Pressestimmen zu Vettel-Sieg in Monaco „Das schnarchigste Rennen der Welt“

Da ist das Ding: Sebastian Vettel feiert den Sieg in der Fürstenloge. Foto: AP
Da ist das Ding: Sebastian Vettel feiert den Sieg in der Fürstenloge. Foto: AP

In dem Heppenheimer Sebastian Vettel siegt erstmals seit 16 Jahren ein Ferrari-Pilot beim Stadtrennen der Formel 1 in Monte Carlo. Wir haben die Pressestimmen dazu gesammelt.

Sport: Heiko Hinrichsen (hh)
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Stuttgart - In dem Heppenheimer Sebastian Vettel siegte erstmals seit 16 Jahren ein Ferrari-Pilot beim Stadtrennen der Formel 1 in Monte Carlo. Die Pressestimmen:

Spiegel Online Das schnarchigste Rennen der Welt. Für viele ist Monaco der Höhepunkt der Formel-1-Saison, dabei ist dieses Rennen so öde wie kein anderes. Zwei Geschichten gab es aber: Gelang Vettel der Sieg per Befehl? Und: Die Pipi-Affäre von Jenson Button. Kurz vor dem Start funkte Alonso seinen Ersatzmann an: „Pass auf mein Auto auf!“ Buttons Antwort: „Ich pinkele in deinen Sitz.“ Britischer Humor eben, tat diesem Rennen gut. Aber warum ist Monaco eigentlich noch im Rennkalender? Wegen der Tradition, der schönen TV-Bilder, dem Schaulaufen der Prominenz? Vielleicht. Aber sicher nicht, weil die Strecke der Formel 1 als Rennsport besonders schmeicheln würde.

Frankfurter Allgemeine Zeitung In gewissem Sinne ist Sebastian Vettel schon jetzt der legitime Nachfolger von Michael Schumacher. Zumindest kann man das seit Sonntag behaupten. 16 Jahre nach dem letzten Sieg des Rheinländers in Monaco, 16 Jahre nach dem letzten Sieg von Ferrari im Fürstentum, gewann Vettel, der Freund des so schwer verunglückten Kerpeners, den Großen Preis von Monaco. Und versetzte die Scuderia in alte Zeiten: Teamgesänge zur Hymne vor der Fürstenloge, halb mitsingend und die Akkorde intonierend der strahlende, ausgelassene Sieger: „Was für ein Hammertag.“

Bild-Zeitung Diesmal verpackte Ferrari die Teamorder in ein noch schöneres rotes Schleifchen. Nach außenhin war Ferrari nicht angreifbar. Schließlich fuhr Vettel Superzeiten in diesen fünf Runden und baute seinen Vorsprung vor der Safetycar-Phase nach einem bösen Wehrlein-Crash (Button schoss ihn ab, der Sauber klebte schräg in der Streckenbegrenzung) von 7,8 auf 11,8 Sekunden aus. Der Zweitplatzierte Kimi Räikkönen wusste natürlich, welches Spiel mit ihm gespielt wurde. Sein eiskalter, versteinerter Blick auf dem Siegerpodium sprach mehr als tausend Worte. Nach einem kurzen Handschlag mit Vettel wendete sich Räikkönen vom Deutschen wortlos ab. „Es ist für mich nicht das ideale Resultat“, wollte er nicht mehr Öl ins Feuer gießen.

Süddeutsche Zeitung In Monte Carlo, hat Vettel gesagt, muss man dem Auto vertrauen. Nur wer seinem Auto vertraut, der rast mit Tempo 290 durch den Tunnel unter dem Hotel Fairmont; nur wer daran glaubt, dass die Technik unter dem eigenen Sitz nicht auseinanderfällt, der beschleunigt frohgemut aus der 180-Grad-Kurve La Rascasse. „Unser Auto ist eine Diva“, sagte der Mercedes-Chef Toto Wolff. Hamilton hat seiner Diva an diesem Wochenende nicht getraut. Die Ferraris dagegen, sie rollten auf wohltemperierten Reifen um den Port Hercule, als wären sie auf Schienen.

Motorsport-Total.com Mit einer eindrucksvollen Vorstellung hat Sebastian Vettel den Grand Prix von Monaco 2017 gewonnen. Zwar gibt es besonders in den sozialen Netzwerken heiße Diskussionen darüber, ob das Ferrari-Team seinen Sieg mit einer versteckten Stallorder begünstigt hat. Aber rein fahrerisch ließ Vettel in den 78 Runden keinen Zweifel daran, wer in diesem Jahr der schnellste Fahrer des Rennens war.

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