Pläne für den Bürgerpark Weinstadt Eine neue Chance für das „Grüne T“

Von Luitgard Schaber 

Der Bürgerpark Weinstadt soll wahr werden – dank neuen Zuschüssen und baulichen Veränderungen. Einige Räte befürchten aber unabsehbare Kosten.

Die Anlagen für Parcours-Sportler im Bürgerpark sind immerhin schon da. Foto: Gottfried Stoppel
Die Anlagen für Parcours-Sportler im Bürgerpark sind immerhin schon da. Foto: Gottfried Stoppel

Weinstadt - Der Bürgerpark in Weinstadt soll als Grüne Mitte die fünf Ortsteile der Stadt näher zusammenrücken lassen. Das Millionenprojekt ist ein Vorhaben für Generationen. Seit Jahrzehnten ist dafür das Gelände am Schweizerbach zwischen Beutelsbach und Endersbach freigehalten worden. Für die Remstal-Gartenschau nahm man sich vor, den Bürgerpark endlich umzusetzen. Dabei sollte als Senkrechte eines grünen „T“ vom Park aus entlang des Schweizerbachs ein Zugang zur Rems geschaffen werden. Die neu zu gestaltenden Uferzonen zwischen der Einmündung des Haldenbachs bis zur Häckermühle sollten den Querbalken bilden. In den weiteren Beratungen wurde diese ambitionierte Planung indes reduziert und der Bürgerpark aus den Gartenschauprojekten ausgegliedert.

Jetzt wittert die Stadtverwaltung die Chance, die ursprüngliche Idee des Grünen T doch noch umsetzen zu können. Im Gemeinderat präsentierte sie die neuen Fördermöglichkeiten, die sich für das Projekt ergeben könnten. Bislang hat die Stadt einen Zuschuss in Höhe von 3,5 Millionen in Aussicht – sofern das in das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ aufgenommene Vorhaben im Jahr 2021 fertig wird. Doch die Planung des zweiten Bauabschnitts war im November ins Stocken geraten, weil der Gemeinderat diese nicht mittragen wollte. Der Auslöser hierfür waren erneut 600 000 Euro an Mehrkosten aufgrund von Preissteigerungen in der Baubranche sowie weitere 500 000 Euro zusätzlich für einen bislang in der Kostenschätzung nicht berücksichtigten Brückenneubau am geplanten Auftaktplatz. Dieser soll als Parkeingang die Grünfläche an den Beutelsbacher Ortskern anbinden.

Gesamtkosten würden auf 7,4 Millionen Euro steigen

Beide Projekte würden die Gesamtkosten auf 7,4 Millionen Euro hochtreiben. Im Siegerentwurf des Planungsbüros A24 von 2014 war die Brücke vorgesehen, den Vorentwurf hatte der Gemeinderat aber ohne sie beschlossen. Die Verwaltung will indes nicht auf die neue Brücke verzichten, weil die alte bei der Gestaltung des Parkeingangs im Wege sei.

Auf der Suche nach einer alternativen Lösung für die Platzgestaltung ging die Weinstädter Verwaltung auf den Fördergeber zu. „Der Auftaktplatz ist für ihn ein wichtiges Element, da er eine Verbindung zum Ort herstellt“, berichtete der Stadtplanungsamtsleiter Reinhard Schlegel dazu. Aber er habe Weinstadt die Möglichkeit eingeräumt, den Platzbau aufzuschieben. Jedoch sollte dieser dann ordentlich gestaltet werden. Dazu könne die Stadt sich für ein neues Förderprogramm bewerben, das im Juni aufgelegt werde. Um an den Zuschuss von 66 Prozent zu kommen, müssten indes verschiedene Begleitelemente in den Plan aufgenommen werden: Zum einen eine Anbindung des Beutelsbacher Ortskerns über Platz, Park und Schweizerbach zur Rems, wofür eine Studie erstellt werden soll. Zum anderen eine Unterführung am Stadion Benzach, um den dortigen Radweg ohne Überquerung der Kreisstraße ebenfalls anzuschließen.

Vorteile für Radler

Dies würde zahlreiche Vorteile mit sich bringen. Profitieren würde vor allem der Radverkehr, insbesondere vom nahen Bildungszentrum. Aber auch der Hochwasserschutz am Schweizerbach könnte durch ein umgestaltetes Ufer ab dem Bort-Areal bis zur Rems zu Gunsten des angrenzenden Gewerbegebiets verbessert werden. Im Gemeinderat herrschte dennoch Zaudern und Zögern. Die Furcht, sich mit dem Antrag auf unabsehbare Kosten durch die Begleitelemente einzulassen, war groß. Lediglich der CDU-Fraktionsvorsitzende Ulrich Witzlinger sprach sich deutlich für den Verwaltungsvorschlag aus: „Man sollte das Projekt lieber ordentlich und sinnvoll fertigstellen als Murks zu machen.“ Denn die Arbeit des Gemeinderats werde von den Bürgern schlussendlich nicht nur an den Kosten, sondern auch am Ergebnis gemessen.

Nach langer Diskussion rang sich eine Mehrheit der Räte dazu durch, die Verwaltung zumindest den neuen Förderantrag vorbereiten zu lassen und derweil den zweiten Bauabschnitt vorerst ohne den Auftaktplatz anzugehen.