Philipp Lahm gibt den Fitnessberater, der Rapper Capital Bra verkauft Pizza und Eistee und die Queen vertreibt Hundeparfum. Wenn das Leben als Star nicht ausreicht, wird die Angebotspalette erweitert. Sieben Beispiele für den Warenkorb. Inklusive Sarg.

Fußballer, Weltmeister und FC Bayern-Ikone Philipp Lahm hat unlängst sein neues Buch vorgestellt: Ein Fitness-Ratgeber für Menschen, die im Homeoffice nicht auf ihre Gesundheit achten. Unter der Anleitung Lahms soll sich das nun ändern. Lahm ist nicht der erste Prominente, der die eigene Strahlkraft für eine Erweiterung des eigenen Portfolios nutzt.

Rockmusiker wie die US-Rockband Kiss erkannten bereits in den frühen 70er Jahren, dass mit prominenten Produkten viel Geld zu machen ist. Manchmal sogar mehr als mit der eigentlichen Kunst. Auch Hollywood-Schauspielerin Gwyneth Paltrow verdient mit ihrem Lifestyle- und Wellness-Unternehmen Goop ein veritables Beibrot.

Noch mehr Promiprodukte finden Sie in unserer Bildergalerie.

Duftkerzen von Gwyneth Paltrow

Es begann mit einem Newsletter, heute ist Gwyneth Paltrows Lifestyle-Firma Goop millionenschwer. Auch weil der Schauspielerin in Sachen PR keiner was vormacht, wie eine Duftkerze für 71 Euro zeigt, die so riechen soll wie ihre Vagina. Dass einige Kerzen explodierten und Kunden Klagen einreichten, störte Paltrow nicht. Wissenschaftler umso mehr. 2021 meldete sich der Chef der Gesundheitsbehörde NHS zu Wort mit einer für englische Verhältnisse ungewöhnlich deutlichen Kritik. Paltrows Produkte seien im besten Falle Geldverschwendung, im schlimmsten Fall gesundheitsgefährdend.

TK-Pizza und Eistee vom Rapper

Im Gegensatz zu Rockbands wie Iron Maiden, Metallica oder AC/DC, die gerne zielgruppenfreundlich Bier, Whiskey oder Kaffee in ihrem Namen vertreiben lassen, zielen Rap-Stars von heute auf eine eher ganzheitliche Ernährung ab. Gangsta-Rapper Capital Bra vertreibt via einschlägigen Supermarktketten Tiefkühlpizzen (Gangstarella) und Eistee (Bratee). Letzteres gibt’s auch von Shirin David: Dirtea. Der Berliner Rapper und Schauspieler Massiv betreibt derweil ein Dönerbuden-Franchise: Baba’s Döner. Vermutung: Rap ist lediglich die Berufsschule für Unternehmer.

George Forman: durchschlagender Erfolg

Der zweifache Schwergewichtsweltmeister im Boxen, George Forman, haut auf der Zielgeraden der Karriere noch einmal richtig zu: Im Jahre 1994 kommt der George-Foreman-Grill auf den Markt – fettreduziertes Grillen, damit man auch im hohen Alter noch kraftvoll zuschlagen kann. Bis 2009 sollen über 100 Millionen Stück verkauft worden sein. Der etwas weniger erfolgreiche deutsche Boxer Axel Schulz ist auch ins Grillbusiness eingestiegen: Messer, Zangen, Soßen, Gewürze, Würstchen, Protein-Drinks – alles dabei. Wer will, kann sich gegen Aufpreis sogar Herrn Schulz höchstselbst an den Grill stellen.

Gesichtsverlust dank Uschi

Das Vorabendprogramm ohne Uschi Glas? Undenkbar! Ihren Ausflug in die Kosmetikbranche hätte sich die Schauspielerin dagegen besser erspart. Die Gesichtscreme aus ihrer Produktlinie „Hautnah“ löste vor Jahren bei Testerinnen der Stiftung Warentest Reizungen und Entzündungen aus. Dafür gab es das Prädikat „mangelhaft“. Eine Boulevardzeitung riet, die Paste zum Silberputzen zu benutzen. Glas klagte gegen die Tester, verlor den Prozess – und ihr Gesicht. Immerhin blieben ihr Pusteln und Pickel erspart. „Ich habe die Creme ja auch selbst benutzt und nie Beschwerden gehabt.“

Bio-Pionier Prinz Charles

Bereits 1990 nahm Prinz Charles den Betrieb als Biobauer auf: Mit der Marke Duchy Originals belieferte der Thronfolger erst Edelkaufhäuser, später auch Supermärkte mit seinen Bioprodukten. Königlich unter den über 200 Produkten: die legendären Haferkekse. Der erwirtschaftete Gewinn fließt in gemeinnützige Projekte. Mittlerweile hat Charles den Biobauernhof und das Unternehmen weitergegeben. Es heißt, er könne sich im Fall der Thronfolge nicht mehr ausreichend kümmern. Seine Mutter, Queen Elizabeth II., vertreibt derweil ein Hundeparfüm der Duftnote „Strandspaziergang“.

Rebensaft von Millionärsmacher Jauch

Günther Jauch macht Wein, rot und weiß – um Neueinsteigern auch im Supermarkt guten deutschen Wein bieten zu können. Preis: 5,99 Euro. „Jauch kann 50 Cent oder einen Euro mehr für den Wein verlangen, weil sein Name draufsteht“, sagt der Marketing-Experte Karsten Kilian. Für den Käufer steige durch den Namen der gefühlte Wert des Produkts. Es gehe nicht darum, ob das Produkt wirklich besser sei. Und das ist es auch nicht. Wohlmeinende Experten bezeichnen den Wein des „Wer wird Millionär“-Moderators als nicht satisfaktions-fähig, Kenner hüllen sich in Schweigen.

Der ewige Kuss – dank Kiss

Die US-Rockband Kiss hat bereits Mitte der 70er Jahre erkannt, dass sich der Nebenerwerb mit Fanartikeln millionenschwer gestalten kann. Infolgedessen gab’s neben dem üblichen Krams unter anderem Actionpuppen, Radios, Comichefte, Filme und Kindervesperbüchsen mit Beteiligung der Musiker. Der große Coup folgte in den 90er Jahren: der Kiss-Sarg für Fans, die auch den letzten Weg mit Rock ’n’ Roll antreten wollten. Die berühmtesten Werbeträger: die Brüder Dimebag Darrell und Vinnie Paul von der US-Metalband Pantera haben sich im Kiss-Sarg beisetzen lassen.