Pläne für Wilhelma Wilhelma will Elefanten und Tiger züchten

Von Wenke Böhm 

Mit einer großen Rüsselherde möchte die Wilhelma 2024 bei den Besuchern punkten. Am Montag warteten Zoo und Finanzministerium außerdem mit einer Überraschung auf.

Wilhelmachef Thomas Kölpin und Finanzministerin Edith Sitzmann im Kontakt mit einer betagten Elefantendame. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Wilhelmachef Thomas Kölpin und Finanzministerin Edith Sitzmann im Kontakt mit einer betagten Elefantendame. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Besucher der Wilhelma können sich künftig auf besondere Tierbabys freuen. Nicht nur bei den Asiatischen Elefanten möchte Stuttgarts Zoo ein Zuchtherde aufbauen. Auch Tigerjunge soll es geben, verrieten Direktor Thomas Kölpin und Landesfinanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) am Montag bei der Vorstellung des lang ersehnten Masterplans.

Die große geplante Asienanlage wird sich vom oberen Ende des Zoos an der Pragstraße entlang bis zu den asiatischen Löwen erstrecken. Durch ihr Herzstück, die Elefantenwelt, könnten dann bis zu 14 Elefanten stampfen. Das neue Domizil für die Wilhelma-Wappentiere soll vom zweiten Halbjahr 2020 an in der Ecke des heutigen Schaubauernhofes entstehen. Geplant sind 11 700 Quadratmeter Außenfläche und 5100 Quadratmeter Gebäudefläche. Die Bauzeit gibt das Finanzministerium mit rund vier Jahren an.

Mit der neuen Anlage möchte der Landeszoo in die Zucht der Dickhäuter einsteigen, von denen es weltweit nur noch rund 30 000 gibt. Bei sechs Elefantenkühen und einem Zuchtbullen wird sich eines Tages auch Nachwuchs hier tummeln. „Der Herdenverband, die Aufzucht der Jungtiere und ein distanzierter Umgang durch die Tierpfleger fördern das Sozialgefüge unter den Elefanten gleich dreifach“, so Kölpin.

Platz für Sibirische Tiger mit Nachwuchs

Auch weitere beliebte Tierbabys stehen ins Haus: Auf den Flächen rund ums frühere Bisongelände wird – passend zum Asienkonzept – künftig ein neues Pärchen Sibirischer Tiger residieren. Bis zu sechs Babys können sie hier aufziehen. Die drei geplante Einzelanlagen, die miteinander verbunden werden können, entsprechen Auflagen des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes. Und wenn das bisherige Elefantengehege frei wird, findet ein zweites indisches Panzernashorn-Weibchen Platz in einem dann deutlich größeren Gehege, so dass auch hier mehr Jungtiere ins Haus stehen könnten.

„Durch die geplanten Baumaßnahmen wird die Wilhelma ihren Spitzenplatz unter den besten Zoos Europas verteidigen. Allein für die Elefanten planen wir eine Förderung des Projektes durch den Verein mit bis zu 10 Millionen Euro“, sagte Georg Fundel, Vorsitzender des Vereins Freunde und Förderer. Die Gesamtkosten für das neue Juwel der Asienanlage sind nach Angaben von Ministerin Sitzmann noch unklar. Die Detailplanung werde jetzt erst erarbeitet, sagte sie. Die zehn Millionen Euro des Fördervereins würden aber sicher nicht ausreichen. „Man wird ein bisschen was drauflegen müssen.“

Die Elefanten werden dort etwa zehn Mal soviel Platz haben wie heute. „Die Mindesthaltungsrichtlinien wollen wir sehr stark überschreiten“, so Kölpin. Ziel sei, den Tieren optimale Bedingungen zu bieten. Geplant sind getrennte Anlagen mit Wasserbecken, die sich auch verbinden lassen. Wie dicht die Besucher herankönnen, stehe noch nicht fest, sagte er. Einen positiven Effekt auf die Besucherzahlen verspricht er sich aber in jedem Fall: „Elefantenbabys in Stuttgart wären überregional attraktiv.“ Schon durch die Löwen, die im März eingezogen sind, verzeichne man ein Besucherplus von rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Verkehr im Tunnel würde Elefanten darüber stressen

Die Fläche des Schaubauernhofes wurde deshalb als Elefanten-Standort gewählt, weil sie nicht über den Röhren des Rosensteintunnels liegt. Die Vibrationen vom Tunnel unter den Füßen könnten Stress bei den Tieren auslösen, erklärte Kölpin. Am jetzt geplanten Standort sei die Entfernung aber groß genug. Ergänzt wird die neue Elefantenwelt durch eine Fläche für weitere Tierarten wie die Nachttiere mit mehr als 800 Quadratmetern und eine passende Gastronomie. Vorgesehen sind in der Asienanlage ferner ein Gehege für Huftiere, das schon ab 2018 entstehen soll, und ein asiatisches Dorf mit mehreren Haustierarten, dessen Bau 2019 beginnen soll. Die Kosten dafür werden mit jeweils 1,5 Millionen Euro beziffert, genau wie für das neue Tigerdomizil. Ein neuer Eingang an der oberen Pragstraße schlägt laut Sitzmann mit einer Million Euro zu Buche. Außerdem sollen die Gehege für Schabrackentapire, Panzernashörner und Löwen in der Asienanlage ihre Platz haben.

Fans des Streichelzoos werden laut Planung auch künftig ihre Freude haben. Im asiatischen Dorf soll es Möglichkeiten zum Kontakt zwischen Mensch und Tier geben. Kaschmirziegen und eine asiatische Schafart könnten hier erlebt werden, so Kölpin. Auch zu Hängebauchschweinen könnten die Kinder dann Kontakt aufnehmen. http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.neue-loewen-in-der-wilhelma-shapur-und-kajal-erkunden-das-aussengehege.3480e98f-d3cc-4690-8f80-a47457dcd243.html

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