hat, muss nicht hungern: Im Bärenschlössle gibt es Kuchen und schwäbische Spezialitäten. Die Parkplätze an den Seen sind schnell voll, aber ein Hinweg zu Fuß durch den Schwarz- und Rotwildpark ist ohnehin viel schöner.
Definitiv nichts für diejenigen, die es bequem haben wollen: Durch Weinberge und Wald geht es steil hoch auf den rund 470 Meter hohen Kappelberg. Auf dem Fellbacher Hausberg gibt es viel Platz zum Spielen und ein Stück Wiese fürs Picknick. Der Aufstieg lohnt sich: Ob nach Stuttgart oder ins Remstal – die Aussicht vom Kappelberg ist unbezahlbar.
Studentinnen und Studenten chillen hier oder versuchen, sich vor der Klausur noch ein bisschen Wissen anzulesen. Die Hohenheimer Gärten sind aber auch für alle anderen ein tolles Ausflugsziel – und ein absolutes Muss für Pflanzenfreunde. Mammutbäume, Magnolien, Gingkos und unzählige andere Bäume wachsen hier. Wer die Pappelallee entlang spaziert, fühlt sich ein bisschen wie Herzog Carl Eugen und seine Franziska von Hohenheim. Und gute Picknick-Spots gibt es im Park in Hülle und Fülle.
Im Körschtal wähnt man sich auf dem Lande – dabei ist die Großstadt Stuttgart gleich ums Eck. Doch in dem Tal zwischen Möhringen und Plieningen ist die Natur ursprünglich und Kinder können stundenlang am stattlichen Bach Körsch spielen, während ihre Eltern in den weitläufigen Wildblumenwiesen die Picknickdecke ausbreiten und entspannen können.
Familien mit Kindern werden hier bestimmt glücklich: Es gibt gleich zwei Grillstellen und der Waldspielplatz im Kräherwald zwischen Botnang und dem Stuttgarter Westen wurde erst vor Kurzem neu gestaltet. Während der Nachwuchs also mit der Seilbahn flitzt, können die Eltern in aller Ruhe schlemmen. Wem danach der Sinn nach Bewegung steht – der Trimm-dich-Pfad ist gleich um die Ecke.
Er ist vielleicht der romantischste Teil des „Grünen U“ – der Rosensteinpark mit seinen gewaltigen Bäumen. Er wurde Anfang des 19. Jahrhunderts im Stil englischer Landschaftsparks angelegt. Vor König Wilhelms Schloss Rosenstein lagern nicht nur Nymphen, hier kann man auch selbst königlich picknicken. Denn nicht überall im Park ist das Betreten der Wiesen erlaubt – sie dienen als Futterwiesen für die Tiere der Wilhelma. Im oberen, östlichen Teil des Parks kann man (ganz umsonst) Kamele und Alpakas des zoologisch-botanischen Gartens beobachten. Im Anschluss ans Picknick lohnt ein Besuch in einem der beiden Naturkundemuseen: Im Schloss gibt es die biologische Ausstellung im Schloss Rosenstein und am nördlichen Ende des Parks die paläontologische Ausstellung über Dinosaurier und Fossilien.
Der Korb mit den Fressalien darf nicht zu schwer sein, denn Picknicker mit Höhendrang müssen ihn über Serpentinen auf den 511 Meter hohen Birkenkopf schleppen. Der im Volksmund „Monte Scherbelino“ genannte Hügel wuchs in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg um 40 Meter, als hier die Trümmer der zerstörten Stadt angehäuft wurden. Mauerreste, Fassadenteile und Säulen liegen hier übereinander. Mahnmal und Kletterparadies für Kinder zugleich. Ein ambivalenter Ort mit Geschichte also - der aber auch einfach einen tollen Ausblick auf den Kessel bietet.
Der Kurpark mit seinem ehrwürdigen Kursaal erzählt von einer Zeit, als die Hautevolee in Bad Cannstatt noch ihre Sommerfrische abhielt. Zwischen alten Bäumen kann man im Oberen Kurpark besonders idyllisch seine Picknickdecke ausbreiten, einen Blick auf Cannstatt mit seiner Stadtkirche gibt’s auch. Der Nachwuchs kann sich indes am Spielplatz unterm Daimlerturm müde spielen. Eine Tischtennisplatte für das Verdauungsmatch danach steht hier auch. Und wer Lust hat, kann auf dem angrenzenden Minigolfplatz auch noch schön schattig einlochen.
Die kleine Schwester des Höhenparks – an den Wartberg verirren sich weitaus weniger Menschen. Dabei ist es hier seit der Internationalen Gartenschau im Jahr 1993 so schön: Schrebergärten mit kunterbunten Häuschen, üppig und in allen Farben blühende Pfingstrosenbüsche, ein Wasserspielplatz, an dessen angrenzender Wiese sich besonders gut ein Open-Air-Dinner auftischen lässt. Wer nichts dabei hat, kehrt auf der wahnsinnig idyllischen Terrasse des Restaurants „Ins Blaue“ ein.