Die Mieten sind hoch – gerade auch in der Stuttgarter Innenstadt. Das macht sich ein Münchner Galerist auf kreative Weise zunutze.

Kultur: Adrienne Braun (adr)

Sebastian Vogel verkauft an sich in München Editionen. Jetzt schlägt der Galerist für vier Tage in Stuttgart auf und nutzt ein leer stehendes Gebäude als Pop-up-Galerie.

Herr Vogel, Sie sind in der Stuttgarter Innenstadt für vier Tage präsent mit einer Pop-up-Galerie. Lohnt sich das mitten in der Sommerpause?

Dass Galerien im Sommer zumachen, ist veraltet. Gerade Stuttgart ist auch im Sommer sehr voll. Die Leute, die in der Stadt sind, können bei uns entspannt ein Glas Wein trinken und in Ruhe die Ausstellung anschauen.

Haben Sie schon häufiger Pop-ups gemacht, also Ausstellungen, bei denen Sie Räume für wenige Tage anmieten?

Wir machen das jetzt seit fünf Jahren und waren schon in Berlin, Wien und sind regelmäßig in Düsseldorf während der DC Open. Wir mieten uns irgendwelche Locations, die meistens erst vier Wochen vorher ausgesucht werden.

Wie finden Sie die Räume?

Die Leute denken, dass man einfach in Google sucht, aber da findet man immer dieselben Locations aus dem Eventbereich. Ich gehe dagegen durch die Stadt und sehe etwas, das ideal wäre. Man entdeckt einen leer stehenden Laden, fotografiert die Hausnummer und ruft an. Es gibt so viel Leerstand in den Städten, leider – und meist lässt sich über den Preis verhandeln.

Müsse Sie viel investieren?

Klar, wir laden ein, werben über die sozialen Medien und machen ein Opening. Aber für die Getränke haben wir hier in Stuttgart zum Glück einen Sponsor gefunden, der den Sekt übernimmt. Außerdem habe ich Familie hier, bei der ich übernachten kann. In anderen Städten käme noch das Hotel dazu, aber letztlich ist der Transport das teuerste.

Aber unterm Strich rechnet es sich vermutlich?

Verlust habe ich nie gemacht mit einer Pop-up-Ausstellung. Wenn man auf eine Kunstmesse geht, kostet es auch, da kann man das Geld auch in eine Location stecken und ein Event veranstalten.

Pop-up-Galerie. Schulstraße 17, geöffnet an diesem Do 17–21 Uhr, Fr 12–20 Uhr, Sa 11–19 Uhr, So 12–18 Uhr