Plagiat in "Trottwar" CDU-Abgeordneter Löffler gibt den Mini-Guttenberg

Von Thomas Braun u. Markus Heffner 

Der Jurist und CDU-Landtagsabgeordnete Reinhard Löffler hat sich in einem Beitrag für "Trottwar" mit fremden Federn geschmückt.  

CDU-Kandidat Reinhard Löffler hat in Trottwar ein Plagiat unter seinem Namen drucken lassen.  Foto: StZ
CDU-Kandidat Reinhard Löffler hat in "Trottwar" ein Plagiat unter seinem Namen drucken lassen. Foto: StZ

Stuttgart - Als Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg vor wenigen Wochen wegen der Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit nach einigem Zögern zurücktrat, da schwamm der smarte CSU-Politiker auf einer riesigen Sympathiewelle. Auf der Internetplattform Facebook formierten sich die "Gutti"-Fans und forderten seine baldige Rückkehr in die Politik.

Auf Guttenbergs Spuren wandelt nun der CDU-Landtagsabgeordnete und Kandidat im Stuttgarter Wahlkreis III (Nord), Reinhard Löffler - ob er mit einem ähnlichem Fanzulauf rechnen kann, werden die nächsten Tagen zeigen. In der aktuellen Ausgabe der Straßenzeitung "Trottwar" hat der CDU-Mann nämlich unter seinem Namen einen Beitrag abdrucken lassen, der allerdings keineswegs aus der Feder "von Dr. Reinhard Löffler", stammt, wie er dem Leser glauben macht.

Der Text, eine philosophische Abhandlung über Anpassungsmechanismen in der Arbeitswelt am Beispiel der Verhaltensweise von Flöhen, wurde vielmehr von dem Mathematikprofessor Gunter Dueck verfasst und sowohl auf dessen Homepage in der Kolumne "Daily Dueck" als auch in seinem Buch "Platons grotesker Irrtum" veröffentlicht.

Ganze Absätze und philosophische Schlussfolgerungen - alles kopiert

Absatzweise kopiert hat Löffler dabei nicht nur das von Dueck entwickelte Gleichnis zwischen Mensch und Floh, das darstellen soll, dass man sich große Sprünge zutrauen muss, um es zu etwas zu bringen - wobei Löffler dabei sogar die von Dueck gewählte Ich-Form beibehalten hat. Er hat zudem auch dessen philosophische Schlussfolgerungen übernommen, etwa die Aussage: "Und sie fürchten sich sehr. Und sie springen nicht mehr!" Denn: "Bei großen Sprüngen setzt es blutige Nasen."

Dueck selbst, von dessen Homepage schön öfters geklaut wurde, hat das "freche Plagiat" des CDU-Abgeordneten zweifelsfrei als sein Werk identifiziert. "Ich nehme es mit Humor, mehr ist nicht zu sagen", so der Professor, der bei der IBM in führender Position arbeitet und etliche satirisch-philosophische Bücher veröffentlicht hat.

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