Aus ganz Baden-Württemberg und zum Teil sogar Rheinland-Pfalz kommen angehende Baugeräteführer für ihren zwei- bis vierwöchigen Blockunterricht an das Berufsschulzentrum Schorndorf. Groß ist zudem das Einzugsgebiet der Bezirksfachklasse Baden-Württemberg im Bereich Straßen- und Tiefbau, die ebenfalls an der Schule beheimatet ist. Zwar brauchen nicht alle eine Unterkunft vor Ort, trotzdem ist die Unterbringung der fast 700 Schüler und Schülerinnen der beiden Fachrichtungen für den Landkreis als Träger stets eine Herausforderung. Aktuell kommen diese in fünf angemieteten Räumlichkeiten oder Liegenschaften des Kreises unter, auch im Bildungszentrum Bau in Remshalden-Grunbach werden Azubis untergebracht.
Ein Baustein vernetzter Mobilität
Doch nun soll ein neues Bauprojekt des Kreises Entspannung bringen: „Es ist die Idee eines Schülerwohnheims entstanden“, berichtete Landrat Richard Sigel im Schorndorfer Gemeinderat. Dem Gremium hat er die Pläne des Kreises vorgestellt. Diese sehen vor, dass das Wohnheim aufgrund der Nähe zum Bahnhof mit einem zweiten Projekt verbunden wird: einem Fahrradparkhaus mit rund 160 Stellplätzen. Für Sigel ist dieses ein weiterer Baustein für eine vernetzte Mobilität und „für einen fahrradfreundlichen Landkreis“.
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Zupass kommt dem Landkreis, dass auf dem Gelände des Berufsschulzentrums an der Grabenstraße noch eine Freifläche zur Verfügung steht. Auf diesem sind bisher Fahrzeuge abgestellt, welche für die Beschulung verschiedener Bildungsgänge benötigt werden: „Das ist eigentlich viel zu schade“, sagte Sigel. Wenn alles wie geplant seinen Gang geht, soll die Kreisbaugruppe dort noch dieses Jahr mit dem Bau des Schülerwohnheims beginnen. Dieses könnte dann im September 2023 fertig sein. Kalkuliert wird mit einer Investition von vier Millionen Euro.
Es wird mit einer hohen Auslastung der 19 Appartements gerechnet
Das Haus soll aus Holzmodulen bestehen und mit einer zentralen Luft-Wärme-Pumpe sowie einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach ausgestattet werden. Damit soll das Gebäude auch in dieser Hinsicht ein Betrag zum Klimaschutz sein, wie Sigel sagt. Das Fahrradparkhaus soll im Erdgeschoss untergebracht sein und über Boxen, Spinde, Lademöglichkeiten sowie eine Mini-Werkstatt verfügen. Den Betrieb sollen die Stadtwerke Schorndorf übernehmen.
Die 19 Appartements sind in den Obergeschossen geplant und jeweils rund 27 Quadratmeter groß. Bis zu 38 Personen sollen damit in dem Wohnheim unterkommen. „Wir rechnen mit einer hohen Auslastung“, sagte Richard Sigel. Die Blockphasen sind so aufeinander abgestimmt, dass eine kontinuierliche Belegung möglich ist. Sollten doch Lücken entstehen, könnten die Appartements auch an Mitarbeitende der Klinik oder der Verwaltung vermietet werden.
Fassade mit intensiven Farben
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Im Erdgeschoss besteht die geplante Fassade aus unterschiedlich großen und miteinander verbundenen Felgen, die eine Ornamentstruktur bilden und auf die Nutzung des Gebäudes hinweisen sollen – wie der große Schriftzug „Radhaus“. Für die Obergeschosse ist eine Lamellenfassade geplant, die sich je nach Blickwinkel öffnet oder schließt. Eine Pixelgrafik aus intensiven Farben soll den Grafenberg darstellen. „Ich denke, dass die intensiven Farben der Umgebung gut tun“, sagte Architekt Felix Stammler.