Polizeirevier Zuffenhausen Über einen Umweg zum Traumberuf

Von Bernd Zeyer 

Der gebürtige Crailsheimer Volker Kehl ist der neue Leiter des Polizeireviers 7 Ludwigsburger Straße.

Der neue Revierleiter Volker Kehl setzt auf Prävention und Bürgernähe. Foto: Bernd Zeyer
Der neue Revierleiter Volker Kehl setzt auf Prävention und Bürgernähe. Foto: Bernd Zeyer

Zuffenhausen - Eigentlich war Polizist immer mein Traumberuf“, sagt Volker Kehl. Der 39-Jährige ist vor kurzem offiziell in sein neues Amt als Leiter des Reviers Zuffenhausen eingeführt worden. Er tritt die Nachfolge von Dieter Steinmann an, der im vergangenen Jahr in den Ruhestand verabschiedet worden war.

Fast jeder kleine Junge spielt gern Räuber und Gendarm. Das war auch bei Volker Kehl so. Allerdings ist er dabei viel lieber in die Rolle des Ordnungshüters geschlüpft. Das habe, so erzählt er heute, nicht zuletzt auch daran gelegen, dass sein Vater damals Feldjäger bei der Bundeswehr gewesen sei. Den Filius führte der Weg allerdings nicht direkt zur Polizei, sondern zunächst an die Pädagogische Hochschule in Weingarten, wo er einige Semester Physik und Biologie studierte. Warum, das kann er sich bis heute selbst nicht erklären. Spätestens im vierten Semester sei ihm aber klar gewesen, dass er Polizist werden wolle. 1997 war es dann schließlich so weit, Kehl ging als Kommissaranwärter zur Bereitschaftspolizei in Göppingen.

Keine typische Polizistenkarriere

Stellvertretender Dienstgruppenleiter in Künzelsau, Sachbearbeiter beim Referat Einsatz der ehemaligen Landespolizeidirektion Stuttgart, Fachlehrer an der Akademie der Polizei, Dienstgruppenleiter im Revier Leonberg, das sind einige der Stationen von Kehl, der von 2010 bis 2012 seine Ausbildung zum Höheren Dienst an der Hochschule der Polizei absolvierte. „Eine typische Polizistenkarriere habe ich nicht gemacht“, beschreibt er seinen Werdegang, der ihn 2012 zum Landeskriminalamt geführt hat, wo er sich mit der technischen Infrastruktur beschäftigte. Dass er Revierleiter in Zuffenhausen wird, weiß er seit Ende 2013.

„Die Polizei soll ein offenes Haus sein“, sagt der gebürtige Crailsheimer. Er möchte viele Berührungspunkte mit den Bürgern suchen, beispielsweise durch regelmäßige Anwesenheit bei Bezirksbeiratssitzungen, und zwar in Zuffenhausen, Stammheim und Mühlhausen. Die rund 110 Beamten des Reviers 7 an der Ludwigsburger Straße sind nämlich auch für diese Nachbarbezirke und damit für insgesamt 75 000 Bürger zuständig. Die Ressourcen dafür, da ist sich der Polizeirat sicher, reichen sowohl personell als auch materiell aus, man sei gut aufgestellt. „Führen im Dialog“, so definiert er seine Strategie gegenüber seinen Beamten. „Wir alle sind ein Team“, sagt Kehl.

„Stuttgart ist eine sichere Stadt“

Der Polizeirat möchte die Vernetzung in den Stadtbezirken weiter pflegen und ausbauen und sieht die Prävention als eine der Kernaufgaben der Ordnungshüter an. Die Leitplanken der Sicherheitspolitik, so umschreibt es Kehl, seien zwar vorgegeben, dazwischen gebe es aber Freiräume. „Stuttgart ist eine sichere Stadt“, sagt er und betont, dass man sich in Zuffenhausen zu jeder Tages- und Nachtzeit auf die Straße trauen könne. Mit seinem Vorgänger Dieter Steinmann hat der neue Revierleiter mehrfach Kontakt gehabt. In dessen Fußstapfen will er freilich nicht treten, vielmehr möchte er seinen eigenen Weg finden: „Ich will Steinmann nicht ersetzen, sondern Volker Kehl sein.“ Steinmann habe ihm mitgegeben, dass man in Zuffenhausen viel bewegen könne.

In seiner Freizeit beschäftigt sich der Vater zweier drei und sechs Jahre alten Söhne mit Yoga, geht gerne zum Joggen oder baut Modellflugzeuge, die er auch fliegen lässt. Kehls Ehefrau Daniela arbeitet als Krankenschwester, sie hat viel Verständnis für den Beruf ihres Mannes. Die Familie wohnt in Walheim. Vor dem Fernseher verbringt Volker Kehl, der Anfang März ins Schwabenalter kommt, nur wenig Zeit. Ganz ausgeschaltet bleibt das Gerät, wenn ein Krimi läuft. Die mag der Polizist nämlich überhaupt nicht. Umso mehr schlägt sein Herz für den VfB Stuttgart. Auch wenn die Spiele seines Lieblingsvereins in letzter Zeit eher wenig Anlass zur Freude geben, sitzt Volker Kehl gerne in der Mercedes-Benz-Arena und drückt beide Daumen.

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