Preis für Uhlandschule Stuttgarter Schule ist bundesweites Energievorbild

Mit ihrer Besonderheit in Sachen Energie wirbt die Uhlandschule bereits am Eingang. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Uhlandschule in Stuttgart hat in den vergangenen sechs Jahren mehr Energie produziert, als sie verbraucht hat. Dafür gab es nun einen renommierten Preis.

Klima & Nachhaltigkeit: Judith A. Sägesser (ana)

Gebäude, wie die Uhlandschule es einmal war, bereiten Kommunen Kopfzerbrechen in der Energiewende. Sanierungsbedürftige 50er-Jahre-Bauten mit einer miserablen Energiebilanz. Bei der Uhlandschule hat sich die Stadt Stuttgart nun allerdings bundesweit im positiven Sinne als Streber hervorgetan. Unter der Federführung von Jürgen Görres, dem Leiter der Energieabteilung, hat sich die Schule in Stuttgart-Rot in ein Gebäude verwandelt, das mehr Energie produziert als verbraucht. Die Uhlandschule ist sogar europaweit die erste sanierte Plusenergieschule.

 

Deutsches Institut für Urbanistik schreibt Preis aus

Am 16. November hat die Stadt Stuttgart beim Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2023“ den Preis in der Kategorie Ressourcen- und Energieeffizienz gewonnen. Ausgeschrieben wird er vom Deutschen Institut für Urbanistik mit Förderung der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Kooperationspartner sind der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund.

Doch wie ist es gelungen, den einstigen Energiefresser in ein Plusenergiegebäude zu transformieren? Eine neue Gebäudehülle, dreifach verglaste Fenster und LED-Lichter haben den Energieverbrauch beispielsweise auf ein Minimum reduziert. Geothermie, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie Solarmodule auf dem Dach und an der Fassade mit einer Spitzenleistung von 230 Kilowattpeak versorgen die Grund- und Werkrealschule.

Uhlandschule speist mehr Strom ins Netz als gedacht

Die Kosten lagen mit 20 Millionen Euro weit über den anfangs geschätzten zwölf Millionen Euro. Gefördert wurde das Projekt vom damaligen Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit 4,4 Millionen Euro sowie mit knapp einer Million Euro vom Land Baden-Württemberg. Die Investition dürfte sich auszahlen. Die Analysen der vergangenen sechs Jahre haben laut Baubürgermeister Peter Pätzold gezeigt, „dass mehr Energie erzeugt, als von der Schule benötigt wird“. Die Schule speise deutlich mehr Strom ins Netz als erwartet: pro Jahr 150 000 Kilowattstunden, so viel verbrauchen 50 Vierpersonenhaushalte jährlich.

Aufgrund des Erfolgs an der Uhlandschule hatte der Gemeinderat 2020 neue Energiestandards für städtische Gebäude beschlossen. Neubauten müssen Plusenergiehäuser sein, Bestandsgebäude nach der Sanierung mindestens klimaneutral.

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