Privatschulen Nur teuer oder auch besser?

Das Schulgeld der International School of Stuttgart liegt im Schnitt bei   12 000 Euro im Jahr. Foto: Zweygarth
Das Schulgeld der International School of Stuttgart liegt im Schnitt bei 12 000 Euro im Jahr. Foto: Zweygarth

Weil Eltern das Beste für ihre Kinder wollen, kommen bei der Suche nach der richtigen Schule immer häufiger private Anbieter ins Gespräch. Die Bandbreite ist groß und reicht von alternativen Einrichtungen bis hin zu teuren Kaderschmieden.

Lokales: Leona Stolterfoht (leo)
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Stuttgart - Sanierungsbedürftige Gebäude, unmotivierte Lehrer, Unterrichtsausfall: seit dem Pisaschock vor zehn Jahren ist für viele Eltern das deutsche Schulsystem ein System mit vielen Schwachstellen. Weil sie das Beste für ihre Kinder wollen, kommen bei der Suche nach der richtigen Schule immer häufiger private Anbieter ins Gespräch. Die Überlegung ist einfach: Wer für etwas zahlt, ist Kunde, und wer Kunde ist, darf mehr erwarten. Kleine Klassen zum Beispiel oder mehr Unterricht auf Englisch. Laut einer Forsa-Umfrage würde sogar jeder Dritte sein Kind gern auf eine Privatschule schicken.

Die Bandbreite ist groß und reicht von alternativen Einrichtungen, bei denen die Kinder frei von Notendruck selbst entscheiden dürfen, was sie lernen, bis hin zu teuren Kaderschmieden. Es ist deshalb schwer zu beantworten, ob Privatschulen Eliteschulen sind.

Timothy Kelley hat am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, auf eine Eliteschule im klassischen Sinn zu gehen. Der Amerikaner, der die Internationale Schule in Degerloch leitet, ist in Boston aufgewachsen. Und da seine Eltern an einer teuren Privatschule unterrichtet haben, konnte ihr Sohn dieselbe Schule besuchen, ohne die hohen Gebühren zahlen zu müssen. Abgeschottet, eingebildet, reich – mit diesen Attributen beschreibt Kelley seine einstigen Mitschüler und deren Familien.

ISS-Leiter: „Wir sind keine elitäre Schule“

Und gerade weil Timothy Kelley auf einer – wie er sagt – elitären Schule war, sagt er aus tiefster Überzeugung über die Internationale Schule in Stuttgart (ISS): „Wir sind keine elitäre Schule, wir sind eine Gemeinschaftsschule.“

Tatsächlich tummelt sich hier eine bunte Mischung auf dem Campus – es gibt Kinder und Jugendliche vieler Nationalitäten, Religionen und Hautfarben. Und es wird auch nicht in einem Schloss unterrichtet, sondern in einem modernen, nüchternen Bau zwischen Gewerbegebiet, Kleingartenanlage und Bauernhof. „Einige unserer Schüler werden die ersten in ihrer Familie sein, die studieren werden“, sagt Timothy Kelley. Andere aber – und diese Gruppe überwiegt deutlich – stammen aus sehr wohlhabenden Familien. Denn im Schnitt liegt das Schulgeld bei 12 000 Euro im Jahr.

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