Pro und Kontra Schulnoten Willkürlich und ungerecht

Von Arnold Rieger 

Kontra: Noten rauben Schülern die Lust am Lernen, meint Christoph Link:

Schon mal einen Erstklässler mit Spaß an der Schule beobachtet? Wie er sich auf den Unterricht freut, neugierig und wissbegierig den Lernstoff annimmt und gern in die Schule geht? Das ist nicht die Ausnahme, das ist in den frühen Klassen die Regel. Kinder lernen begeistert und freiwillig, wenn ihnen der Stoff faszinierend beigebracht wird. Aus gutem Grund sind in der ersten Klasse die Noten abgeschafft. Wenn Schule Freude macht, ist sie am besten.

Schlechte Schulnoten aber bremsen die Motivation, weil sie Leistung erzwingen wollen. Noten können auf allen Ebenen – zwischen Bundesländern, in einer Stadt, selbst an einer Schule – zu großer Ungerechtigkeit führen. Ihre Vergabe wird – trotz aller Vorgaben – nie frei von Willkür sein, die sich durch die Subjektivität des Lehrers ergibt.

Noten sollten zunächst in den Grundschulen abgeschafft und durch Lernstandsberichte ersetzt werden. Man kann mit Kindern über ihre Erfolge und Schwächen sehr wohl sprechen – eine Bewertung muss nicht über das Fallbeil einer Note geschehen. Lehrer können mit Schülern auch darüber reden, wie sie ihre Leistungen verbessern und ihre Talente voll ausschöpfen können. Sie können dafür gemeinsam Strategien und Pläne entwickeln. Moderne Schulsysteme verfolgen längst integrative Ansätze. Die Inklusion von schwächeren Schülern schreitet voran, die individuelle Förderung ist das Gebot der Stunde. Eine Nummerierung in der Bewertung von Leistung ist daher ein Anachronismus.

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