Pro und Kontra zur Homo-Ehe Kontra: Kindeswohl vor Elternwunsch

Von Stefan Kaufmann und Thomas Bareiß 

Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.“ Der Artikel 6 des Grundgesetzes macht deutlich, dass Ehe und Familie zusammengehören. Die Ehe ist der Grundstein der Familie und somit Grundlage für ein gelingendes Leben. Dies ist auch immer das Selbstverständnis der CDU gewesen. Aus unseren christlichen Grundsätzen heraus haben wir uns mehrfach zu Ehe und Familie bekannt. So steht in unserem Grundsatzprogramm: „Ehe ist unser Leitbild der Gemeinschaft von Mann und Frau. Sie ist die beste und verlässlichste Grundlage für das Gelingen von Familie.“ Dieser Grundsatz wurde auch vor drei Monaten auf dem Parteitag von einer breiten Mehrheit der CDU Basis bekräftigt.

Das bedeutet ausdrücklich keine Ausgrenzung gleichgeschlechtlicher Paare. In ihnen werden Werte gelebt, die grundlegend sind für unsere Gesellschaft, deshalb bekennt sich die CDU auch zum Lebenspartnerschaftsgesetz. Trotzdem ist die besondere Stellung von Ehe und Familie richtig. Denn beim Ehegattensplitting geht es nicht um die Bewertung von ­Lebensentwürfen, sondern um das ureigene Interesse des Staates. Die Ehe von Mann und Frau steht deshalb unter besonderem Schutz, da sie neben der Übernahme von Verantwortung füreinander, vor allem die Option auf Kinder beinhaltet. So haben 90 Prozent der Ehepaare, die das Ehegattensplitting anwenden, Kinder. Die Ehe ist der Keim jeder Familie und Gesellschaft. Ohne diese Bindung hätte unser Staat kein Fortbestehen.

Der Staat darf die Ehe privilegieren

Aus den bisherigen Gerichtsurteilen eine vollumfängliche Gleichstellung der Ehe mit der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft zu schlussfolgern, wäre falsch. So wurde durchaus die eingetragene Lebenspartnerschaft vom Bundesverfassungsgericht in ihrer Rechtsprechung zur Ehe abgegrenzt. Und auch der Europäische Gerichtshof machte erst vor zwei Wochen in einem Urteil deutlich, dass ein Staat die Ehe gegenüber der homosexuellen Partnerschaft privilegieren darf.

Beim Adoptionsrecht gilt: Kindeswohl vor Elternwunsch. Denn bisher gilt in der Kinder- und Jugendpsychologie, dass unterschiedliche Geschlechter für die psychische und sexuelle Entwicklung der Kinder als notwendig erachtet werden. Auch einen Mangel an adoptionsbereiten Eltern gibt es nicht, heute kommen auf ein zur Adoption freigegebenes Kind im Bundesdurchschnitt 20 Ehepaare. Deshalb lehne ich auch eine generelle Gleichstellung im Adoptionsrecht ab.

Der Autor Thomas Bareiß (38) ist Bundestagsabgeordneter und CDU-Bezirks-Chef von Württemberg-Hohenzollern.