Planetarium in S-Mitte Eine Geschichte vom Leben und Sterben der Gestirne

Die Gemeinsamkeiten von Mensch und Weltall sind Thema der neuen Ausstellung im Planetarium. Foto: z
Die Gemeinsamkeiten von Mensch und Weltall sind Thema der neuen Ausstellung im Planetarium. Foto: z

Das Planetarium sucht in seinem neuen Programm die Gemeinsamkeiten von Mensch und Weltall. Die zweite Schau lädt zu einem Spaziergang auf dem Mars und hinein in die Milchstraße ein.

Böblingen: Marc Schieferecke (eck)
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S-Mitte - Ein Planet ist auch nur ein Mensch. Er entsteht beim Zusammenprall zweier Teilchen, die sich gegenseitig anziehen. Er gedeiht, indem er sich Materie anfuttert, zur leuchtenden Blüte seiner Jahre, bis sein Wanst sich bläht, seine Oberfläche verblasst und er schließlich stirbt. Nach seinem Tode werden seine atomaren Überreste zur Nahrung für andere seiner Art. Mit der Ausnahme, dass der Mensch im Sterben nicht explodiert.

Die Suche nach dem Sinn

Die Gemeinsamkeiten im Kreislauf des Kosmos und im Kreislauf des Lebens auf der Erde sind das Kernthema des neuen Programms im Planetarium. Stella nova ist es betitelt – neuer Stern. Es könnte ebenso gut sterbender Stern heißen, aber mit dem Tode lässt sich erfahrungsgemäß kein Publikum begeistern. Das strömte, nebenbei bemerkt, zur Premiere, obwohl der Planetariumsleiter Uwe Lemmer wegen des fortgeschrittenen Alters seiner Haustechnik und der Stuttgart-21-Baustelle vor seinem Bürofenster schon das Verglühen seiner Sternenschauen befürchtete.

Die Multivisionsschau endet mit der ewigen Frage der Menschheit, aus der die Wissenschaft wie die Religion entstand: Ob alles Entstehen und Vergehen einen Sinn hat, ob hinter dem Kreislauf allen Seins ein Plan steht, gleich ob ein göttlicher oder ein anderer, an dessen zumindest bisherigem Ende aus Sicht des Menschen der Mensch steht? Diese Frage „wird die Wissenschaft wohl nie beantworten können“. Dies ist die aktuelle Antwort des Planetariumsprogramms.

Sternenbilder in der Kuppel

Dafür beantwortet sie etliche Fragen nach dem tatsächlichen Kreislauf im Kosmos. Diese Antworten haben die Astrophysiker der Neuzeit vor allem dem Hubble-Teleskop zu verdanken, das aus seiner Bahn um die Erde in den Sternenhimmel späht. Die Schau beginnt mit dem geozentrischen Weltbild, in dem noch die Erde als Zentrum des Sonnensystems galt, um das sich alle dreht. Sie führt über die Sternbilder der alten Griechen und von der Entstehung des Weltalls vor 13 Milliarden Jahren zurück, immer wieder hinein in das Sternbild des Orion, der als Jäger im Himmel erdacht wurde und sich mit viel Fantasie zum Krieger mit Schwert und Schild ergänzen lässt. Im Planetarium muss dazu nicht der Geist bemüht werden. Das Bild projiziert die Technik in die Kuppel.

Im Nebel des Orion entstehen noch immer Sterne, die an ihrem Anfang nichts sind als sich vereinende Zusammenballungen von Wasserstoff und Staub. Das Leuchten der Sterne am Himmel ist pure Energie, die ins All geschleudert wird, entstanden bei der Kernfusion von Wasserstoffatomen, zunächst zu Helium, später zu anderen Elementen, seien es auf der Erde bekannte oder unbekannte. Ballen sich Staubwolken um den wachsenden Stern mit seiner wachsenden Anziehungskraft, entstehen Planeten. In der Unendlichkeit des Alls ist es mithin nicht Theorie, sondern mathematisch wahrscheinlich, dass der Kosmos eine neue Erde in Arbeit hat.




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